Ende letzter Woche bezichtigte das US-Außenministerium China ganz offiziell, sich einschüchternder Maßnahmen gegen Vietnam im Südchinesischen Meer zu bedienen.

USA prangern interventionistische Maßnahmen Chinas an

Laut eines Sprechers des US-Außenministeriums sei man in den Vereinigten Staaten sehr besorgt, da China sich interventionistischer Maßnahmen im Hinblick auf Vietnams Öl- und Gasaktivitäten in der durch Vietnam proklamierten Exklusiven Wirtschaftszone (EEZ) bediene.

Einmal mehr bescheinigen die USA dem Reich der Mitte, sich einer friedvollen Konfliktbeilegung in Bezug auf maritime Ansprüche entgegenzustellen. Dieses egoistische Verhalten stelle gleichzeitig auch die im Rahmen der ASEAN-Gruppe zwischen China und dessen Nachbarländern getroffenen Vereinbarungen zur Konfliktbeilegung im Südchinesischen Meer in Frage, wie es seitens Washingtons hieß.

Militärbewachtes chinesisches Explorationsschiff sucht in EEZ Vietnams - und drängt vietnamesischen Explorer ab

Der National Interest beschrieb die sich deutlich verschlechternde Situation zwischen Vietnam und China in der laufenden Woche im Detail. Im ausführlichen Bericht zu diesem Thema wurde gar von einem Showdown gesprochen.

In diesem Bericht hieß es, dass ein chinesisches Such- und Explorationsschiff in die durch Vietnam proklamierte EEZ eingedrungen sei. Dieses Explorationsschiff sei durch mehrere chinesische Küstenwacht- und Militärschiffe begleitet und abgeschirmt worden.

Wörtlich heißt es in dem Bericht des National Interest, dass das Explorationsschiff Haiyang Dizhi 8, das einem chinesischen Unternehmen in Staatseigentum gehöre, damit begonnen habe, Anfang Juli weite Teile des Meeresbodens nordöstlich der so genannten Vanguard Bank abzusuchen.

Dieser Bereich gehöre allerdings der durch Vietnam proklamierten EEZ an. Schlimmer sei jedoch noch, dass chinesische Geleitschiffe, darunter Schiffe der Küstenwacht und des Militärs, vietnamesische Öl- und Gasbohrschiffe in den südlichen Teil der EEZ getrieben hätten.

Showdown im Kampf um Rohstoffe via aufgezwungener „Partnerschaften“?

Unter westlichen Analysten werden die Expansionsgelüste Pekings innerhalb der regionalen Gewässer als Teil einer weitläufigen Kampagne zur potenziellen Ausbeutung von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen betrachtet.

Ultimatives Ziel der chinesischen Staatsführung sei es, rivalisierenden Nationen in der Region letztendlich gemeinsame Explorations- und Förderpartnerschaften aufzuzwingen. Dies gelte selbst für unumstrittene Territorialansprüche.

In dem Bericht des National Interest wird weiter ausgeführt, dass es sich im Fall der aktuellen Krise um die ernsthaftesten Spannungen zwischen China und dem mit den Vereinigten Staaten verbündeten Vietnam seit vielen Jahren handele.

Einrichtung chinesischer Ölbohreinrichtung brachte 2014 schon Spannungen – doch diesmal ist es ernster!

Im Fall des chinesischen Eindringens in die vietnamesische EEZ handele es sich um alles andere als ein neues Phänomen. Im Jahr 2014 installierte China ein Ölbohreinrichtung in der vietnamesischen EEZ, was beide Nachbarländer einer schweren politischen Krise aussetzte.

Beobachter weisen darauf hin, dass sich Chinas Aktivitäten nahe der Vanguard Bank politisch als eine noch größere Herausforderung erweisen könnte als damals. Zu Beginn dieser Woche publizierte das US-Außenministerium einen ausführlichen Pressebericht, in dem China offiziell für seine Einmischung in Öl- und Gasaktivitäten im Südchinesischen Meer kritisiert wurde. Dies gelte ebenfalls aus Sicht von Vietnams Explorations- und Produktionsaktivitäten in der EEZ.

Keine Stellungnahme Pekings zu US-Vorwürfen der Unterminierung des Energiemarkts in der ganzen Region

In dem Pressebericht des US-Außenministeriums werden Pekings wiederholte und provokative Aktionen angeprangert, die voll und ganz auf eine Störung der Öl- und Gasfeldentwicklung vor den Küsten von Nachbarstaaten ausgerichtet sei.

Auf diese Weise werde nicht nur die regionale Energiesicherheit bedroht, sondern gleichzeitig auch der freie und offene Energiemarkt in der Asien-Pazifik-Region unterminiert. Peking hat zu diesen Vorwürfen bislang noch nicht offiziell Stellung bezogen.

Diese Zusammenfassung basiert auf einen Bericht, der auf der Seite des Finanzblogs Zerohedge veröffentlicht wurde.