Wir erinnern uns, dass die People´s Bank of China etwaige Maßnahmen verabschiedet hatte, um den Außenwert des Yuan/Renminbi auf dem Höhepunkt der Turbulenzen an den Devisen- und Währungsmärkten zu stabilisieren.

Im Spätherbst könnte Yuan wieder abwerten

Wie gestern mitgeteilt wurde, werden zumindest zwei dieser Maßnahmen nun aufgehoben. Es mehren sich bereits seit einiger Zeit Stimmen, die mit dem abermaligen Einsetzen einer Yuan-Abwertung im Spätherbst dieses Jahres rechnen.

Warten wir einfach einmal ab, wie sich die Dinge entwickeln werden, nachdem sich Chinas ausländische Währungsreserven in den letzten Wochen und Monaten wieder ein wenig erhöht haben.

Diese Entwicklung könnte durchaus ein Indiz dafür sein, dass die in den letzten Jahren zu beobachtende Kapitalfluchtwelle aus dem Reich der Mitte ein wenig am Abebben ist. Sollte der Yuan jedoch tatsächlich wieder ganz plötzlich abwerten, dürfte diese Ansicht Makulatur sein.

Exporteure mahnen die Regierung

Es erweckt den Eindruck, als wolle die People´s Bank of China ein Signal an die Akteure an den Währungsmärkten aussenden, doch bitte Vorsicht walten zu lassen, um die einst im Zuge der Abverkaufswelle initiierten Maßnahmen zur Stützung des Yuan-Außenwerts nicht auf ewig in die Zukunft fortzuschreiben.

Immerhin hatte sich eine Gruppe von chinesischen Exporteuren in den letzten Wochen zu Wort gemeldet, um Peking daran zu erinnern, dass China in einem knallharten Wettbewerb mit anderen Exportnationen stünde.

Fast erweckt es den Eindruck, als sei China an einem zu hohen Außenwert seiner eigenen Währung nicht mehr sonderlich interessiert. Weltweit bedienen sich Notenbanken nach wie vor einer Reihe von „außergewöhnlichen Maßnahmen“, um den Außenwert der eigenen Währungen im Vergleich mit Konkurrenznationen im Zaum zu halten.

Mindestreserveanforderungen werden wieder aufgehoben

Immerhin ist es dem Yuan gelungen, seit Jahresbeginn eine massive Trendwende aufs Parkett zu legen. In der vergangenen Woche erreichte der Yuan gegenüber dem US-Dollar fast ein 2-Jahres-Hoch.

Bei der People´s Bank of China sah man sich im Angesicht dieser Entwicklung anscheinend veranlasst, die Mindestreserveanforderungen unter Finanzinstituten und Banken, die im Yuan-Handel aktiv sind, wieder aufzuheben.

Gleichsam teilte Chinas Zentralbank mit, dass ausländische Banken ab sofort keine Reserven und Rücklagen in Bezug auf betriebene Offshore-Yuan-Konten in China mehr bilden müssen.

Auch Kapitalkontrollen halfen bessere Bedingungen zu erreichen

Die People´s Bank of China teilte ferner mit, dass sich die Marktbedingungen nach dem scharfen Yuan-Abverkauf wieder entspannt hätten. Die seit Jahresbeginn zu beobachtende Yuan-Rallye gegenüber dem US-Dollar indiziere ferner, dass sich die Aktivitäten in Chinas Wirtschaft wieder am Verbessern seien.

Momentan handelt das Währungspaar Yuan/US-Dollar um die seitens der People´s Bank favorisierte Schlüsselmarke von 6,5. Mit ein Grund hierfür dürften ebenfalls durch Peking eingeleitete Maßnahmen sein, die darauf abzielten, die heimische Kapitalfluchtwelle einzudämmen. In diesem Zuge wurden die Kapitalkontrollen verschärft.

Zum gestrigen Handelsende erreichte der Kurszuwachs des Yuan gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn einen Wert von 6,5%. Damit sind die Verluste aus dem Krisenjahr 2016, in dem der Yuan um etwa denselben Faktor gegenüber dem US-Dollar abgewertet hatte,  jedoch noch nicht wett gemacht.

Weitere Aufwertung nicht gewollt

Unter Analysten werden die durch die People´s Bank nun aufgehobenen Maßnahmen zur Stabilisierung des Währungspaars recht eindeutig interpretiert. Es liege den Chinesen nichts daran, die eigene Währung zu stark aufwerten zu lassen, wie es vielerorts heißt.

In diesem Sinne berichtete zuletzt auch die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf interne Quellen in Chinas Regierung und Zentralbank bezogen hatte. Danach zeigten sich Chinas Entscheider im Angesicht der neu erwachten Stärke des Yuans ein wenig verängstigt um die eigene Exportindustrie.

Doch Peking befindet sich in einer Zwickmühle. Es dürfte gewiss nicht lange dauern, bis es aus Washington wieder lautstarke Proteste und Vorwürfe tönen wird, laut denen es sich im Fall von China um einen „Währungsmanipulator“ handele, falls der Yuan in absehbarer Zeit wieder nachgeben sollte.