Activision Blizzard

Der Umsatz im dritten Quartal 2020 stieg um über 50 Prozent auf 1,95 Mrd. USD, das Bruttoergebnis belief sich auf 1,49 Mrd. USD oder um 75 Prozent höher als noch im dritten Quartal 2019. Die Bruttomarge lag bei 76 %, nach noch 66 % im Vorjahresvergleich. Activision vermochte von der Pandemie deutlich zu profitieren, was sich ebenso im Vorsteuerergebnis mit 722 Mio. USD (249 Mio. USD Q3 2019) und auch im Nettoresultat mit 604 Mio. USD (204 Mio. USD Q3 2019) bemerkbar machte. Neue Spiele bedingen vorerst Investitionen und binden Ressourcen, die sich zu einem späteren Zeitpunkt jeweils auszahlen. Der Free Cash Flow wurde mit 172 Mio. USD berichtet, was zwar unter Q3 2019 (275 Mio. UISD) lag, dass starke Quartal kommt jedoch erst. In Q4 2019 konnten 881 Mio. USD erwirtschaftet werden. Diese Messlatte sollte deutlich übersprungen werden. Analysten gehen von bis zu 1,2 Mrd. USD aus.

Die langfristigen Lizenzeinnahmen und die monatlichen Nutzerzahlen (Monthly Active User, MAUs) sind sehr erfreulich, wenn auch in den einzelnen Segmenten schwankend. Activision (Call of Duty) hatte 111 Mio. dieser treuen Kunden, Blizzard konnte sich über 30 Mio. (MAUs) - u.a. mit World of Warcraft - freuen und King erreichte mit Spielen wie Candy Crush 249 Mio. MAUs., auch ein respektables Ergebnis.

Die Gaming Community freut sich auf das neue Release von Call of Duty, Black Ops Cold War am 13.11.20. Dies könnte mal wieder ein Kassenschlager werden. Das Management ist für das aktuelle Quartal sehr zuversichtlich und erhöhte den Ausblick auf über 2 Mrd. USD Nettoumsatz.

Activision ist ein Basisinvestment im Portfolio und wir sind mit den berichteten Zahlen sehr zufrieden. Im Performance-Vergleich zum Mitbewerber Take-Two Interactive hat Activision sogar noch Aufholpotenzial.

AON

Der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal war unverändert und AON konnte 2,39 Mrd. USD verbuchen. Durch Kostenreduktion um gut 3 % konnte der operative Gewinn auf 484 Mio. USD ausgebaut werden. Die operative Marge betrug 18,5 %. Der operative Cash Flow stieg hingegen um 74 % auf 2,02 Mrd. USD, der Free Cash Flow wurde mit einem Plus von 91 % oder 1,9 Mrd. USD berichtet.

Die o.g. Zahlen beinhalten aber auch die abgeschlossene Übernahme von Willis Towers Watson und sind somit nur bedingt vergleichbar. AON kaufte im abgelaufenen Quartal 2,4 Mio. eigene Aktien für zirka 500 Mio. USD zurück. Zusätzlich kündigte das Management eine fünfprozentige Erhöhung der Dividende an.

Die einzelnen Segmente waren wie gewohnt stabil. Der Hauptbereich Commercial Risk Solutions mit 1 Mrd. Umsatz oder 43,6 % der Gesamtumsätze lag auf Vorjahresniveau. Auch die anderen Teilsparten waren zum großen Teil prozentual unverändert, was für die Stabilität des Geschäftsmodells spricht.

Wir sind soweit zufrieden, die umsatz- und ertragsstarken Quartale (Q4 2020 und Q1 2021) liegen vor uns und AON muss hier und da noch einige Stellschrauben in der Kostenstruktur verändern, was aber sicherlich gelingen wird.

Qualcomm

Qualcomm lieferte ein erstaunliches viertes Quartal (gebrochene Quartale) 2020 ab. Der Umsatz kletterte um 73 % auf 8,3 Mrd. USD, durch wesentlich geringere Umsatzkosten stieg das Bruttoergebnis auf 5,6 Mrd. USD und entsprach einer Marge von 66,9 %. Durch die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten mit Huawei und die Verbuchung der nun fälligen Lizenzzahlungen von 1,8 Mrd. USD konnte man ein Vorsteuerergebnis von 3,3 Mrd. und ein Nettoergebnis von 2,96 Mrd. USD berichten. Innerhalb der Segmente sieht man die Unterschiede der Ertragskraft deutlich. Während im Bereich QCT (Semiconductor) der Umsatz bei rund 5 Mrd. USD lag, erwirtschaftete man ein Vorsteuerergebnis von 1 Mrd. Im Lizenzsegment QTL wurden 1,5 Mrd. Umsatz mit einem Vorsteuerbeitrag von 1,1 Mrd. USD erreicht. Für das kommende 5G-Geschäft ist Qualcomm bestens aufgestellt. Erst kürzlich wurde eine Kooperation für die 5G RAN Plattform von Qualcomm mit DISH bekannt gegeben. DISH selbst liefert TV-Abos für die direkte Satellitenübertragung an gewerbliche und private Kunden in den USA. Auch wenn unser Depotwert wohl nur eine erneute Exportlizenz für 4G Chips an Huawei bekommen hat, bleibt die Tür für 5G nicht verschlossen. Wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden, wenngleich die Aktie kein Schnäppchen ist, gehört sie doch ins Basisdepot.

Walt Disney

Das vierte Quartal im Fiskaljahr 2020 war wieder geprägt von den Schließungen der Themenparks. Der Umsatz sank rund 23 % auf 14,7 Mrd. USD. Schon auf Ebene der Bruttoerträge rutschte Disney in die roten Zahlen und musste einen Verlust von 453 Mio. USD verbuchen. Trotzdem war das Ergebnis besser als von manchen Analysten erwartet, die mit deutlich weniger Umsatz und mehr Kosten kalkuliert hatten. Auf Nettoebene lag der Verlust bei 710 Mio. USD, Disney schaffte es aber einen Free Cash Flow von 938 Mio. USD zu berichten. Möglich war dies u.a. durch die steigenden Zahlen der Disney Plus Abonnenten, die mit 73,7 Mio. über den Schätzungen von 65,5 Mio. Nutzern lag. Auch wenn dies nur einem durchschnittlichen Ertrag von 4,52 USD pro Nutzer entsprach, konnten im Segment Direct-to-Consumer, hier zählt Disney Plus hinzu, die Umsätze um 41 % auf 4,85 Mrd. USD gesteigert werden. „Die Kinos machen uns zu schaffen“, wie Disney CEO Chapek berichtete. Wer von uns würde nicht gerne wieder mal mit Popcorn einen guten Film schauen. Auf meiner Wunschliste steht Top Gun 2 ganz oben, auch wenn er nicht von Disney ist. Wir mögen die Aktie trotzdem, wenn die Parks wieder öffnen, sollte es einen Ertragsschub geben und die Disney Plus Abonnenten werden zusätzlich für Rückenwind sorgen.

„Was heißt das konkret für mich!?“

Auch wenn es mal nicht läuft für ein oder zwei Quartale, muss man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Investitionen in Aktien sind Investitionen in Unternehmen und Geschäftsmodelle, die sich seit Jahren bewährt haben. Die „Stay-out“ Aktie wie Disney formiert sich neu und währenddessen freuen wir uns an den „Stay-home“ Aktien wie Activision und Qualcomm.