Alphabet

Der Internetriese Alphabet gab seine Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal 2020 bekannt. Der Umsatz sank zwar leicht auf 38,30 Mrd. USD (Q2 2019 38,95 Mrd. USD), aber übertraf die Schätzungen der Analysten. Brutto verdiente man 19,75 Mrd., nach noch 21,65 Mrd. USD im Vergleichszeitraum 2019. Auf Basis des Nettogewinns verzeichnete Alphabet einen Rückgang von 9,94 Mrd. auf 6,96 Mrd. USD.

Auf den ersten Blick sind die Zahlen also eher verhalten bis schlecht, jedoch darf man nicht vergessen, dass Corona die Werbeeinnahmen hat einbrechen lassen - und davon lebt das Unternehmen nun einmal unter anderem. Der Free Cash Flow war mit 8,6 Mrd. nach 6,5 Mrd. in Q2 2019 stark und beweist mal wieder das wetterfeste Geschäftsmodell.

Bricht man den Umsatz auf die einzelnen wichtigen Bereiche runter, so ergibt sich das folgende Bild:

  • Youtube Advertising plus 5,8 % auf 3,81 Mrd. USD Umsatz

  • Google Cloud plus 43 % auf drei Mrd. Umsatz

  • Google Search minus 9,8 % auf 21,3 Mrd. Umsatz

Im gesamten „Advertising“ Bereich - welcher Google Search, You-Tube und Network Members beinhaltet - lag der Umsatz bei 29,9 Mrd., also nur knapp neun Prozent unter dem Vorjahresquartal 2019.

Wir waren mit den Zahlen zufrieden, trotz des Hinweises von Finanzvorstand Ruth Porat, dass sich die Navigation durch die globalen Gewässer als schwierig herausstellt.

Amazon

Nach einer erstaunlichen Rallye seit März 2020 ging bei einigen Marktteilnehmern die Furcht um, dass der E-Commerce-Riese den hohen Erwartungen im zweiten Quartal nicht gerecht werden könne. Doch Amazon und CEO Jeff Bezos lieferte wie gewohnt ab!

Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 88,9 Mrd. USD, der Bruttogewinn verbesserte sich von 27 Mrd. (Q2 2019) auf 36,2 Mrd., im Nettoergebnis erzielte Amazon 5,2 Mrd. USD nach noch 2,6 Mrd. im Vorjahresquartal 2019. Der Free Cash Flow lag mit 13,1 Mrd. USD (Q2 2019 5,6 Mrd.) sogar über den Schätzungen des Marktes.

Amazon mit seinen vielseitigen Angeboten gehört zweifelsohne zu den großen Gewinnern der Corona-Krise. Zudem boomt das Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Netz wie erwartet. Der Cloud-Bereich AWS wuchs knapp 30 % auf 10,8 Mrd. USD mit einer operativen Marge von 31 % nach noch 25 % im Vorjahresquartal 2019.

CEO Bezos erläuterte im Call, dass man vier Mrd. USD an Kosten in Verbindung mit Covid-19 im zweiten Quartal hatte, hierzu zählen sicherlich auch die 175.000 neuen Stellen, die geschaffen wurden, um Produkte und Dienstleistung wie gewohnt an die Endkunden liefern zu können, sowie die Mitarbeiter besser zu schützen. Amazon ist ein Basisinvestment, das in seiner eigenen Liga spielt.

Apple

Der Smartphone-Gigant präsentierte seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal und überzeugte auf ganzer Front. Nahezu in jedem Geschäftsbereich konnten die Resultate zulegen. Erstaunlich ist, dass Apple mitten in der Covid19-Krise das Rekordquartal erzielt hat – und das, obwohl das dritte Quartal (gebrochene Quartale) bei Apple traditionell eher schwach ausfällt.

Der Umsatz stieg auf 59,7 Mrd. USD nach noch 53,8 Mrd. (Q3 2019), der Bruttogewinn belief sich auf 22,7 Mrd., also rund 2,5 Mrd. USD mehr, im Nettoergebnis wurden 11,2 Mrd. USD (plus zwölf Prozent gegenüber Q3 2019) verdient.

Vergleicht man das Produktsegment mit der Servicesparte, so fällt auf, dass Apple es wieder geschafft hat die Ertragskraft zu stärken. Der Umsatz mit Produkten stieg um knapp zehn Prozent mit einer Kostenquote von rund 70 %. Im Servicebereich zogen die Umsätze um 15 % an, allerdings lagen hier die Kosten nur bei rund 33 %.

Im Rahmen seines Quartalsberichts kündigte Apple außerdem einen erneuten Aktiensplit an. Jeder Aktionär, der am 24.08.2020 (Tagesschluss) Aktien hält, bekommt drei weitere Anteilscheine zusätzlich - aus eins mach also vier. Apple bleibt ein Basisinvestment!

Facebook

Das Social-Media-Netzwerk berichtete seine Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal 2020 und schaffte es, die Analystenerwartungen förmlich zu pulverisieren. Der Umsatz konnte um elf Prozent auf 18,7 Mrd. USD zulegen, der Bruttogewinn belief sich auf 14,8 Mrd. nach noch 13,6 Mrd. im Vergleichszeitraum Q2 2019. Beim Nettoergebnis wurden 5,2 Mrd. nach nur 2,6 Mrd. USD verdient.

Die Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAUs) lag bei 1,79 Mrd., die der monatlich aktiven Nutzer (MAUs) bei 2,7 Mrd. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) wurde mit 7,05 Dollar beziffert. Analysten gingen von jeweils deutlich niedrigeren Zahlen aus, was durchaus verwunderlich ist, denn in Zeiten von Abstandsregeln und „stay at home“ möchte man doch gerade den sozialen Kontakt pflegen.

Facebook erwartet für das kommende Q3 trotz der Einbußen durch den Werbeboykott ein Umsatzwachstum von rund zehn Prozent. Das Unternehmen sprach im Call von einer Normalisierung des Nutzerwachstums und - engagements, da die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in den letzten Wochen nachgelassen haben. Facebook ist und bleibt ein Basisinvestment!

„Was heißt das konkret für mich!?“

Die Big Four haben bewiesen, dass keine Krise dieser Welt ihre jeweiligen Geschäftsmodelle nachhaltig beeinträchtigen kann. Gute Unternehmen mit soliden Bilanzen und einzigartigen Produkten sowie Serviceangeboten, verdienen einen Platz im Portfolio.