Microsoft

Microsoft hat ein gebrochenes Geschäftsjahr und berichtete jüngst über sein viertes Quartal 2020. Die Zahlen lagen durch die Bank über den Erwartungen des Marktes. Der Umsatz belief sich auf 38,0 Mrd. USD nach noch 33,7 Mrd. im Vorjahresquartal. Auch der Bruttogewinn lag mit 25,7 Mrd. rund zehn Prozent über dem Vergleichswert.

Im Vorsteuerergebnis wurde dieser Trend weitestgehend fortgesetzt, einzig und allein im Nettoresultat verzeichnete man ein Minus von 15 Prozent und erreichte nur 11,2 Mrd. USD. Grund waren außerordentliche Gewinne (Steuerbegünstigungen) von 2,6 Mrd. USD in Q4 2019, sonst wäre auch hier eine Steigerung zu sehen gewesen. Der Free Cash Flow legte im Vergleich zur Vorjahresperiode um erfreuliche 16 Prozent zu.

Was die Höhe des Umsatzwachstums angeht, stachen die Bereiche des Personal Computings mit 14 Prozent auf 12,9 Mrd. USD heraus. Ein Grund war sicherlich die Xbox mit einem Anstieg an Serviceumsätzen von 65 Prozent. Das gesamte Cloudgeschäft (u.a. Azure) konnte sich sogar um 17 Prozent auf 13,4 Mrd. USD verbessern.

Fast 40 Milliarden Euro Umsatz werden laut Statista Technology Market Outlook 2020 in den USA mit Public-Cloud-Anwendungen umgesetzt – das ist ungefähr das Achtfache des nächstkleineren Marktes China. Über die Hälfte des Umsatzes entfällt auf das Segment Infrastructure-as-a-Service. Das sind cloudbasierte IT-Dienste für Speicherung und Computing. Die größten Anbieter sind hier Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google. Die übrigen Erlöse entfallen auf den Bereich Platform-as-a-Service. Darunter fallen cloudbasierte IT-Dienste für Betriebssysteme und z.B. das Datenbankmanagement.

Microsoft sucht regelmäßig neue Einkommensmöglichkeiten, so auch mit dem „Togehter Mode“. Hier können seit dem 30. Juli 2020 bis zu 300 Personen die Live-Atmosphäre eines Stadions genießen, von Zuhause aus. Gemeinsam mit der NBA (National Basketball Association, USA) wurden virtuelle Räume geschaffen um Sportfans neue Erfahrungen in Zeiten von Covid-19 zu ermöglichen. Über die NBA-App ist sogar digitaler Jubel machbar, den auch die Spieler „live“ im Stadion miterleben.

Die Corona-Krise demonstriert einmal mehr die Widerstandsfähigkeit des stark diversifizierten Geschäftsmodells von Microsoft. Das Unternehmen profitiert von der zunehmenden Digitalisierung und den durch Corona notwendig gewordenen virtuellen Erlebnissen.

Nasdaq

Der US-amerikanische Börsenbetreiber NASDAQ legte jüngst seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal vor und konnte damit sowohl die Markterwartungen als auch in realen Zahlen den Vergleichszeitraum Q2 2019 übertreffen. Der Umsatz lag mit 699 Mio. USD um zwölf Prozent höher, beim operativen Ertrag konnten 334 Mio. (plus 27 %) USD erwirtschaftet werden. Auch auf den Ebenen Vorsteuergewinn (316 Mio.) und Nettoertrag (241 Mio.) berichtete unser Depotwert ein Plus von 32 % bzw. 39 % Steigerungen.

Wie man sieht, konnte der Börsenbetreiber im Gegensatz zu vielen anderen Gesellschaften gerade wegen der Corona-Krise und den teils heftigen Schwankungen der Märkte ein zweistelliges Wachstum erwirtschaften.

Das organische Umsatz-Wachstum lag bei erfreulichen plus sechs Prozent. Die Differenz zum berichteten Umsatzwachstum erklärt sich durch Akquisitionen im Geschäftssegment Market Technology. Die operative Marge hat sich erfreulicherweise gegenüber der Vorjahresperiode von 48 % auf 53 % verbessert.

Für das aktuelle zweite Halbjahr 2020 erwartet der Vorstandsvorsitzende weiterhin erhöhte Handelsvolumina. Seine Erwartungen für die Geschäftssegmente des Unternehmens über die nächsten drei bis fünf Jahre sehen wie folgt aus:

  • Information Services +5-7 %

  • Market Technology +8-11 %

  • Corporate Services +3-5 %

Auch die NASDAQ ging als Gewinner aus der Corona-Krise hervor, was die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells demonstriert. Ganz gleich, ob z.B. der Aktienmarkt steigt oder fällt – die NASDAQ profitiert davon.

Thermo Fisher Scientifics

Das US-amerikanische Labortechnik-Unternehmen Thermo Fisher Scientific konnte mit seinen Zahlen für das zweite Quartal 2020 vollauf überzeugen. Der Umsatz stieg um 9,5 % auf 6,9 Mrd. USD, der Bruttogewinn sogar um 19,5 %. Der Grund waren konstante Umsatzkosten bei gleichzeitig höheren Erlösen. Auch die operativen Kosten hatte Thermo im Griff, auf Nettoebene blieben ca. 1,2 Mrd., oder rund 3,3 % mehr übrig. Im zweiten Quartal 2019 gab es den Verkauf eines pathologischen Geschäftsbereiches, der zu Sondererträgen im vergangenen Jahr geführt hatte.

Tatsächlich ist Thermo Fisher Scientific ein Profiteur der Corona-Krise. Unterschiedliche Geschäftssegmente des Unternehmens profitierten von COVID-19 und sollen künftig weiter ausgebaut werden. Auch die Akquisitionen der letzten zwölf Monate haben hier zum guten Resultat beigetragen. Eine große, aktuell anstehende Akquisition ist die von Qiagen. Bis zum 10. August können Qiagen-Aktien zum Preis von 43 Euro angedient werden. Eine Verlängerung oder Erhöhung der Parameter sieht Thermo nicht vor.

Während das Management für das laufende dritte Quartal ein Wachstum von rund 15 Prozent beim Umsatz prognostiziert, bleibt der Ausblick für das Gesamtjahr 2020 eher verhalten und ohne konkrete Zahlen.

Das Geschäftsmodell von Thermo Fisher Scientifics trotzt nicht nur der Corona-Krise, sondern profitiert sogar davon. In der Telefonkonferenz gab man sich zuversichtlich, auch für den Fall, dass eine mögliche zweite Welle bis zum Herbst kommen sollte.

Accenture

Accenture, das US-amerikanische Beratungsunternehmen mit Sitz in Irland, berichtete Zahlen für sein drittes Quartal 2020 (gebrochenes Geschäftsjahr), die ungefähr auf Vorjahresniveau lagen. Während der Umsatz mit 10,9 Mrd. USD operativ um 1,3 Prozent wuchs, führten Währungseinflüsse zu einer berichteten Wachstumsabschwächung um im Schnitt ein Prozent. Ähnlich sah es beim Bruttogewinn (3,5 Mrd. USD), operativen Gewinn (1,7 Mrd. USD) und Reingewinn (1,2 Mrd. USD) aus.

Während der Corona-Krise machte sich das weitgehend virtuelle Geschäftsmodell des Unternehmens bezahlt. Die Berater von Accenture sind es schon seit langer Zeit gewohnt, vom Home-Office aus zu arbeiten und Team-Meetings sowie Meetings mit den Auftraggebern online abzuhalten. Insofern konnten Aufträge weitgehend in der sicheren und gewohnten Umgebung abgearbeitet werden.

Während das Geschäft in Nordamerika und in Accentures Wachstumsmärkten operativ um zwei Prozent bzw. fünf Prozent wuchs, schwächte es sich in Europa um gut zwei Prozent ab. Unter den Industriegruppen stach mit einem Wachstum von zwölf Prozent Health & Public Service heraus, während Communications/Media & Technology und Financial Services auf Vorjahresniveau verharrten und sich Products und Resources um ein bzw. drei Prozent verringerte. Das neu beauftragte Geschäft wuchs im abgelaufenen Quartal sogar um sechs Prozent (in Lokalwährungen).

Der Free Cash Flow war mit 2,6 Mrd. USD stark und die Barmittel in der Bilanz erhöhten sich sequenziell um 1,0 Mrd. USD. Die Dividende wurde gegenüber der Vorjahresperiode um zehn Prozent erhöht. Im Rahmen des Ausblicks fürs Gesamtjahr 2020 hat das Management seine Erwartungen für den Free Cash Flow von 5,5-6,0 Mrd. USD auf nun 5,8-6,3 Mrd. USD angehoben.

Beratung wird immer benötigt. Sich ändernde Bedingungen, wie z.B. durch die Corona-Krise, erfordern neue Beratungsansätze und -inhalte, auf die sich Accenture in der Vergangenheit nicht nur schnell eingestellt, sondern diese auch selbst vorangetrieben hat.

„Was heißt das konkret für mich!?“

Profiteure der Corona-Krise sind wie Felsen in der Brandung - auf lange Sicht unzerstörbar! Unsere vier Depotgesellschaften zählen mit Sicherheit dazu. Der Satz von Warren Buffett: „Wenn Du nicht bereit bist, eine Aktie für zehn Jahre zu halten, solltest Du auch nicht darüber nachdenken, sie für zehn Minuten zu besitzen“, spricht für unsere Basisinvestments.