USA wollen der Türkei lieber ihr eigenes Patriot-Flugabwehrraketen-System verkaufen - Und drohen mit Strafmaßnahmen

Anstelle dessen ruft die Washingtoner Regierung Erdogan erneut dazu auf, doch lieber das amerikanische Patriot Missile System zu erwerben. Der Sender CNBC berichtete gestern, dass Washington der türkischen Regierung eine Frist von etwas mehr zwei Wochen eingeräumt habe, um den Erwerb der russischen Systeme zu widerrufen und anstelle dessen einen Deal über die Lieferung mit dem System des amerikanischen Typs Patriot auszuhandeln.

Sollte dem keine Folge geleistet werden – Sie ahnen es – werde es zu einer ernsthaften Bestrafung der Regierung in Ankara durch die USA kommen, wie es weiter hieß. Wie die Nachrichtenagentur Reuters hierauf berichtet, antwortete der Moskauer Kreml heute erbost auf das der Türkei durch Washington gesetzte Ultimatum.

Droht gar ein NATO-Ausschluss? – Russische S-400 dort jedenfalls nicht zu integrieren

Bis zur ersten Juni-Woche hat die türkische Regierung nun Zeit, um sich Gedanken über den weiteren Ablauf zu machen. Entweder storniert Ankara sein Multimilliarden-US-Dollar-Geschäft mit Russland, um stattdessen auf das durch den amerikanischen Rüstungskonzern Raytheon produzierte Patriot-System umzuschwenken, oder die Türkei sähe sich mit einem Ausschluss aus dem Programm zur Lieferung von insgesamt einhundert F-35-Kampfjets von Lockheed Martin konfrontiert.

Selbst eine Verschärfung der US-Sanktionen samt einer Degradierung innerhalb oder gar einem Ausschluss aus der NATO stünden dann im Raum, wie es heißt. Aus Sicht der USA erweist sich der türkische Kauf von S-400-Systemen aus Russland allein schon deshalb als problematisch, weil sich dieses System nicht in andere NATO-Systeme integrieren lässt.

Kreml-Sprecher: Der Deal steht – Türkei bereitet sich bereits auf US-Sanktionen vor

Auf den CNBC-Bericht am heutigen Tage durch Journalisten angesprochen, antwortete der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskov, wie folgt:

Wir sehen diese Entwicklung äußerst negativ. Wir halten solche Ultimaten auch für höchst inakzeptabel und wir verlassen uns auf die durch Repräsentanten der durch Staatspräsident Erdogan angeführten türkischen Regierung wiederholt abgegebenen Aussagen, laut denen der Kauf des S-400-Systems bereits in trockenen Tüchern sei, weshalb es auch zu einer Stationierung dieser Systeme in der Türkei kommen wird.“

Der türkische Verteidigungsminister erklärte heute Morgen, dass sich Ankara auf eine Verabschiedung von potenziellen US-Sanktionen aufgrund des Kaufs der russischen Raketensysteme gegen sein Land vorbereitete. Allerdings wies er auch darauf hin, dass es einige Verbesserungen in den Gesprächen mit Washington über den Kauf der F-35-Kampfjets gäbe.

Finanzkriegsopfer: Türkische Börse taumelt in Bärenmarkt

An den türkischen Finanzmärkten setzte sich die Talfahrt im heutigen Handel nahtlos fort. Nicht nur die Lira taumelte gegenüber dem US-Dollar zum Mittag um mehr als ein Prozent, sondern auch der türkische Aktienmarkt-Leitindex rutschte an der Börse Istanbul um 1,5 Prozent ab, womit sich der Istanbul 100 Index nach einem Rückgang von kumulierten 20 Prozent nun offiziell in einem Bärenmarkt befindet.

Tja, Kriege werden eben nicht nur über Worte, sondern vor allem über die Finanzmärkte ausgetragen. Hoffen wir darauf, dass all diese Entwicklungen in der Welt am Ende nicht zu einem shooting war eskalieren werden.