Die Aktienmärkte befanden sich über den Verlauf der letzten Woche im freien Fall, worauf im gestrigen Handelstag endlich eine Erholung einsetzte. Diese Erholung basierte vor allem auch auf Notenbank-Interventionen wie jener der Bank of Japan, die eine Rekordsumme von 101 Milliarden Yen in den Ankauf von Aktien-ETFs pumpte.

Im Abwärtssog: Hat der sichere Hafen versagt?

Trotz allem würden aufmerksame Beobachter im aktuellen Umfeld wohl gewiss davon ausgehen, dass ein als „sicherer Hafen“ angesehener Vermögenswert wie Gold im Angesicht der momentanen Entwicklungen sehr gut entwickeln sollte. Doch am vergangenen Freitag hatte der Goldpreis einen schlechten Tag erwischt.

Der Goldpreis wurde mit in den Sog des Ausverkaufs an den Aktienmärkten gezogen, um durch die Marke von 1.600 US-Dollar pro Feinunze zu rasseln. Erst bei 1.568 US-Dollar pro Feinunze fand der Goldpreis Halt und einen Boden. Im Montagshandel sah sich Gold dazu in der Lage, intraday wieder über die Marke von 1.600 US-Dollar pro Feinunze zu klettern.

Doch diese Niveaus konnten im Tagesverlauf nicht gehalten werden. Gibt es verständliche Erklärungen für diesen plötzlichen Ausverkauf an den Goldmärkten? Hat Gold als „sicherer Hafen“ versagt? Um es kurz zu sagen, nein. Die am Montag erfolgte Kehrtwende nach oben zeigt, dass nach wie vor Nachfrage nach einem „sicheren Hafen“ dort draußen besteht.

Konsumnachfrage in China und Indien könnte sinken

Doch wie im Fall von allen Entwicklungen, die sich in der Wirtschaftswelt abspielen, gibt es zahlreiche Dynamiken, die auch Einfluss auf die Goldmärkte ausüben. Denn aufkommende Furcht vor einem „Hard Landing“ der amerikanischen und globalen Wirtschaft führen zu Bedenken, dass die Konsumnachfrage bezüglich Gold sinken könnte.

Dies gilt insbesondere aus Sicht der größten Schmucknachfragemärkte in Indien und China. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, da ein langfristiger Wirtschaftsabschwung in diesen Ländern deren Konsumnachfrage überaus hart treffen könnte. Auch der Goldpreis könnte auf dieser Basis unter Druck geraten.

Liquiditätsklemme: Abverkauf als Paniksignal

China und Indien erweisen sich als die beiden größten Goldkonsumnationen auf der Welt, die für eine jährliche Goldnachfrage von rund 1.000 Tonnen verantwortlich zeichnen. Doch es gibt noch einen weit fundamentaleren Grund, warum es am vergangenen Freitag selbst im Angesicht von deutlich nachgebenden Aktienkursen zu einem massiven Abverkauf an den Goldmärkten kam.

Aus Sicht des breiten Marktes ist das alles andere als ein gutes Zeichen. Um es kurz zu machen, handelt es sich um eine aufkommende Panik. Händler und Investoren waren eifrig zugange, gehaltene Vermögenswerte zu liquidieren, um sich Bargeld im Angesicht von einsetzenden Margin Calls zu beschaffen. Um es mit anderen Worten auszudrücken, wurde auch Gold verkauft, um liquide zu bleiben.

Oder wie es ein Analyst gegenüber MarketWatch zum Ausdruck brachte: „Investoren verkaufen alles, was ihnen durch Dritte abgenommen wird, um liquide zu bleiben. Und diese Verkäufe schließen Gold mit ein.“

Parallelen zu 2008

Wir haben dieselben Beobachtungen schon einmal gemacht – und zwar in der Frühphase des Jahres 2008, das sich als Höhepunkt des Crashs an den globalen Finanzmärkten erwies. Auch in dem oben verlinkten Bericht von MarketWatch wird auf den damals zu beobachtenden Ausverkauf an den Goldmärkten im Angesicht des Beginns von massiv sinkenden Kursen an den Aktienmärkten (im Jahr 2008) noch einmal eingegangen.

Als Investoren einerseits Verständnis und andererseits Dankbarkeit für das damalige Ausmaß der Zentralbank-Stimulierungsprogramme aufzubringen vermochten, kam es an den Goldmärkten zu einer drastischen Kehrtwende. Aus Sicht der damaligen Niveaus konnte sich der Goldpreis im Anschluss mehr als verdoppeln.

In Sachen Gold keine Vertrauenskrise in Sicht - stabile Währungspolitik ad acta gelegt!

Es lässt sich nichts davon erkennen, dass es an den Goldmärkten zu einem Verlust von Vertrauen in die Rolle des Goldes als „sicherer Hafen“ gekommen ist. Es ist auch nicht zu einer fundamentalen Änderung der Sichtweise in Bezug auf Gold gekommen. Eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik unter Notenbanken wird an den Zins-Futures-Märkten bereits eingepreist.

Inzwischen ist eine Leitzinssenkung um mindestens 25 Basispunkte im Rahmen der Fed-Zinssitzung im März mit einer 72 %igen Wahrscheinlichkeit eingepreist worden. Bis Juli könnte es zu zwei weiteren Zinsschritten nach unten in den Vereinigten Staaten kommen.

Peter Schiff erklärte in einem Interview gegenüber Fox Business in der letzten Woche, dass sich Gold in einem der „weitläufig am wenigsten geliebten Bullenmärkte jemals befindet“. Viele Marktteilnehmer scheinen noch immer kein Gefühl dafür zu entwickeln, wie stark Gold im Preis noch zulegen wird.

Und es ist nicht der Coronavirus-Ausbruch, der sich als Treiber hinter dieser Bewegung steht. Vielmehr ist es die Geldpolitik der Federal Reserve, die in Erwartung an eine massive Intensivierung der Coronavirus-Krise zur Folge haben wird, dass alle einst abgegebenen Versprechungen bezüglich einer stabilen Währungspolitik aus dem Fenster fliegen werden.

„Was heißt das für mich konkret!?“

Zurückkommend auf meine chartanalytischen Gespräche mit EWI-Goldanalyst Tom Denham wurde stets ein Anstieg des Goldpreises von ehedem 1.150 USD auf mindestens 1.500 USD pro Feinunze in Aussicht gestellt. Dieser Anstieg ist über die vergangenen Wochen endlich zu einem Abschluss gekommen.

Es hieß ferner, dass eine Entscheidung über den Rückfall in einen Bärenmarkt (auf USD-Basis) ODER den Beginn eines neuen Bullenmarktes bei einem Erreichen der Schlüsselmarke von 1.650 USD fallen würde.

Diese Schlüsselmarke wurde im Lauf der letzten Woche nach oben hin getestet, indem es in der Spitze zu einem Anstieg des Goldpreises auf bis zu 1.680 USD pro Feinunze gekommen war. Am Freitag letzter Woche erfolgte hierauf dann jedoch der oben im Bericht beschriebene Abverkauf.

Behalten Sie diese Marke von 1.650 USD bitte aufmerksam im Auge. Sollte der Goldpreis diesen Durchbruch nach oben nach mehreren Anläufen nicht schaffen, wird es in der Folge wahrscheinlich zu einem sich verstärkenden Abverkauf an den Goldmärkten kommen.

Sollte es hingegen zu einem nachhaltigen Anstieg über die genannte Marke – bestenfalls auch einmal bestätigt durch ein Closing auf Wochenschlusskursbasis – kommen, heißt es nichts wie rein in Gold, da in diesem Fall die nächsten Ziele auf der Oberseite bei 1.800 USD, 1.921 USD und in einem nächsten Schritt bei 2.300 USD pro Feinunze liegen dürften.

Noch ist es nicht soweit. Doch es lässt sich davon ausgehen, dass eine Entscheidung über Bulle oder Bär am Goldmarkt im Lauf der nächsten Wochen fallen dürfte.

Diese Zusammenfassung für CK*Wirtschaftsfacts basiert auf einem Bericht auf der Seite von schiffgold.com

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