Gegen Ende der vergangenen Woche litten diese Märkte unter einem leichten Rücksetzer, doch keine Sorge. Die Federal Reserve wird mit einer weiteren, öffentlichen Ankündigung aufwarten, die irgendetwas bewirken wird, um die Aktienmärkte wieder zu befeuern.

Im Hintergrund vollzieht sich in diesen Wochen der anhaltenden Proteste, gewaltsamen Krawalle, Plünderungen und vorsätzlichen Brandstiftungen eine sich fortsetzende Auflösung der heimischen Wirtschaft. Hieraus leitet sich ab, dass eine große Mehrheit der Einwohner unseres Landes sich nicht mehr dazu in der Lage sehen wird, ihr alltägliches Leben auf jene Weise fortzusetzen, wie wir es zuvor gewohnt gewesen waren.

Sinkende Lebensstandards

Aus Sicht der meisten Amerikaner wird es zusehends schwieriger, um finanziell über die Runden zu kommen. Fast jedermann wird unter schockierenden Vermögensverlusten sowie Status- und Komforteinbußen leiden. Und traurigerweise wird aufgrund der sich beschleunigenden Ereignisse fast jedermann zu perplex und im Schwindelrausch sein, um zu verstehen, warum diese Dinge geschehen.

Kurz gesagt lassen sich die Dinge wie folgt auf einen Nenner bringen: Wir haben unsere zur Verfügung stehenden Ressourcen in einem überhohen Ausmaß beansprucht, was vor allem aus dem Blickwinkel von essentiellen Energieressourcen, die Motor für die meisten anderen Aktivitäten in der Wirtschaft sind, gilt.

Die amerikanische Öffentlichkeit blickt verblüfft auf diese Entwicklungen, doch die Dinge lassen sich auf einen einzig wichtigen Faktor reduzieren, der da lautet: Die Ölförderkosten erweisen sich aus Sicht vieler Verbraucher als zu hoch, während die Ölpreise aus Sicht der Ölproduzenten in vielen Fällen nicht hoch genug sind, um deren Kosten zu decken – ein Dilemma.

Eines der sich hieraus ableitenden Resultate lässt sich anhand der in hohem Tempo steigenden Insolvenzen in der amerikanischen Schieferöl- und Schiefergasindustrie beobachten. Zum anderen hält die sich schrittweise vollziehende Verarmung unter einer gesellschaftlichen Schicht, die einst einmal als amerikanische Mittelklasse bezeichnet wurde, weiter an.

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, von welcher die Protagonisten an der Wall Street zumindest für den jetzigen Moment ausgenommen sind. Es handelt sich um das inzwischen berüchtigte eine Prozent (an der Spitze der Gesellschaft), das im Angesicht von kletternden Aktienkursen und Dividenden noch immer prächtig gedeiht, während allen anderen Teile der Gesellschaft selbst schon vor der Plage der einsetzenden Coronavirus-Pandemie der Wind ins Gesicht blies.

Unter den perplexen und von den Ereignissen durchgerüttelten Protagonisten befindet sich auch der gesamte Führungskern unseres Landes, der sich augenscheinlich nicht dazu in der Lage sieht, angesichts des Krisenwirbels auf eine kohärente Weise zu agieren.

Noch mehr Schulden

Während Herr Trump die dringende Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Umstrukturierung kaum zu verstehen scheint, sieht er sich gerade einmal dazu in der Lage, seine Botschaften auf eine Art und Weise zu übermitteln, die sich wie ein im Jahr 1961 geschalteter Werbespot von Frigidaire anhört, gepaart mit Zwischentönen der Grandiosität eines Superhelden aus einem Marvel Comic.

Der Präsident wird vielleicht Verständnis dafür aufbringen, dass die Einwohner eines Landes ohne Produktion keine Produkte konsumieren können, versteht in diesem Zuge allerdings nicht, dass es zu spät ist, um all die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder in jenem Ausmaß zurück in die Heimat zu verlagern, wie diese sich einst beobachten ließen als unser Präsident in den 1960iger Jahren noch ein junger Mann gewesen ist.

Trumps Antwort auf die Forderungen nach wirtschaftlichen Restrukturierungen – was die Sowjets einst als Perestroika bezeichneten, bevor deren Wirtschaft zusammenklappte – ist, einfach noch höhere Schulden aufzutürmen, was bedeutet, die Zukunft in einem noch höheren Ausmaß zu beleihen, um für den heutigen Verzehr von Hamburgern zu bezahlen.

Diese Herangehensweise fügt sich auf wunderbare Weise in die Phalanx der Bedürfnisse der Finanzgemeinde ein, an deren Spitze der unglückselige “Jay” Powell als Chef der Federal Reserve steht, der sich auf einer Mission zur Zerstörung des US-Dollars befindet, um das heimische Bankensystem und dessen Hilfstruppen an den Aktienmärkten „zu retten“.

Powell weiß sich sprichwörtlich nicht zu helfen, wenn man davon absieht, dass immer mehr US-Dollars „gedruckt“ werden, um die Aktienkurse - nichts anderes als symbolische Talismänner der theoretischen Wirtschaftslehre, die weniger und weniger damit zu tun haben, wie Menschen an der gesellschaftlichen Basis sich verhalten werden - zu stützen.

Es erweckt nicht den Eindruck, als würde die Fed die Wall Street und die Main Street hierdurch langfristig gerettet. Je länger Powell die Wall Street auf Kosten der Main Street aufpäppelt, desto mehr wächst die Gewissheit, dass dieses Verhalten gesellschaftliche Aufstände, die noch bei Weitem schlimmer werden könnten als alles, was wir bis hierher beobachtet haben, nährt.

Rückläufiger Handel in den Städten

Die zuletzt beobachtbaren Plünderungen und vorsätzlichen Brandstiftungen beschleunigen vor allem eines: Die Zerstörung von Kleinunternehmen. Allein in Minneapolis beläuft sich der aktuell bezifferte Schaden auf 100 Millionen US-Dollar. Die Dinge lagen schon vor dem Ausbruch von Covid-19 schwierig genug, doch was momentan beobachtbar ist, lässt darauf schließen, dass der Handel in vielen Städten nicht mehr auf die Beine kommen wird.

Aus der Perspektive von Städten und urbanen Zentren gibt es davon abgesehen jedoch nicht mehr allzu viele Aspekte, die deren weitere Existenz in ihrer jetzigen Formen rechtfertigen würden. Nicht nur, dass die Partei der Demokraten vollkommen dabei versagte, sich diesem Chaos entschlossen entgegenzustellen.

Vielmehr begünstigten die durch die Demokraten kontrollierten Städte und Gemeinden auch noch die anarchischen Zustände auf unseren Straßen, animierten dazu oder applaudierten gar noch. In der Zwischenzeit unterlief Herrn Trump im Zuge seiner jüngst abgehaltenen Massenveranstaltung in Tulsa der Kardinalfehler, sich mit der jüngsten Entwicklung an den Aktienmärkten zu brüsten.

Hat Trump noch immer nicht gelernt, um welch fadenscheinige Darstellung der Realität es sich hierbei handelt? Ganz offensichtlich ist dies nicht der Fall. Die Luft mag aus dieser aufgepumpten Rettungsboje in den nächsten Wochen entweichen. Trumps Aussichten auf einen Präsidentschaftswahlsieg werden im selben Atemzug in den Keller rauschen.

Dieses Ereignis wird just zu jenem Zeitpunkt stattfinden, zu dem unsere Nation dem dunklen Augenblick ausgesetzt sein wird, in welchem die zeitliche Aufschiebung hinsichtlich der Verpflichtung zu Schuldenrückzahlungen enden wird. Stellen Sie sich nur einmal bildlich vor, wie viele Hypotheken-, Fahrzeug- und Kleinunternehmerkredite dann im ganzen Land ausfällig werden, und auf welche Weise dieser Blitz in unserem heimischen Bankensystem einschlagen wird.

Ziviler und sozialer Kollaps vor dem 3. November?

Jeder Beobachter, der sich seines Gehirns bedient, ist sich darüber bewusst, dass einzig und allein die permanenten Manipulationen der Federal Reserve die Aktienmärkte am Leben erhalten haben. Es handelt sich um den einzigen Trick, den die Fed aus ihrem Hut zu zaubern in der Lage ist, von dem sich ihre Spitze gewiss ist, auf welche Weise er wirkt: Dauerhafte Gelderzeugung mittels elektronischem Tastenanschlag.

Dieses Missverhalten hat mittlerweile derart große Dimensionen erreicht, dass es in der Folge zu einem noch weitaus schlimmeren Wirtschafts-, Zivil- und Sozialzusammenbruch vor dem 3. November kommen könnte als ohnehin schon vorstellbar. Sollten die Aktienmärkte bis zu diesem Termin dennoch auf wundersame Weise ihre Niveaus halten können, würde sich eine Mehrheit unter jenen Amerikanern, die bis dahin ihre Häuser, Apartments, Fahrzeuge und Unternehmen einbüßt, nicht noch verbitterter gegenüber den Betrügereien der Eliten zeigen?

Könnte es nicht gar zur Bildung einer dritten Fraktion in einem verheerenden Bürgerkrieg, die sich gegen die „Erweckten“ aus dem Linksspektrum einerseits und der durch Donald Trump geführten Regierung anderseits richtet, kommen? Und was geschähe, wenn der magisch-dumme Zaubertrick der dauerhaften Gelderzeugung der Federal Reserve den inneren Wert des US-Dollars an sich zerstört? Es handelt sich alles andere als nur um Gedankenspielereien.

Vorsicht vor dem 4. Juli

Die Ereignisse vollziehen sich in einer Geschwindigkeit, der sich kaum mehr folgen lässt. Der Sommer hat begonnen, weshalb an dieser Stelle die Frage erlaubt sei, warum sich gerade zum jetzigen Zeitpunkt das zivile Chaos in Luft auflösen sollte? Die Hitze des Sommers ist immer schon eine Einladung zu einem rauen Verhalten auf den Straßen unseres Landes gewesen.

Haben sich Chuck Schumer und Nancy Pelosi an ihre Anhänger gewendet, um deren Gewalt zu beenden? Vielleicht habe ich es auch nicht mitbekommen. Was ich allerdings mitbekomme, ist, dass beide sich für eine Rückkehr zu jenen sich aus Covid-19 ableitenden Lockdown-Bedingungen aussprechen.

Ich denke, wir dürfen davon ausgehen, dass sich ohnehin kaum jemand daran halten würde, wenn die Temperaturen die Marke von 90 Grad Fahrenheit übersteigen (worüber sich die Demokraten sehr wahrscheinlich auch bewusst sind). In der Zwischenzeit setzt sich die Zerstörung der Kleinunternehmen, beruflichen Karrieren, Lebensstandards, der Privathaushalte und der Zukunft unseres Landes unbeirrt fort.

Und dann ist da noch die unheilvoll unbekannte Variable in den kommenden Tagen. Diese Variable nennt sich Tag des 4. Juli. Es fällt schwer sich vorzustellen, welcher Tag sich als ein noch treffenderes Zieldatum aus Sicht all jener, welche die Absicht verfolgen, die Dinge noch schlimmer zu machen als sie ohnehin schon sind, als dieses spezielle Datum erweisen würde.

Hey, es wurden gar schon Denkmäler zu Ehren von George Washington zerstört. Was bleibt noch alles übrig, um es dem Erdboden gleich zu machen?

„Was heißt das für mich konkret!?“

Bedienen Sie sich Maßnahmen, um Ihre eigene und individuelle Zukunft so gut wie möglich abzusichern. Verwenden Sie Ihre Energie darauf darüber nachzudenken, auf welche Weise sich anderen Menschen helfen ließe.

Unter Umständen verdienen Sie sich in diesem Zuge auch deren Vertrauen wie auch ihre Bereitschaft, sich gegenseitig auf vielerlei Weisen zu unterstützen. Denken Sie darüber nach, einen passenden Ort zu finden, an dem Sie leben möchten, und an dem die Herrschaft der Gesetze noch existiert.

Machen Sie sich darüber Gedanken, auf welche Weise Sie sich an eine Wirtschaft anpassen können, die kleiner wird. Beginnen Sie damit, sich über solche Dinge Gedanken zu machen. Das Potenzial ist aus Sicht von vielen Menschen groß, angesichts der lauernden zivilen und sozialen Unruhen diese Zeiten nicht gänzlich unbeschadet zu überstehen. Es gibt jedoch eine ganze Menge an Dingen, die sich dagegen unternehmen lassen.

Ihr James Howard Kunstler

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / The Daily Reckoning / Agora Publishing