Aus einer publizierten Erklärung des US-Transportministeriums geht hervor, dass chinesische Passagierfluglinien ab dem 16. Juni von amerikanischen Flughäfen gebannt werden. In der Erklärung des US-Transportministeriums heißt es wie folgt:

Unser übergeordnetes Ziel orientiert sich nicht an einer Verewigung dieser Situation. Vielmehr geht es um das Ziel einer Verbesserung des allgemeinen Umfelds, in dem Passagierfluglinien sich auf beiden Seiten dazu in der Lage sehen werden, ihre bilateralen Rechte in Gänze auszuüben. Sollte die Flugsicherheitsbehörde Chinas (Civil Aviation Administration of China) ihre strategischen Leitlinien entsprechend neu ausrichten, um eine notwendige Verbesserung der Situation aus Sicht von amerikanischen Passagierfluglinien herbeizuführen, so sieht sich das US-Transportministerium in jeder Hinsicht darauf vorbereitet, seine aktuell beschlossenen Maßnahmen zu überdenken.“

Es war die Nachrichtenagentur Reuters, die zuerst - mit Verweis auf Quellen in der US-Regierung - über die drohende Suspension von Passagierflügen unter chinesischen Airlines in die USA berichtet hatte. David Shepardson nahm inzwischen Bezug auf die offizielle Erklärung des US-Transportministeriums, die den vorgestern veröffentlichen Bericht von Reuters bestätigt.

   

Im Angesicht der massiv zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China berichtete Reuters, dass US-Präsident Donald Trump chinesische Fluglinien in einer weiteren Eskalationsphase ab Mitte Juni von amerikanischen Flughäfen bannen wird.

Die in den USA eingeleiteten Maßnahmen erfolgen in direkter Reaktion auf die Weigerung der Pekinger Behörden, US-Fluglinien eine Aufrechterhaltung ihrer Passagierflüge ins Reich der Mitte zu gestatten. Laut der Administration von US-Präsident Trump hätten es Pekinger Behörden amerikanischen Fluglinien nahezu unmöglich gemacht, in China zu operieren.

Chinas zivile Luftfahrtbehörde gab gestern bekannt, ausländischen Fluglinien ab dem 8. Juni wieder eine Steigerung ihrer Ankünfte in Festlandchina erlauben zu wollen. Die Ankündigung erfolgte nur rund einen halben Tag auf die Bekanntgabe der Trump-Administration.

China werde ausländischen Fluglinien die Möglichkeit einräumen, sich auf einer internen Liste verzeichnete Ankunft-Flughäfen in Festlandchina (37 an der Zahl) auszusuchen, um pro Woche jeweils einen dieser Ankunft-Flughäfen anzusteuern, und damit den eigenen Flugbetrieb unter stark eingeschränkten Bedingungen wieder aufnehmen zu können.

Folgende Bedingungen gelten hierbei: Falls Passagiere aus dem Ausland nach ihrer Ankunft in drei aufeinanderfolgenden Wochen negativ auf das neuen Coronavirus getestet werden, wird der jeweiligen Fluglinie das Recht eingeräumt, in Folge zusätzliche Ankunft-Flughäfen in Festlandchina anzusteuern.

Sollten fünf oder mehr Passagiere positiv auf das Virus getestet werden, wird der betreffenden Fluglinie die Auflage gemacht, ihre Flüge für eine Woche zu suspendieren. Ausländische Fluglinien bemängeln, dass Flüge nach China, die nur einmal pro Woche stattfinden, mit enorm hohen Sonderkosten, vor allem im Bereich der Unterbringung der Crews, einhergingen.

Aus Sicht amerikanischer Fluglinien dürften die Gesichter unter den Managements nach der Bekanntgabe der zivilen Luftfahrtbehörde Chinas recht lang gewesen sein, da United, Delta und American darauf gehofft hatten, ihren Flugbetrieb nach Festlandchina alsbald unter „normalen“ Bedingungen wieder aufnehmen zu können.

Diese Zusammenfassung für CK*Wirtschaftsfacts basiert auf einem Bericht auf der Seite des Finanzblogs Zerohedge, der inhaltlich durch Roman Baudzus ergänzt wurde.  

„Was heißt das für mich konkret!?“

Der sino-amerikanische Handelskrieg hat uns wieder. Nicht nur, dass die Volksrepublik ihren Zusagen aus dem Phase-1-Abkommen mit den USA nicht nachkommen wird, setzen sich auch die seitens der Vereinigten Staaten verhängten Restriktionen gegen China nahtlos fort. Je näher die Präsidentschaftswahlen in den USA rücken – insofern diese am auserkorenen Termin stattfinden und abgehalten werden – desto stärker dürften sich die Spannungen zwischen beiden Nationen intensivieren. Selbst eine Verhängung von Sonderzöllen auf alle aus China importierten Güter lässt sich aus Sicht der USA keineswegs ausschließen. Außen- und geopolitisch wird sich die Situation in der Welt zuspitzen. Die USA, die inzwischen auf massive innenpolitische Probleme blicken, dürften den Versuch unternehmen, den Handels- und Technologiekrieg mit China auf die Spitze zu treiben, um China nicht nur immer stärker in eine Ecke zu bugsieren, sondern auch von eigenen innenpolitischen Problemen abzulenken.