Es muss schön sein, Wladimir Putin – und somit die mächtigste Person der Welt – zu sein. Diese Ansicht muss nicht nur aus persönlichem Blickwinkel gelten. Immerhin weisen auch die Demokratische Partei samt westlichen Konzern- und Fake-News-Medien, die CIA und das FBI auf diese Tatsache hin. Russlands Medien brauchen sich indes nicht im Angesicht der Machtfülle Putins zu brüsten.

Megyn Kelly, westliche Konzernmedien und westliche Staatsführer füllen diese Rolle anstelle Russlands bereits vollumfänglich aus: Putin ist derart machtvoll, dass er sich dazu in der Lage sieht, eine Person seiner Wahl im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu platzieren.

Wofür gibt es eigentlich die US-Geheimdienste?

Aus meiner Sicht lässt sich dazu nur Wow sagen! Was für eine Machtfülle! Wir Amerikaner spielen dieses Spiel nicht mehr wie gewohnt. Vielmehr erweisen sich die Vereinigten Staaten, trotz eines massiven Geheimdienstbudgets und dem Unterhalt von 16 voneinander separierten Geheimdiensten – zuzüglich jener von Amerikas NATO-Vasallen – als nicht ernst zu nehmender Gegner für Wladimir Putin.

Ist das wirklich so?! Wofür gibt es dann eigentlich die CIA? Und wofür leisten wir uns als Staat die Abhörbehörde NSA? Und wozu erweisen sich die restlichen Geheimdienste als dienlich? Amerika würde es gewiss besser zu Gesicht stehen, diese inkompetenten, jedoch finanziell sehr teuren „Geheimdienstorganisationen“ ein für allemal abzuwickeln, um die eingesparten Finanzmittel in Form einer Bestechungszahlung an Putin zu leisten, damit dieser nicht darüber bestimmt, wer Präsident in unserem Land wird.

Vielleicht sollte die CIA einen Kniefall machen, um Putin anzubetteln, in der Zukunft nicht mehr über die Wahl des Präsidenten in den USA zu bestimmen. Meine Güte, wie demütigend. Ich kann das kaum glauben. Bislang saß ich der Überzeugung auf, dass es sich im Fall unseres Landes um „die einzig verbliebene Supermacht – die unentbehrliche Nation – in der Welt“ handele.

Die USA in ganz trübem Licht

Doch es erweckt bei Licht besehen viel mehr den Anschein, als ob wir überhaupt nichts mehr bestimmen würden, während unser Land durch den russischen Präsidenten regiert wird. Als die Demokratische Partei, die CIA und westliche Konzernmedien die Entscheidung trafen, ihre PR-Kampagne gegen Donald Trump zu starten, machten sie sich keinerlei Gedanken darüber, in welches Licht diese Kampagne die USA in der Welt rücken würde – Amerikas Demokratie in die Taschen Putins steckend.

Haben diese Institutionen eigentlich einmal nachgedacht? Nein, gewiss nicht. Inzwischen ist mehr als offensichtlich geworden, dass diese Institutionen darauf fixiert gewesen sind, sicher zu stellen, dass Trump keine Gefahr für die massiven Budgets des militärisch-industriellen Komplexes unseres Landes darstellen würde. Aus diesem Grunde musste eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Russland mit allen Mitteln verhindert werden.

Fehlende Weitsicht für kurzfristige Gewinne

Es gibt indes keinerlei Anzeichen dafür, dass Amerikas politische Führung in auch nur irgendeinem Bereich dazu fähig wäre, tragfähige Entscheidungen zu treffen. Berücksichtigen Sie in diesem Kontext nur die Entwicklungen an der Wall Street und innerhalb von Amerikas Konzernführungen. Um die Aktienkurse zu inflationieren, zwang die Wall Street alle großen Unternehmen unseres Landes dazu, deren Heimatland den Rücken zu kehren.

In diesem Zuge wurde diesen Unternehmen zur Auflage gemacht, deren Produktion von Gütern und Dienstleistungen ins überseeische Ausland zu verlagern. Amerika Wirtschaft wurde ans Ausland ausverkauft, wo die Kosten für Arbeitskräfte und regulatorische Auflagen weit niedriger ausfielen.

Die niedrigeren Kosten führten zu einer Steigerung der Gewinne und Aktienkurse der Firmen in unserer Heimat. An der Wall Street wurden gegen solche Pläne resistente Unternehmen mittels einer Androhung von Übernahmen in Schach gehalten, falls deren Managements sich nicht dazu bereit erklären würden, deren Produktion ins Ausland zu verlagern, um in diesem Zuge die eigene Gewinnbasis zu erhöhen.

Weder die Wall Street noch die Unternehmensmanagements erwiesen sich als weise genug, um zu verstehen, dass die anhaltende Auslagerung von Arbeitsplätzen sich auf die Situation der heimischen Einkommensentwicklung und Kaufkraft äußerst negativ auswirken würde. In anderen Worten ausgedrückt, erwiesen sich die Führungen in unserem heimischen Finanz- und Unternehmenswesen als zu dämlich, um vorherzusehen, dass Amerikas Konsumenten ohne einen Beitrag von hochbezahlten und hochproduktiven Jobs in den USA nicht mehr über ein frei verfügbares Einkommen verfügen würden, um auch in der Zukunft als Treiber unserer Ökonomie zu fungieren.

Dramatisches Versagen auf allen Ebenen

Die Federal Reserve machte dieselben Fehler wie die Wall Street. Um diese begangenen Fehler zu rechtfertigen, weitete die Fed die Krediterhältlichkeit massiv aus, was zu einem drastischen Anstieg der privaten Konsumverschuldung führte, um unsere Wirtschaft in der Heimat auf Basis von reinen Kredit- und Darlehenskäufen am Laufen zu halten.

Wie dem auch sei, wenn die private Konsumverschuldung in Relation zu den Einkommen erst einmal hoch ist, schwindet die anfängliche Fähigkeit, mehr Produkte, Waren, Güter und Dienstleistungen jedweder Art auf Kredit zu erwerben, im Zeitablauf. Eine Kreditexpansion erweist sich demnach also alles andere als eine permanente Lösung in Bezug auf den Mangel eines ausreichenden Einkommenswachstums.

Ein Land, dessen Finanz- und Unternehmensführung sich als zu dämlich erweist, um zu verstehen, dass eine Erwerbsbevölkerung, die mehr und mehr in den Bereichen der Teilzeitbeschäftigung und Mindestlohnjobs angestellt ist, über keine entsprechende Kaufkraft verfügt, blickt auf ein Land, dessen politische und wirtschaftliche Führung auf dramatische Weise versagt hat.

Offizielle Arbeitsmarktdaten sind blanker Nonsens

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, die eigenen Gewinne mittels der Auslagerung von Jobs ins überseeische Ausland zu steigern, ohne gleichzeitig auch die amerikanischen Konsumeinkommen ins überseeische Ausland auszulagern. Aus diesem Grund erweisen sich die aus solchen Geschäften generierten Gewinne als temporär.

Wenn erst einmal eine kritische Anzahl von Jobs ins überseeische Ausland verlagert worden ist, während die aggregierte Nachfrage am Stagnieren ist, gerät auch der Heimatmarkt in eine Stagnation, um daraufhin in eine Schrumpfung überzugehen. Wie ich in den vergangenen Jahren so oft demonstriert habe – wie dies auch John Williams von shadowstats.com tat –, erweisen sich die offiziell durch das U.S. Bureau of Labor Statistics zu den Arbeitsmärkten der USA publizierten Berichte als blanker Nonsens.

Jene Jobs, die im Zuge der wirtschaftlichen „Erholung“ seit Juni 2009 geschaffen wurden, finden sich größtenteils sowohl im Niedriglohnsektor als auch relativ schlecht bezahlten Dienstleistungsbereich. Hinzu kommt, dass die offiziellen Daten auf Basis des Geburten- und Sterbemodells berechnet werden, was sich in der Praxis als blanker, theoretischer Unsinn erweist.

Die US-Steuerzahler sollen blechen

Die angebliche Wirtschaftserholung von der zwischen den Jahren 2007 bis 2009 wütenden Finanzkrise erweist sich als erste Wirtschaftserholung in der Historie unseres Landes, in der die Erwerbsbevölkerungsquote massiv abnahm. Erwerbsbevölkerungsquoten nehmen jedoch nur dann ab, wenn die Wirtschaft nicht über ausreichend viele Jobofferten verfügt – und nicht wenn die Aussicht auf den Erhalt eines Arbeitsplatzes am Wachsen ist.

Was wir über die Schaffung von Jobs in den USA wissen, ist, dass ein großer Anteil dieser Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor und Mindestlohnbereich zu finden ist. Unter Bezugnahme auf einen jüngsten Bericht in gängigen Konzernmedien, dessen Wahrheitsgehalt in Frage steht, gibt es in den gesamten Vereinigten Staaten nur 12 Bezirke, in denen eine Person, die über ein Mindestlohngehalt verfügt, sich die Anmietung einer 1-Zimmer-Wohnung finanziell leisten könne.

Auf diesen Bericht Bezug nehmend, unterbreitete ein Professor an der Virginia Tech Universität den Vorschlag, dass unsere Regierung wachsende Mietsubventionen offerieren solle, um staatliche Programme wie den National Housing Trust Fund auszuweiten, die in finanziell erschwingliche Häusermarktprojekte investieren.

Amerikas Steuerzahlern werden nun also die Kosten übergestülpt, die sich aus der Verwüstung der amerikanischen Arbeitnehmerbelegschaft durch unsere heimischen Konzerne ableiten. All jene Amerikaner, die noch immer auf den Bezug von Mittelklasseeinkommen blicken, werden bis über beide Ohren mit Steuern belegt, um für den Verlust jener Einkommen finanziell gerade zu stehen, die sich aus der anhaltenden Auslagerung der Produktion und Arbeitsplätzen aus den USA ins überseeische Ausland ableiten.

Subventionen sollen Systemkollaps verhindern

Unser aktuelles kapitalistisches System hat einen Zustand erreicht, in welchem es nicht mehr länger ohne staatliche Subventionen überleben kann. Ein großer Teil der durch kapitalistische Konzerne erwirtschafteten Gewinne leitet sich aus deren politischen und justizrechtlichen Fähigkeit ab, deren Produktionskosten auf außenstehende Drittparteien abzuwälzen.

Unser aktuelles kapitalistisches System generiert also nur noch Geld und Gewinne, weil es seine Kosten für Produktion und umweltrechtliche Auflagen auf außenstehende Drittparteien abzuwälzen in der Lage sieht, die nicht an deren Gewinngenerierung profitieren. Ich habe in der Vergangenheit viele Beispiele hierfür angeführt und möchte mich hier nicht wiederhole.  

Diese Kostenauslagerung hat nun ein Niveau erreicht, das zu einem finanziellen Armageddon in der Heimat führen wird. Es gibt Bestrebungen, Präsident Trump seines Amtes zu entheben, um unseren stellvertretenden Kriegstreiberpräsidenten Pence in dessen Amt zu befördern.

Die Profitgier des militärisch-industriellen Komplexes

Da Trump seinen gesamten Präsidentschaftswahlkampf auf einer Restauration der bilateralen Beziehungen zu Russland aufbaute, würde ein Scheitern solcher Versuche zur Reduzierung der Spannung zwischen unseren beiden Ländern die jüngste Schlussfolgerung des russischen Militäroberkommandos wiederbeleben, laut der Washington einen Erstatomschlag gegen Russland plant.

Dies ist ein gewaltiges Risiko, dem unser gesamter Erdball ins Auge blickt, und der sich aus der unbändigen Profitgier des militärisch-industriellen Komplexes unsers Landes ableitet. Um es mit anderen Worten auszudrücken, gibt es nur noch ein vernünftiges Argument für den Fortbestand der Vereinigten Staaten von Amerika. Es geht nur noch um eine Bedienung der hochstrebenden Interessen des militärisch-industriellen Komplexes unseres Landes – und diese Interessen setzen den Bestand eines mächtigen Feindes voraus, egal, ob dieser Feind real oder rein orchestriert ist.

Der ehemalige CIA-Offizielle John Stockwell schrieb: „Die Funktion der CIA leitet sich allein daraus ab, die Welt in einem instabilen Zustand verharren zu lassen. Gleichzeitig werden Amerikas Bürger mit Propaganda überschüttet, um die Amerikaner darin zu schulen, einen mächtigen Feind im Äußeren zu hassen. Das politische Establishment sieht sich in der Folge also dazu in der Lage, seine Ausgaben für Waffenlieferungen dauerhaft zu steigern.“

Globalismus, wie er sich vor all unserer Augen abspielt, die Auspressung der Arbeitnehmer in den westlichen Industrie- als auch Schwellenländern, die weltweite Finanzialisierung unseres Wirtschaftswesens und die Zerfledderung der heimischen Konsumeinkommen zugunsten von Zins- und Gebühreneinnahmen der Banken, haben die US-Wirtschaft zerstört.

Krieg als letzte Antwort

Die Gesellschaft der unbegrenzten Möglichkeiten hat sich in Luft aufgelöst. Kinder blicken auf ärmere ökonomische Aussichten als deren Eltern. Die Auslagerung der Produktion ins überseeische Ausland – wie auch die anhaltende Auslagerung von IT- und Software-Jobs – hat das Wachstum unserer aggregierten Nachfrage in den USA zerstört.

Die Kreditexpansion der Federal Reserve erwies sich lediglich als temporäre Unterstützung in diesem voranschreitenden Prozess. Ehedem prosperierende Wirtschaftssektoren liegen nun in Scherben. Die Pensions- und Staatsbudgets befinden sich in einem Kollapszustand. Wer eine Universität besucht hat, wird längst verstanden haben, dass diese Art der Ausbildung keinen Anspruch auf Erhalt eines Jobs mehr bietet.

Wer heute nicht über Vitamin B und gewisse Beziehungen verfügt, wird es schwer haben, seinen Eintritt in dieses System zu finden. Solche Zustände sind uns bestens bekannt aus aristokratischen Systemen. Die enorm hohe Konzentration von Einkommen und Vermögen hat unser demokratisches System ausgehöhlt. Unsere Regierung sieht sich nur noch den Wohlhabenden unseres Landes verpflichtet.

Amerikas politische und unternehmerische Führungen haben nicht nur das Image der US-Souveränität zerstört, indem Amerikas Demokratie in die Taschen Putins gesteckt worden ist, sondern hat auch die einst prosperierende US-Wirtschaft kaputt gemacht, die einst einmal in der ganzen Welt bewundert wurde.

Wo finden Amerikaner heute noch echte Führung? Gewiss nicht unter den Protagonisten der Demokratischen Partei. Und gewiss auch nicht unter den Protagonisten der Republikanischen Partei. Auch nicht in den Konzernmedien – und schon gar nicht innerhalb der Wirtschafts- und Geschäftselite.

Wie wollen die USA also zukünftig mit China und Russland konkurrieren, zwei Staaten, die momentan auf eine recht gute Führung blicken? Ist der Ausbruch eines Krieges die einzige Antwort auf diese Frage?

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2017 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy

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