Innerhalb der Matrix, in der die Amerikaner leben, liegt nichts von dem, was sich an diversen Ereignissen an den Märkten und in der Gesellschaft beobachten lässt, jemals in deren eigenen Verantwortungsbereich. Blicken wir zum Beispiel nur auf den jüngsten Kursrückgang an den amerikanischen Aktienmärkten, der natürlich nicht aufgrund von Jahren einer zu exzessiven Versorgung mit Liquidität durch die Federal Reserve ausgelöst wurde. Die Fed hat eine solch schlimme Blase aufgepumpt, dass nur sechs Titel, von denen manche in Relation zu deren Kursen nicht die entsprechenden Gewinne erzielen, für mehr als die Hälfte des Anstiegs der Marktkapitalisierung unter den im S&P 500 gelisteten Konzernen vor Beginn des Abverkaufs verantwortlich zeichneten.  

Innerhalb unserer existierenden Matrix basiert der jüngste Rücklauf an den Aktienmärkten nicht auf der Nutzung der Gewinne – und gar einer stetigen Erhöhung der Schuldenaufnahme – unter Konzernen und Unternehmen zum Rückkauf von deren eigenen Aktien, wodurch der börsengelistete Konzernsektor eine künstliche Nachfrage nach den eigenen Aktien schafft.

Rücklauf an heimischen Aktienmärkten

Der jüngste Rücklauf an den heimischen Aktienmärkten basiert auch nicht auf den jüngst bekannt gegebenen Daten zu den monatlich berechneten Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter, die auf Jahresbasis nun bereits den sechsten Monat in Folge gesunken sind. 

Der Rücklauf an den Aktienmärkten basiert auch nicht auf einer schwachen Wirtschaft, die sich nach einer Dekade der angeblichen „Erholung“ mit der Tatsache konfrontiert sieht, dass die Neubauverkäufe sowie Absätze bestehender Häuser an den US-Immobilienmärkten nach wie vor 63% respektive 23% unterhalb von deren im Juli 2005 ausgebildeten Hochs notieren.

Der Rücklauf an den Aktienmärkten leitet sich auch nicht aus dem sich fortsetzenden Kollaps der realen Durchschnittseinkommen unter amerikanischen Familien ab. Hier dreht sich alles um die Verbrauchernachfrage, die im Angesicht von zwei Dekaden der Auslagerung von Mittelklassejobs nach Asien und Lateinamerika, die in der Heimat wiederum durch eine große Menge an Teilzeitstellen ohne Sozialabsicherung bei Walmart & Co. ersetzt wurden, hart getroffen wurde. Viele Menschen erzielen nicht genügend Einkommen, um eine Familie zu gründen.  

Nein, keine dieser Tatsachen kann für die Lage an den Aktienmärkten verantwortlich gemacht werden. Vielmehr ist China schuld an dem jüngst erfolgten Einbruch an den Aktienmärkten. Was hat China eigentlich auf dem Kerbholz? China wird bezichtigt, die eigene Währung um einen bislang überschaubaren Prozentsatz abgewertet zu haben.

Warum sollte diese bislang geringfügige Anpassung des Wechselkurswerts des Yuans gegenüber dem US-Dollar zu Rückläufen an den amerikanischen und europäischen Aktienmärkten führen? Es wäre nicht der Fall. Doch Fakten und Tatsachen interessieren in unserer westlichen Hemisphäre – und unter den Main Stream Medien – niemanden mehr.

Kopplung Yuan an US-Dollar

Insbesondere die Medien verbreiten Propaganda, um wirtschaftlich zu überleben. Darüber hinaus lässt sich im Hinblick auf den Yuan nicht von einer Abwertung sprechen. Als China seinen Transformationsweg vom Kommunismus zum Kapitalismus einschlug, koppelte China seine heimische Währung an den US-Dollar, um zu demonstrieren, dass der Yuan ebenso gut ist wie die Weltreservewährung. 

Im Laufe der Zeit China erlaubte die Pekinger Führung dem Yuan, stetig gegenüber dem US-Dollar aufzuwerten. Zum Beispiel waren 8,1 chinesische Yuan im Jahr 2006 einen US-Dollar wert. Erst vor Kurzem wurden 6,1 bis 6,2 chinesische Yuan vor der angeblichen „Abwertung“ von Chinas Landeswährung für einen US-Dollar bezahlt.

Nachdem die Pekinger Staatsführung die jüngst bekannt gegebene Anpassung im Hinblick auf das Wechselkursband zwischen dem Yuan und dem US-Dollar bekannt gab, werden 6,4 Yuan nun zu einem US-Dollar gehandelt. Hieraus wird ersichtlich, dass die vollzogene Anpassung von 6,1 bis 6,2 auf 6,4 Yuan pro US-Dollar gewiss nicht zu dem erfolgten Einbruch an den amerikanischen und europäischen Aktienmärkten geführt hat.

Ferner hat die vorgenommene Anpassung im Zielband der Wechselkursrate zwischen dem Yuan und dem US-Dollar nicht zu einer Abwertung von Chinas Landeswährung im Hinblick auf die nicht in den Vereinigten Staaten ansässigen Handelspartner Chinas geführt.

QE-Gelddruckorgien der Bank of Japan und EZB

Was tatsächlich passierte, und was die Pekinger Staatsführung korrigierte, ist die Tatsache, dass als eines der Resultate aus den QE-Gelddruckorgien der Bank of Japan und der Europäischen Zentralbank eine stetige Aufwertung des US-Dollars gegenüber den meisten anderen Papierwährungen hervorging. 

Da Chinas Yuan an die Entwicklung des US-Dollars gekoppelt ist, wertete Chinas Währung gegenüber Pekings internationalen Handelspartnern sowohl auf dem asiatischen als auch auf dem europäischen Kontinent beständig auf. Diese Aufwertung von Chinas Landeswährung (dank deren Kopplung an den US-Dollar) erwies sich für Chinas Exportwirtschaft in Zeiten eines  weltweit rückläufigen Wachstums nicht gerade als gute Sache.

Warum hat uns die westliche Finanzpresse nicht über solche Tatbestände aufgeklärt?

China hatte das Wechselkursband im Hinblick auf die Kopplung des Yuan an den US-Dollar kaum geändert, um die sukzessive Aufwertung des Yuan gegenüber den Währungen der anderen Handelspartner umzukehren. Warum hat uns die westliche Finanzpresse nicht über solche Tatbestände aufgeklärt? Ist die westliche Finanzpresse derart inkompetent, dass deren Betreiber von jenen Dingen keine Ahnung haben?

Die Antwort lautet Ja. Oder ist es einfach nur Amerika selbst, das für nichts verantwortlich gemacht werden möchte, was möglicherweise in der Welt schief geht. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Wer, wir? Wir sind unschuldig! Es waren die verdammten Chinesen! Sehen wir uns zum Beispiel nur die Horden von Flüchtlingen auf der Welt, die sich aus Amerikas Invasionen und Bombardierungen von sieben Staaten dieser Erde herleiten, an.

Eben jene Flüchtlingswellen überrennen nun den europäischen Kontinent. Das immense Einsickern von Menschen, verursacht durch Amerikas massives Abschlachten der Bevölkerungen von sieben Staaten dieser Erde – und durch die Europäer wissentlich gedeckt – verursacht politische Bestürzung in Europa, was zu einem Revival von einer Reihe von Parteien führt, die dem Spektrum Rechtsaußen zuzuordnen sind.

Merkel appeliert an Mitgefühl

Vor einigen Tagen schimpften Neonazis zum Beispiel die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nieder, die versuchte, eine Rede zu halten, um für Mitgefühl mit den in Deutschland ankommenden Flüchtlingen aus aller Welt zu werben. Doch natürlich ist Merkel selbst mit verantwortlich für das Flüchtlingsproblem, das den europäischen Kontinent destabilisiert.

Ohne Deutschland als Washingtons zweitklassigem Vasallenstaat, einer nicht vorhandenen staatlichen Souveränität, der Tatsache, dass Deutschland ein Nicht-Land und bloßer Vasall ist, einem wichtigen Außenposten des Empires, der von Washington aus regiert wird, könnte Amerika nicht seine illegalen Kriege in der Welt führen, durch die diese Flüchtlingshorden überhaupt erst entstehen.

Europa auf sehr dünnem Eis

Folge ist, dass sich Europas Fähigkeit, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, auf sehr dünnem Eis bewegt, während die Akzeptanz unter Lokalbevölkerungen des Kontinents abnimmt. Ende vom Lied ist ein Wiedererstarken von rechten Neonaziparteien und -bewegungen. Die korrupte amerikanische und europäische Presselandschaft präsentiert ihren Lesern das Flüchtlingsproblem auf eine Weise, als ob es nichts mit Amerikas in sieben Staaten dieser Erde verübten Kriegsverbrechen zu tun hätte.

Worauf ich hinaus möchte, ist die Frage, weswegen Menschen ihr Heimatland verlassen sollten, wenn Amerika diesen Staaten „Freiheit“ und „Demokratie“ brächte? Nirgendwo in den westlichen Medien – mit Ausnahme von einigen alternativen Medienwebseiten – findet sich auch nur eine Unze von Integrität. Die westlichen Medien fungieren vielmehr als „Wahrheitsministerium“, das 24 Stunden am Tag operiert, um die Matrix, in der die meisten Westler leben, künstlich aufrechtzuerhalten.

Es ist eben jene Matrix, in der die meisten Westler ohne wesentliche Dinge zu hinterfragen, leben. Berücksichtigt man die Unfähigkeit und Untätigkeit, könnte man fast den Eindruck gewinnen, als ob Menschen im Westen ebenfalls nicht existieren. Resultat wird sein, dass noch eine ganze Menge mehr über deren hirngewaschenen Köpfen zusammenbrechen wird als nur die Kurse an den Aktienmärkten.


Gastbeitrag für CK*wirtschaftsfacts / © 2015 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy

Beitrag senden Beitrag drucken