Investieren oder Spekulieren? Diese Frage gilt es immer wieder neu zu erörtern. Während der Sekundenhandel computergesteuerter Systeme noch vor zehn Jahren mit der Begründung steigender Marktliquidität und damit sich verengender Geld-Brief-Spannen begründet wurde, so hat sich mittlerweile die Meinung bekräftigt, dass solche Handelssysteme den Börsenteilnehmern eigentlich nur wenig Nutzen bringen. Während Software-Programme in Millisekunden Kurse stellen und wieder zurückziehen, um andere Marktteilnehmer mit vermeintlichen Kursausbrüchen zu täuschen, machen die Betreiber dieser Systeme ein Vermögen. Immerhin wurde durch den Gesetzgeber jetzt eine erste Verschärfung vorangebracht, wonach beispielsweise (immer noch sehr kurze) Mindesthaltefristen für die gestellten Kurse vorgeschrieben sind.


Auch der Handel mit Lebensmitteln ist aus unserer Sicht fragwürdig. Der Terminhandel stellt etwa für Viehzüchter oder Erntebauern eine gute Absicherungsmöglichkeit gegen unvorhersehbare Widrigkeiten oder Ernteausfälle dar. Dennoch agieren hier immer noch eine Vielzahl von Banken, Hedge Fonds sowie Börsenbriefe als Spekulanten, die auf Kosten der Weltbevölkerung zum Handel in Kaffee, Zucker, Schweinehälften oder ähnlichem aufrufen. Doch es gibt mittlerweile erste Tendenzen, wonach einige Banken und Produktgeber sich freiwillig aus diesen Handelssegmenten zurückziehen wollen. Schließlich gibt es ja eine Vielzahl anderer Anlage- und Spekulationsmöglichkeiten an den Börsen. Wieso muss man dann ausgerechnet mit Terminkäufen auf Lebensmitteln den Hungernden der Welt das Essen noch verteuern? Dies ist schon äußerst grenzwertig.


Auch im Goldhandel ist es immer wieder interessant zu erfahren, wer eigentlich hinter gehebelten Terminmarktpositionen steht. Im vierten Quartal 2012 hatten beispielsweise die US-amerikanischen Geschäftsbanken insgesamt Finanzderivate im Nominalwert von 223,2 Billionen USD gehalten. JP Morgan konnte dabei mit 31% den Spitzenplatz für sich vereinnahmen und hatte zum Jahresende Goldderivate im Gegenwert von fast 97 Mrd. USD in den Büchern. Hier ist im Vergleich zum Vorquartal ein Rückgang von gut 20% zu verzeichnen. Jedoch stellt sich insgesamt die Frage, ob man solche Wetten nicht begrenzen sollte, um die Preismacht eines Einzelnen oder einiger Weniger zu vermeiden.


Erinnert sei hier etwa an die milliardenschweren Gebrüder Hunt, die den Silberpreis vor etwa 30 Jahren über ihre Marktmacht explodieren ließen. Nelson Bunker Hunt und seine Brüder William begannen 1974 mit Silberkäufen. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt analysiert, dass der Silbermarkt im Vergleich zu anderen Märkten sehr eng und damit wenig liquide war und man so mit relativ wenig Geld den Markt in die gewünschte Richtung „drücken“ konnte. Dies gelang ihnen auch, indem der Silberpreis von anfangs 3,20 USD/oz bis auf 50 USD/oz anstieg! Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten sie etwa 50% des US-Silbermarktes sowie 15% der weltweiten Silberbestände. Jedoch bedeutete die starke Marktposition über Silberbestände und Terminkontrakte auch, dass man solche Positionen nicht einfach verkaufen kann. Durch den steigenden Silberpreis wurde das Angebot über die Silberminenproduktion sowie Einschmelzungen stetig erhöht. Viele kluge Investoren stiegen über Gewinnmitnahmen aus dem Markt aus und erzeugten weiteren Verkaufsdruck. Die Hunts hatten sich damit selbst eine Schlinge um den Hals gelegt, da sie den Silberpreis mit immer weiteren Käufen stabilisieren mussten. Dies scheiterte letztlich am knapp werdenden Geld und auch an den Margins (Sicherheitsleistungen) der Derivatebörsen, die diese wie auch die Handelsausgaben erhöhten. Die Gebrüder Hunt mussten ihre Positionen mit hohen Verlusten veräußern und von der Fed einen Kredit von 1,1 Mrd. USD in Anspruch nehmen. Zudem wurden sie mit weiteren Klagen überzogen und gerichtlich verurteilt.


Zwar wünscht man allen Börsenteilnehmern ein glückliches Händchen, doch die Beispiele zeigen, wie schnell Gier, die Ausnutzung von Marktmonopolen oder fragliche moralische Vorstellungen an den Börsen aufkommen. Möglicherweise könnte hier das Hinterfragen der eigenen Werte manche Investoren wieder auf den Pfad der Tugend zurückführen.

Herzlichst,

Ihr Dirk Müller und das Team von Cashkurs*Gold

Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kleinen Auszug der umfassenden Aktienanalyse von Silver Standard Resources, die ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Gold ist.

Silver Standard Resources – Mega Projekte im Silberbereich

Silver Standard ist einer der größten reinrassigen Silberproduzenten. Das Unternehmen verfügt bereits über eine Pipeline von 15 Projekten in Argentinien, Peru, Mexiko, Kanada, Chile und in den USA, möchte aber durch Exploration sowie Übernahmen weiter wachsen. Das Weltklasseprojekt der Pirquitas Mine in Argentinien, die seit Dezember 2009 produziert, gehört zu den größten Silberminen der Welt, die im Übertagebau betrieben werden. Noch in der Entwicklungsphase befinden sich die beiden Paradeprojekte San Luis in Peru sowie Pitarrilla in Mexiko.


Die in Vancouver, Kanada ansässige und 1946 gegründete Silver Standard ist an der TSX in Toronto (Symbol SSO), der Nasdaq in den USA (Symbol SSRI) sowie in Deutschland notiert. Aufgrund des besseren Volumens sollten Anleger an den Börsenplätzen in Kanada oder der USA kaufen.

Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen geben, das ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Gold ist.

NUR BARES IST WAHRES

Einmal mehr muss man sich wundern, welche irrwitzigen oder eher erschütternden Maßnahmen zur Bekämpfung der Krisen angewandt werden. Die USA sind über die Schuldenbremse zum willkürlichen Sparen gezwungen, während Japan eine unglaubliche letzte Rettungsaktion zur Stärkung der heimischen Wirtschaft vornimmt. Hinzu kommt China, das weiter mit zweideutigen Signalen zur Wirtschaftsleistung aufwartet. Selbst die Europäische Union bekleckert sich nicht mit Ruhm, wenn sie Sparer in Zypern zu Zwangsabgaben verdonnert. Das Vertrauen in die Politik und die Währungen sinkt. Bankenruns sind keine Utopie mehr. In vielen Staaten wie Schweden oder Italien wird der Bargeldverkehr immer weiter einschränkt. Somit gibt es kaum mehr Alternativen, sein Geld zu schützen oder vor staatlichen Zugriffen abzuschirmen. Bankkonten, Wertpapierdepots sowie Grundbücher sind für die Finanzbehörden gläsern und angesichts der unglaublichen Staatsverschuldungen auf der Welt ist es wohl nicht mehr ausgeschlossen, dass Vermögenswerte pauschal von den Staaten besteuert werden. Gold erscheint hier noch als Alternative zur Vermögenssicherung, sofern es nicht in Depots registriert ist.


Gold bleibt daher sehr attraktiv, auch wenn uns von vielen Seiten das Gegenteil eingeredet wird. Die meisten Analysten sehen tiefere Kursziele, während einige wenige Goldbullen Notierungen von teilweise mehr als 3.000 USD/oz ausrufen. Gold wird weiter von den Zentralbanken und vor allem in China gesucht. Einige US-Bundesstaaten diskutieren schon die Anerkennung des gelben Metalls als Zahlungsmittel, während über die Besserstellung von
Goldbeständen bei Banken zur Ermittlung der Eigenkapitalrelationen diskutiert wird. China und die Türkei nutzen Gold zur Bezahlung iranischen Öls (das sonst in USD bezahlt werden muss).

Wie die Zahlen und Bilanz von Silver Standard Resources aussehen, welche weiteren Unternehmen wir unter die Lupe genommen haben und wie das aktuelle Marktgeschehen sich beschreiben lässt, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs*Gold.

Alle weiteren wichtigen Informationen zur aktuellen Ausgabe und die dazugehörigen spannenden Aktienanalysen finden Sie im bereits erschienen Cashkurs*Gold Börsenbrief.

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