Liebe Leserinnen und Leser,

die Bundestagswahlen sind gelaufen und Angela Merkel ging als überragende Siegerin vom Feld. Warten wir mal ab, wie viele der Wahlversprechen letztlich umgesetzt werden. Darüber hinaus dürfen wir gespannt sein, welche Dinge noch unter dem Tisch gehalten wurden, die nun „überraschenderweise“ wieder aktuell sind, wie etwa ein neuerlicher Schuldenschnitt in Griechenland.

Die Halbwertszeit der verschiedenen „Experten“-Aussagen zur weiteren Goldpreisentwicklung ist derzeit etwa genauso lang oder besser kurz wie die meisten Äußerungen in der Politik.

Noch Ende Juni wurde in einem großen Wirtschaftsmagazin das Ende der Goldhausse ausgerufen. Sinngemäß hieß es: „Verkaufen Sie all Ihr Gold – und investieren Sie lieber in Anleihen ...“ Das war etwa in der Nähe des Mehrjahrestiefs bei 1.180 USD/oz. Wir hatten schon damals darauf hingewiesen, dass Sie sich bitte nicht von dieser emotionalen und wenig fundierten Berichterstattung täuschen lassen. Danach konnte sich das gelbe Metall wieder deutlich erholen und stieg schnell bis auf über 1.430 USD/oz. Und siehe da, was schrieb das gleiche Magazin dann Anfang September: „Nach dem Crash zeichnet sich beim Goldpreis die Trendwende ab. Der langfristige Bullenmarkt setzt sich fort. Als Vermögensschutz bleibt Gold unverzichtbar. Die wichtigsten Goldmärkte sind mittlerweile Indien und China.“

Nachdem die Trendwende bisher doch nicht eingetreten ist, dürfen wir sicher bald wieder das Gegenteil lesen und hören. Sie merken worauf wir hinauswollen? Es hat wenig Sinn, sich täglich mit neuen Wasserstandsmeldungen verrückt zu machen. Bleiben Sie entspannt und nutzen Sie die Rücksetzer zum Zukauf. Die Abwärtsrisiken sind derzeit deutlich geringer als noch nahe am Allzeithoch bei 1.900 USD/oz. Im Zweifel können Sie Ihre Bestände ja absichern, was wir auf diesem Niveau aber bisher noch nicht getan haben. Lediglich bei den deutlich volatileren Minen war nach den starken Anstiegen von meist über 60% eine Korrektur zu erwarten, weshalb wir den Put-Optionsschein ins Depot genommen haben. Auf den aktuellen Niveaus ist es sinnvoll, erste Käufe wieder zu tätigen.

Auch die „Goldmänner“ sind wieder aktiv und sehen in ihrer neuesten Einschätzung weiter fallende Goldpreise. Als Begründung kommen aber lediglich die Standardargumente, wie wir sie schon seit Jahren hören. Die Fed wird auf die Bremse treten, die US-Wirtschaft entwickelt sich toll, der Dollar steigt und auch die Zinsen ziehen an. Nach wie vor bleiben ferner viele Probleme in Euroland ungelöst und die halbe Welt druckt munter weiter Geld wie etwa Japan, das seine Geldmenge in den nächsten beiden Jahren gerne verdoppeln möchte.

Das Ende für Gold wird bei Goldman Sachs schon länger herbeigeredet: Bereits im Frühjahr kam es zu einer Verkaufsempfehlung für Gold, was den Stein ins Rollen brachte und den Preissturz von 1.600 USD/oz auf unter 1.200 USD/oz verursachte. Am 10.04.2013 wurde eine Verkaufsempfehlung ausgegeben und zwei Wochen später mit einer Kaufempfehlung wieder ausgesetzt. Die Short-Positionen wurden mit satten Gewinnen aufgelöst, während einige Kleinanleger und Spekulanten zu Tiefkursen Verluste realisierten. Laut der US-Aufsicht SEC hat Goldman Sachs zwischen April und Juni 2013 insgesamt 3,74 Millionen Anteile am SPDR Gold Trust gekauft. Im Vorquartal hatte man nur 691.527 Anteile im Depot. Die Zukäufe entsprechen einem Zuwachs von 540% und einer Menge von 11,59 Tonnen Gold.

Neben den deutlichen Abgaben bei den Edelmetallen und Minen, stand vor allem die Lage in Syrien im Mittelpunkt. Zunächst schien ein Militärschlag als Vergeltung für den möglichen (aber bisher nicht bewiesenen) Chemiewaff­engebrauch durch Assads Truppen unmittelbar bevorzustehen. US-Präsident Obama wollte das Heft des Handelns in die Hand nehmen und notfalls auch ohne UN-Mandat loslegen. Am Ende war alles ein Schnellschuss und passiert ist bisher nichts. Denn nicht nur mangelte es an willigen Verbündeten, sondern insbesondere im eigenen Land war die Zustimmung mehr als dürftig. Schließlich geriet der angri­ffslustige Friedensnobelpreisträger in ein Dilemma, aus dem es kaum einen Ausweg gab. Da kam der Vermittlungsversuch des Kontrahenten Putin gerade recht. Nun soll Assad zugestimmt haben, alle C-Waff­en unter internationale Kontrolle zu stellen bzw. zu vernichten. Damit kann er sich zunächst weiter im Sattel halten. Insgesamt ist die Lage in Syrien inzwischen aber völlig außer Kontrolle geraten, soweit man das von hier überhaupt beurteilen kann, denn das Land ist längst zum Spielball verschiedener Gruppierungen und Interessen geworden. Neben den gegensätzlichen Rebellenparteien kämpfen dort auch Islamisten, Iraner und andere Söldnerkommandos. Wenn wir uns die Zustände der letzten westlichen „Befreiungsaktionen“ im Irak, Afghanistan und auch Libyen ansehen, können wir uns kaum vorstellen, dass es diesmal besser werden würde. Eine schnelle Lösung wird es daher kaum geben und der Krieg wird weiter zu Lasten der zivilen Bevölkerung geführt. Denken Sie immer daran, dass wir im Vergleich dazu meist auf der Sonnenseite des Lebens stehen, auch wenn uns die Börsenkurse manchmal den Tag verhageln.

Herzlichst,

Ihr Dirk Müller und das Team von Cashkurs*Gold

Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kleinen Auszug der umfassenden Aktienanalyse von "PotashCorp - der größte kanadische Kali-Produzent", die ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Gold ist.

Das Unternehmen Potash Corporation of Saskatchewan (PotashCorp) hat seinen Firmensitz im kanadischen Saskatoon und wurde 1975 von der Provinzregierung von Saskatchewan gegründet. 1989 ging die Gesellschaft an die Börse und wurde privatisiert. In den 1990er Jahren erwarb man sukzessive mehrere US-Kaliproduzenten wie etwa Potash Company of America, Florida Favorite Fertilizer, Texasgulf oder Arcadian. Bereits 2010 erkannte BHP Billiton das Potential und bot damals um die 39 Mrd. USD für die Firma. Das Angebot wurde von den Aktionären abgelehnt. Die Firma entwickelte sich seitdem enorm gut und hat derzeit einen Anteil von etwa 20% am weltweiten Pottasche-Markt. Fast 6.000 Angestellte sorgten 2012 für einen Umsatz von 7,3 Milliarden USD.

Das Unternehmen betreibt viele Anlagen in Nordamerika, investiert aber auch in Unternehmen mit Projekten im Ausland, wie z.B. die Arab Potash Company (APC), an der man einen Anteil von 28% hält, was einer Produktion von 2,5 Mio. Tonnen jährlich entspricht. In Kanada selbst betreibt man fünf Kali-Untertageminen und eine sogenannte Untertagelaugung, welche zusammen ca. 20% des Weltmarkts ausmachen und in 2012 insgesamt 7,7 Mio. Tonnen Kali produzierten. In 2013 plant man zwischen 8,5 – 9,2 Mio. Tonnen des orangefarbenen Gesteins aus dem Boden zu holen. PotashCorp konzentriert sich überwiegend auf die Kaliförderung, was im letzten Jahr rund 57% des Jahresumsatzes ausmachte. Der Stickstoff­anteil beläuft sich auf ca. 29% und die Produktion von Phosphat auf etwa 14%. In den USA ist man mit sieben Phosphatanlagen vertreten, die 5% des Weltmarktes bedienen. Die Sticksto­ffanlagen mit Sitz in USA und Trinidad machen nur 2% des Weltmarkes aus.

Die Aktie der Gesellschaft notiert gegenwärtig um 32 CAD und weist eine Marktkapitalisierung von 27 Mrd. CAD auf. Die Gesellschaft hat 867,7 Mio. Aktien ausstehend. Zusammen mit 9,4 Mio. Warrants und Optionen kommt man voll verwässert auf 877,1 Mio. Aktien. Zu den wichtigsten Aktionären zählen Capital World Investors mit 4,01% und Royal Bank of Canada mit 3,76% der Anteile. Am 1. August 2013 bekam man auch die Freigabe für das geplante Aktienrückkaufprogramm. So plant man innerhalb eines Jahres bis zu 43,35 Mio. Aktien mit einem Gesamtwert von bis zu 2 Milliarden USD am Markt zurück zu kaufen, was 5% aller ausstehenden Aktien entspricht. Dies hat das Unternehmen in der Vergangenheit bereits öfters unternommen und seit 1999 Aktien im Wert von rund 6,3 Mrd. USD am Markt erworben. Die Aktie ist unter dem Symbol POT sowohl an der Toronto Stock Exchange notiert als auch an der NYSE in den USA. Daneben gibt es wie so oft die Listings an verschiedenen deutschen Börsen. Aufgrund der geringeren Volumina sollten Anleger aber nur in Kanada oder den USA kaufen. Durch den Kurseinbruch liegt die Dividendenrendite der Firma derzeit um 4,5%.

Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen geben, das ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Gold ist.

WAHLEN, SYRIEN & SOMMERLOCH

Das Volk ist wieder begeistert von tollem Fußball und beschäftigt sich mit den Ergebnissen der Bundestagswahl. Der Sommer war insgesamt eher ein Sommerloch als ein neuer Impuls für die Wirtschaft, Politik oder die Märkte. Immerhin haben diese eine neue Risikoeinstufung anvisiert. Während das Zinsniveau insgesamt anstieg, leiden die Schwellenländer unter massiven Kapitalabflüssen, da die Finanzgeber der westlichen Welt einerseits ihr Kapital in die sicheren Häfen wie den USD zurückholen und andererseits sich mit dem dortigen steigenden Zinsniveau off­enbar zufriedengeben.

Doch ob dies ein nachhaltiger Impuls ist, muss sich erst noch zeigen. Die drosselnde Risikofreudigkeit der Investoren ist sicherlich nicht negativ zu werten. Das Zinsniveau wird jedoch aus unserer Sicht von den Notenbanken schon bald gedeckelt oder gar neuerlich reduziert werden. Die Fed-Entscheidung, weiter 85 Mrd. USD pro Monat in die Anleihenmärkte zu pumpen, sagt hierbei schon einiges aus.

Auch die Wirtschaftszahlen bleiben weiter verhalten. Zwar konnte China mit Industrieproduktionszuwächsen von mehr als 10% glänzen. Ob diese jedoch der Wirklichkeit entsprechen oder gar ausreichen, um der Weltwirtschaft neue Impulse zu geben, wird sich erst noch zeigen. Die US-Wirtschaftszahlen sind dagegen weiter uneinheitlich. Eine schwache Wirtschaft tri­fft auf einen insgesamt schwierigen Arbeitsmarkt. Die Fed wird daher einen Mittelweg bei der nun aufgeschobenen Reduzierung der quantitativen Maßnahmen treff­en müssen. Und auch bei der Nachfolge um den undankbaren Job des Fed-Präsidenten hat der Markt durch den Rückzug des Anwärters Summers ein klares Signal bekommen. Der neue bzw. die neue Präsidentin hat das Damoklesschwert aus Sparprogrammen und Wirtschaftsankurbelung zu tragen und wird wohl weiter den Markt mit Geld vollpumpen müssen.

Selbst das Thema Syrien scheint kurzfristig vom Tisch zu sein, was wir friedenspolitisch begrüßen. Die Aktienmärkte reagierten eher nervös und der Ölpreis stieg deutlich an. Nun könnte sich federführend durch Russland eine Einigung anbahnen, die den USA weitere milliardenschwere Kriegskosten ersparen würde, die sonst wieder einmal von der Fed gedruckt werden müssten.

Wie die Zahlen und Bilanz von PotshCorp aussehen, welche weiteren Unternehmen wir unter die Lupe genommen haben und wie das aktuelle Marktgeschehen sich beschreiben lässt, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs*Gold.

Alle weiteren wichtigen Informationen zur aktuellen Ausgabe und die dazugehörigen spannenden Aktienanalysen finden Sie im bereits erschienen Cashkurs*Gold Börsenbrief.

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