Um eines gleich zu Anfang vorweg zu nehmen: Kaum jemand, der sich mit alternativen Geldsystemen wie dem Regiogeld beschäftigt, sieht in mehr oder weniger regionalen Zahlungsmitteln, wie Chiemgauer, Volmetaler oder Rheingold eine Konkurrenz zum Euro oder will die europäische Einheitswährung gar durch viele verschiedene, regionale Zahlungsmittel ersetzen. Zum einen, weil es völlig utopisch ist, den Euro abschaffen zu wollen (denn wir Bürger wurden ja nicht einmal gefragt, ob wir die D-Mark durch den Euro ersetzen wollten) und zum anderen, weil viele Aktive davon ausgehen, dass sich die Themen Euro, US-Dollar und das gegenwärtige Weltfinanzsystem früher oder später von selbst erledigen werden.

Dass das heutige weltweite Finanzsystem nicht ewig so weiter laufen kann wie in den letzten Jahrzehnten, liegt im Wesentlichen daran, dass dieses System keine Unter- und Obergrenzen kennt.

Um das an einem Beispiel zu verdeutlichen: Eine vollautomatische Klimaanlage in einem Auto misst beständig die Temperatur des Innenraums. Sinkt die Temperatur unter den vom Fahrer gewünschten Wert, wird die Heizleistung erhöht, steigt sie darüber, wird die Wärmezufuhr verringert.

Unser Finanzsystem ist jedoch auf eine ständig steigende Temperatur eingestellt, was bedeutet, dass Sparguthaben und Vermögen einiger weniger Mitmenschen  auf der einen und Schulden auf der anderen Seite unaufhörlich und exponentiell wachsen müssen. Die Temperatur der Sparguthaben und Vermögen muss also kontinuierlich zunehmen, was andererseits dazu führt, dass die Temperatur in anderen Bereichen beständig abnimmt. Dazu zählen u.a. Einkommensverluste bei der breiten Bevölkerung, Kürzungen öffentliche Leistungen für das Gemeinwohl und das „Sparen“ im Kultur- und Kultusbereich.

So stellte schon im Jahre 2006 das Wirtschaftswissenschaftliche Institut der Universität der Vereinten Nationen (UNU-WIDER) in einer Studie fest, dass die Vermögen weltweit sehr unterschiedlich verteilt sind. Die reichsten 1 Prozent der Weltbevölkerung besitzen danach 40 Prozent des gesamten Geld- und Immobilienvermögens, - den weltweit reichsten 10 Prozent der Menschen gehören davon stolze 85 Prozent. 

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2006-12/7411063-studie-vermoegen-weltweit-sehr-unterschiedlich-verteilt-016.htm

Um das gegenwärtige Finanzsystem aufrecht erhalten zu können, wird beständiges Wirtschaftswachstum gefordert, - doch langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass exponentielles Wirtschaftswachstum auf Dauer nicht möglich sein kann, - ja, außer man macht vielleicht zwischendurch ein bisschen Krieg, wie die Welt am Sonntag in einem Interview mit Deutsche-Bank-Chefökonom Norbert Walter am 2. Weihnachtstag fragte:

Welt am Sonntag: Wir wollen nicht zynisch sein, aber könnte es sein, dass es zu lange Friedenszeiten gab, in denen die Staatsdefizite nur so aufgetürmt werden konnten, ohne dass alles mal wieder auf null gestellt wurde?

http://www.welt.de/wirtschaft/article5635682/Wir-werden-eine-ungemuetlichere-Gesellschaft-sein.html

Wachstum oder Krieg, das ist hier die systemische Frage. Doch gibt es vielleicht doch Alternativen zum gegenwärtigen Geldsystem, bei dem Geld durch Kredit, also Schuld entsteht? Ist es möglich, ein Geld zu kreieren, das frei von Kredit oder Schuld in die Welt kommt? Ich behaupte ja, - und der beste Beweis dafür ist das Rheingold und seine „Zentralbanken“.

In Deutschland gibt es nämlich eine ganze Reihe weiblicher und männlicher Zentralbanken. Glauben Sie nicht? Doch, doch, ich meine es ernst: Was Sie gerade lesen, ist keine erlogene Geschichte, wie die vom Coca-Cola-Weihnachtsmann, sondern wirklich wahr. Sicherlich haben Sie von der ein oder anderen Zentralbank dem Namen nach auch schon einmal gehört.

Kennen Sie zum Beispiel den Publizisten Werner Rügemer oder den Journalisten, Schriftsteller und Filmautor Gerhard Wisnewski? Sagt Ihnen  das empfehlenswerte Buch „Der Dollar-Crash“ von Ellen Hodgson Brown etwas?  Sind Sie beim Internetsurfen schon einmal auf der Seite von Egon W. Kreutzer gelandet und haben sich beim Paukenschlag am Donnerstag mehr oder weniger amüsiert? http://www.egon-w-kreutzer.de

Ohne Frage haben Sie schon einmal einen Film mit dem Schauspieler Otto Sander gesehen und die Filmemacher Wim Wenders und Claus Strigel sind Ihnen auch bekannt, ebenso wie die berühmte Theater- und Filmschauspielerin Judy Winter.

Natürlich, Sie alle kennen diese berühmten Menschen, doch was Sie bis jetzt nicht wußten, ist die Tatsache, dass diese Prominenten gemeinsam mit ungefähr achthundert anderen Personen Rheingolder sind. Und alle Rheingolder haben eins gemeinsam: Sie schöpfen selbst ihr eigenes Tauschmittel.

Rheingold (RG) ist ein Tauschmittel, das ohne Kredit in die Welt kommt. Die Mitglieder dieses mittlerweile nicht mehr nur im Düsseldorfer Raum, sondern bundesweit einsetzbaren Tauschmittels schöpfen sich ihr Rheingold selbst und zwar einfach, in dem sie sich die Scheine drucken lassen und in Umlauf bringen. Vorraussetzung dafür ist nur, sich bereit zu erklären, Rheingold auch als Zahlungs-(Tausch)mittel zu akzeptieren. Kosten entstehen einem neuen Emittenten keine, denn die Druckerei wird mit dem selbst geschöpften Rheingold-Scheinen bezahlt.

Man muss keine Euro besitzen, um Rheingolder zu werden. Es ist also nicht nötig, sich für den Besitz von Rheingold zu verschulden oder eine Bonitätsprüfung über sich ergehen zu lassen. Zurzeit schöpft sich jeder Rheingolder einen Betrag von 100 RG, was 50 € entspricht. Sollte irgendwann einmal Mangel an Rheingold auftreten, so werden sich die Rheingolder halt mehr Rheingold schöpfen.

Rheingold ist so etwas wie ein Grundrecht. Niemand muss einen Vertrag unterschreiben, um am Rheingoldprojekt teilnehmen zu dürfen, genauso wenig, wie wir nach unserer Geburt einen Vertrag mit anderen Menschen unterzeichnen mussten, um Teil der Gesellschaft zu werden. Es besteht auch keine Verpflichtung, Rheingold irgendwann einmal wieder abzugeben, sondern es besteht nur die Pflicht, selbst geschöpftes Rheingold als Tauschmittel zu akzeptieren. Doch kann man hier überhaupt von einer Pflicht sprechen? Eingenommene Rheingold sind Umsatz und je größer der Umsatz, desto mehr kann sich ein Rheingolder selbst wieder leisten. Warum sollte also jemand Rheingold ablehnen, wenn man dieses Tauschmittel wiederum gegen etwas anderes eintauschen kann, zumal es mittlerweile sogar möglich ist, Rheingoldgirokonten zu eröffnen und Überweisungen bundesweit zu tätigen.

Natürlich hat Rheingold, wie alle anderen komplementären Geldkonzepte und Tauschringe zurzeit noch eine minimale (völlig zu vernachlässigende) volkswirtschaftliche Bedeutung. Darum geht es auch gar nicht. Es geht bei all diesen praktischen Projekten in erster Linie darum, Menschen dazu zu bringen, sich mit unserem Geld- und Wirtschaftssystem auseinander zu setzen. Und das sollte man nicht unterschätzen: Nur Wissende  können etwas nachhaltig verändern. Und mittlerweile merkt man immer mehr, dass innerhalb der Gesellschaft ein Bewußtsein entsteht, dass das gegenwärtige System nur in Wachstumszeiten (nach Kriegen), nicht aber in gesättigten Marktsituationen funktioniert.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie festgestellt hat, dass immer mehr Menschen den Glauben an Politik und System verlieren:

Berlin - Es ist eine Studie mit beunruhigendem Ergebnis: Laut einer Umfrage für die Bertelsmann-Stiftung verlieren immer mehr Deutsche nach dem Krisenjahr 2009 ihr Vertrauen in die Politik. [...] "Hinter dem ganzen Frust wächst eine extreme Bereitschaft, sich zu beteiligen, aber nicht mehr auf den klassischen Wegen in den Parteien", folgerte Kruse. Die Menschen suchten nach neuen Formen des Mitmachens. "Partizipation ist das große Thema der nächsten Jahre", sagte er voraus. Eine neue Bewegung formiere sich: "Die wird noch stärker als die Ökologiebewegung der achtziger Jahre.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,669104,00.html

Falls Sie auch zu den Menschen gehören, die mitmachen und etwas verändern möchten, dann fangen Sie doch gleich damit an. Werden Sie zu Ihrer eigenen „Zentralbank“ und schöpfen Sie Ihr eigenes Tauschmittel! Wie das geht, steht hier: http://www.rheingoldregio.de/index.php?menu=33

Mehr Infos zum Rheingold finden Sie hier:

http://www.rheingoldregio.de/

http://rheingoldblog.wordpress.com/

http://www.egon-w-kreutzer.de/Geld/Rheingold1.html