Die wichtigste Versicherung nach der Haftpflichtversicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein komplexes Thema. Für einige zu komplex, um sich damit auseinander setzen zu wollen.

Das kann aber böse enden. Und hier ist warum:

Habe ich keine Berufsunfähigkeitsversicherung und werde dauerhaft -oder auch nur für 1-2 Jahre- berufsunfähig, muss ich entweder vom Ersparten leben oder Arbeitslosengeld beziehen.

Eine BU als finanziellen Background zu haben ist wichtig und gibt Sicherheit. Gehören Sie zu denjenigen, die sich für diese Versicherung (noch) nicht erwärmen konnten? Dann wissen Sie vielleicht nicht, welche staatliche Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit auf Sie wartet:

Wenn Sie Glück haben, sind Sie vor 1961 geboren und haben Anspruch auf staatliche Berufsunfähigkeitsrente. Für alle ab 1961 geborenen wird nur noch eine Erwerbsminderungsrente gezahlt. Es wird dabei unterschieden zwischen voller und halber Erwerbsminderungsrente (EWR). Die halbe EWR beträgt in etwa 17-19% des letzten Bruttoeinkommens, die Volle 34-38% Ihres Bruttos.

Die Voraussetzungen für einen Anspruch auf EWR definieren sich wie folgt:


„Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung sind erfüllt, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, und zwar nicht nur in Ihrem, sondern in allen Berufen.“


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„Neben den medizinischen sind außerdem folgende versicherungsrechtliche Voraussetzungen erforderlich:

  • In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung).
  • Sie müssen mindestens fünf Jahre versichert sein (so genannte Wartezeit).“

Wenn Sie die Erwerbsminderungsrente aufstocken wollen, weil Ihnen 34-38% Ihres letzten Bruttos als Einkommen nicht ausreichen, sollten Sie folgendes beachten:


„Wenn Sie gesundheitlich voll erwerbsgemindert sind und trotz Ihrer Leistungseinschränkungen mehr als 450,00 Euro monatlich verdienen, wird Ihre Rente nicht mehr in voller Höhe oder eventuell gar nicht mehr gezahlt. Bitte informieren Sie sich schon vor Aufnahme eines Nebenjobs über Ihre individuellen Hinzuverdienstmöglichkeiten.“

(Quelle: Deutsche Rentenversicherung)


 

Fazit:

1. Sie erhalten nur dann die staatliche Erwerbsminderungsrente, wenn Sie außerstande sind, jegliche, der auf dem Arbeitsmarkt angebotenen Berufe, auszuüben. Dazu gehört auch der Pförtner, der die Schranke mit dem Knopf bedient (nicht respektlos gemeint).

2. Wenn Sie die Erwerbsminderungsrente bekommen sollten, reicht diese in den wenigsten Fällen aus. Die Rente durch Hinzuverdienst auf ein ausreichendes Niveau aufzustocken, fällt aufgrund von Einschränkungen schwer.

3. Am schlechtesten sieht es für die Selbstständigen aus: Die bekommen gar nichts.

Interessanterweise gibt es trotzdem immer wieder Geschäftsführer oder Arbeitnehmer, die davon überzeugt sind, nicht berufsunfähig werden zu können. Schließlich müssen sie in ihrem Job nur am Schreibtisch arbeiten - die Computermaus streicheln und Tippen. Sie glauben, dass man niemals so krank werden kann, diese Tätigkeiten nicht mehr ausüben zu können.

Das kann ins Auge gehen.

Liebe gerade Genannten, 

haben Sie Angestellte, denen Sie Weisungen erteilen müssen, brauchen Sie Ihre Stimme. Telefonieren Sie, um Ihren Beruf auszuüben, brauchen Sie Ihr Gehör und Ihre Stimmbänder. Sitzen Sie im Auto oder am Schreibtisch, müssen Sie die Fähigkeit haben, zu Sitzen. Schreiben Sie, brauchen Sie Ihren Daumen und Zeigefinger. Sind für Ihren Beruf ständig wechselnde oder unterschiedliche Tätigkeiten typisch, brauchen Sie ein belastbares Gehirn. Werden Ihr Gehirn und Ihr Körper durch hohe Verantwortung, lange Arbeitszeiten und wenig Ruhepausen übermäßig belastet, hoffen Sie darauf dass Ihr Körper und Ihr Gehirn das bis ins Rentenalter durchhalten.

Was aber unlängst bekannt ist: Körper und Geist halten immer öfter nicht bis ins hohe Alter stand. Wie hier zu sehen ist:

Doch welche Gesellschaft und welcher Tarif macht überhaupt Sinn? Fragt man fünf Berater, erhält man sechs Antworten und weiß hinterher immer noch nicht, welcher Tarif zu einem passt. Im zweiten Teil gehe ich daher auf die Parameter ein, die für die Auswahl der geeigneten Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig sind.