In Anbetracht seiner Größe kann sich das Unternehmen Alibaba sicherlich erlauben, ein gewisses strategisches Risiko einzugehen. Die Tatsache jedoch, dass bisher nur wenige Informationen über die genauen Geschäftstätigkeiten bekannt gemacht wurden, lässt Ängste wach werden, dass das Unternehmen sein Geld in den Wind schießt.

Der chinesische Milliardär Jack Ma-led Alibaba hatte in der Vergangenheit viel Geld in Firmenübernahmen und kleinere Beteiligungen an Start-Ups überall auf der Welt investiert. Bisher gewährt das Unternehmen seinen Anteilsinhabern aber nur sehr wenig Einblick in die genauen Geschäftsaktivitäten. Manche werden nun bestimmt sagen, dass Alibaba ein riesiges Unternehmen und die meisten der getätigten Investitionen zu gering sein, um diese für die interessierte Öffentlichkeit darzustellen und zu berichten. Im Jahre 2014 allein gab der Onlinehändler aber eine bedeutende Menge seines Geldes aus den laufenden Geschäftstätigkeiten für die Übernahme von anderen Firmen aus.

Bisher ist noch kein wirklicher roter Faden in den Investitionen Alibaba’s zu erkennen.

Sicherlich wird das Hauptgeschäft der Alibaba Group im E-Commerce auch in Zukunft nicht an Profitabilität verlieren. Wie der Kolumnist Robyn Mak von Reuters Breakingviews aber anmerkt, sei es nicht sicher, ob das neue Projekt der Firma auch wirklich Gewinne abwerfen würde. Eine 200 Millionen Dollar Investition in Snapchat ging erst vor einigen Tagen verstärkt durch die Medien. Alibaba scheint sich damals jedoch noch nicht im Klaren darüber gewesen zu sein, dass der Kauf von 1,5 % Unternehmensanteilen den Wert des amerikanischen Kurznachrichtenportals auf 15 Milliarden Dollar ansteigen ließ. Trotz dieses enormen Wertes macht Snapchat bisher aber nur wenig Gewinn.

Das aus dem chinesischen Hangzhou stammende Unternehmen hatte zuletzt in das israelische Kapitalunternehmen Jerusalem Venture Partners (JVP) investiert. Auch dieser Deal kam hinter verschlossener Tür zustande. Jack Ma behauptet ein „Ökosystem von Dienstleistungen“ aufzubauen. Dennoch lässt sich noch kein wirklich roter Faden bei den Investitionen von Alibaba erkennen. Im Januar startete das Unternehmen eine 600 Millionen Dollar Investition in die chinesische Taxi-Bestellapp Kuaidi Dache.

Im letzten Monat kaufte Alibaba dann zum Beispiel einen Minderheitsanteil des Smartphone Herstellers Meizu für 590 Millionen Dollar. Darüber hinaus tat sich das Unternehmen mit der chinesischen SAIC Motor zusammen, um im kommenden Jahr 160 Millionen Dollar in mit dem Internet verbundene Autos zu investieren. Im letzten Monat tätigte man zudem eine 60 Millionen Dollar-Investition in das Mobile- Internetsuchmaschinen Unternehmen Quixey. Viele der Investitionen laufen dabei über Partnerunternehmen oder über die persönlichen Konten von leitenden Angestellten des Unternehmens.

Alibabas Anteile an Youku Tudou sind weniger als die Hälfte der von dem Unternehmen investierten Summe wert

Im letzten Jahr gab Alibaba 7,5 Milliarden Dollar für Firmenübernahmen und kleinere Unternehmensbeteiligungen aus. Diese Summe entspricht ungefähr 75 Prozent des Cashflows aus laufenden Geschäftstätigkeiten im Jahr 2014. Momentan ist es daher schwierig zu sagen, wie das neue Projekt laufen wird. Die Verluste der Anteilseigner stiegen im letzten Jahr von 50 Millionen Dollar im dritten Quartal auf 130 Million Dollar im vierten Quartal. Hinzu kommt, dass das Unternehmen die Verlustanteile bei Start-Ups nicht verbucht, da die Beteiligungen an diesen Unternehmen unter „Form Options“ oder Teilschuldverschreibungen gelistet werden.

Zudem haben die Investitionen in Börsen notierte Firmen bisher nicht wirklich Profit abgeworfen. So bezahlte Alibaba im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Dollar für 16,5% der Anteile der Videoplattform Youku Tudou (ADR) (NYSE:YOKU). Diese Anteile sind nun weniger wert, als die Hälfte der ursprünglichen Investitionssumme, sagt Mak. In Anbetracht seiner Größe kann es sich Alibaba zwar erlauben, ein gewisses Risiko einzugehen. Aber die Tatsache, dass bisher nur wenige Informationen über seine genauen Geschäftstätigkeiten der Firma verfügbar sind, lässt bei den Investoren Ängste wach werden, dass das Unternehmen sein Geld in den Wind schießt.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von www.valuewalk.com für Cashkurs übersetzt. Den Originalbeitrag finden Sie in englischer Sprache unter: http://www.valuewalk.com/2015/03/alibaba-babas-investing-spree/