Auf der Jagd nach vielversprechenden Aktien spielt für viele Investoren auch die Dividende eine nicht unerhebliche Rolle. Gerade wenn man langfristig investieren möchte  ist die Gewinnausschüttung einen Tag nach der Jahreshauptversammlung ein wichtiger Bestandteil der Rendite. Um an der Dividendenausschüttung zu partizipieren ist es wichtig, dass die Aktien des jeweiligen Unternehmens am sogenannten „Ex-Tag“ (in Deutschland meist der Tag nach der Hauptversammlung)  im Depot des Anlegers liegen.

Bestimmt wird die Dividendenrendite von den Anlegern selbst, wobei diese so gut wie immer dem Vorschlag des Vorstandes folgen. Zu beachten ist allerdings, dass die Höhe der Dividende am Tag der Ausschüttung vom Aktienkurs abgezogen wird. Wenn also der Kurs bei 10€ notiert und das Unternehmen 0,50 €  ausschüttet, beläuft sich der dann aktuelle Kurs bei 9,50€ plus bzw. minus der dann gegenwärtige Tagesveränderung.  Natürlich werden diese Kurssprünge auch in den vielen Derivaten mit eingebunden, sodass es sich nicht lohnt am Auszahlungstag auf einen sinkenden Aktienkurs wegen der gezahlten Dividende zu spekulieren.

Weiterhin ist es von großer Bedeutung zu analysieren, wie viel Prozent des zu erwarteten Gewinns das Unternehmen ausschütten will. Im Durchschnitt liegt dieser Wert zwischen 30-40%. Sollte dieser höher sein, muss man sich fragen, warum dies der Fall ist. Mögliche Gründe könnten z.B. ein sehr schlechter Kursverlauf sein, sodass Unternehmen ihre Aktionäre mit attraktiven Dividenden bei der Stange halten wollen. Ebenso ist es aber auch möglich, dass ein Unternehmen derzeit keine zu großen Potentiale für Investments erkennt. Dies kann an der aktuellen Marktlage, jedoch vor allem auch an einem schlechten und unkreativen Management liegen.

 Zusätzlich sollte sich die Aktionärsstruktur angeschaut werden. Ist wie im Falle der GDF Suez z.B. der Staat beteiligt? Dann kann es sein, dass dieser darauf pocht eine besonders hohe Dividendenrendite einzufahren, sodass nicht mehr genug Kapital für neue Investments übrig bleibt.

Zusätzlich zur aktuellen Höhe der Dividende ist ebenso entscheidend, wie kontinuierlich diese gezahlt wird. Passt ein Unternehmen die Gewinnausschüttung an seine Jahresperformance an oder gibt es ein striktes Muster. Nur, wenn Unternehmen generell die Philosophie und auch langfristig in die Vergangenheit bezogen gezahlt haben, lässt sich ähnliches auch für die Zukunft erwarten und spricht gleichermaßen noch für ein langfristig nicht zu volatil denkendes Management.

Man sieht also, dass sich allein an der Dividendenrendite eine Menge Dinge ablesen lassen. Ein zweiter Blick hinter die Kulissen ist also auch bei den Dividenden ein absolutes Muss!

Nun wollen wir uns einmal kurz die Dividendenkönige in Deutschlands vier größten Indices anschauen.

Alles sehr attraktiv wirkende Dividendenrendite. Jedoch muss man hier nun genauer hinschauen. Bei RWE beispielsweise ist die Dividende mit 42% des Gewinns voraussichtlich sehr gut gedeckt. Es bleiben Gewinne für weitere Investments und der Anleger ist trotz dessen sehr gut bedient. Dies liegt, wie bei so vielen Versorgern aber natürlich auch daran, dass der Kurs in den letzten Jahren unglaublich gelitten hat.                                                                                                                           Bei Drillisch hingegen wird erwartet, dass die jetzige Dividendenschätzung nicht vom geschätzten Gewinn wird gezahlt werden können. Demnach muss der Vorstand die Dividende also kürzen oder neue Mittel für Investments können nicht aus dem Jahresgewinn finanziert werden. Die Freenet AG wiederum benötigt stolze 69 % zur Zahlung ihrer Dividende. Ein ebenso zu hoher Betrag, welcher die Investitionsmöglichkeiten der Firma deutlich einschränken.

Fazit :

Es lässt sich also sagen, dass die Dividende gerade für langfristige Anleger ein sehr spannender und wichtiger Parameter ist, den es unbedingt zu beachten gilt. Dies jedoch nicht nur, weil es einen direkten Mehrwert in den Cash-Beständen der Anleger bedeutet sondern ebenso einiges über die Strategie eines Unternehmens offenbaren kann. Die Regel lautet also: Schauen Sie 2x hin!

Ihr Andreas Meyer