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Eine erst kürzlich in diesem Sommer veröffentlichte akademische Untersuchung liefert den empirischen Beweis dafür, dass das wachsende Problem der ungleichen Vermögensverteilung in den Vereinigten Staaten sehr gravierend ist und vor allem nicht aufgekommen wäre, wenn die Finanzmärkte wirklich fair funktionieren würden. Demzufolge liefert die Studie faktische Beweise für das, was viele schon länger vermutet hatten: Die U.S. amerikanischen Märkte sind „immens beschädigt“, in dem Sinne, dass die Regeln des Marktes auf geschickte Weise gemacht und/oder interpretiert werden können und somit den Reichen des Landes die Möglichkeit geben, diese auszubeuten.

Um genau zu sein „beweisen“ die aufschlussreichen neuen Statistiken allerdings nicht, dass das massive und wachsende Wohlstandsgefälle in den Vereinigten Staaten heutzutage darauf beruht, dass die Reichen ein „zurechtgebasteltes“ System ausbeuten, sondern zeigen vielmehr, dass die Ebenen der Ungleichheit nicht zustande gekommen wären, wenn das wirtschaftliche System anhand von allgemein gültigen Modellen arbeiten würde.

Das Ausmaß der ungleichen Vermögensverwaltung in den Vereinigten Staaten

In den Vereinigten Staaten nimmt das obere 1 Prozent der Bevölkerung ungefähr 20 Prozent des gesamten Einkommens für sich in Anspruch. Diese Zahl ist von 7 Prozent seit den 1980er Jahren bis heute stetig gestiegen. Die Gründe für diesen gewaltigen Anstieg der Einkommen und dem Zuwachs der ungleichen Vermögensaufteilung sind jedoch nicht direkt erkennbar. Einige hatten behauptet, dass die drastische Ausweitung des Finanzsektors, drei Jahrzehnte die von Steuerkürzungen geprägt waren, oder das Aufkommen von neue Technologien die Reichen des Landes dazu  befähigt hätten, weitaus mehr Geld anzuhäufen. Eine Reihe von Konservativen hatte sogar argumentiert, dass diese immense Umwälzung der Ressourcen auf die Reichen „normal“ und lediglich ein Teil des Systems einer kapitalistischen Wirtschaft sei.

Darüber hinaus behaupten sowohl Historiker als auch Statistiker, dass es „normal“ sei, dass ein Großteil des Reichtums von einer relativ kleinen Anzahl von Leuten besessen werden würde. Tatsächlich aber garantiert nur der Zufall, dass einige größere Profite haben, als andere, mehr investieren können und somit noch reicher werden können,  als diejenigen mit weniger Geld. Schlussendlich wird nur eine Handvoll Leute glücklich oder geschickt genug sein, um auch weiterhin noch mehr Geld zu verdienen.

Um es mit anderen Worten zu sagen, ist die einfache Tatsache der Ungleichheit nicht gleichbedeutend damit, dass die Reichen einen direkten Vorteil haben oder, dass das System „zurechtgebastelt“ wurde.

Die ungleiche Verteilung von Reichtum ist zu schnell und zu extrem um “natürlich” zu sein

Ein erst kürzlich von einem Team von amerikanischen und französischen Wirtschaftswissenschaftlern und Mathematikern veröffentlichter Artikel in diesem Sommer fand heraus, dass der gewaltige Anstieg der ungleichen Vermögungsverteilung in den Vereinigten Staaten nicht mit den momentan gültigen Wirtschaftsmodellen zusammen passt.

Der Artikel beschreibt die Tatsache, dass die Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten viel zu schnell zugenommen hat. Anhand der traditionellen Faktoren, die normalerweise für die Beschreibung von Wirtschaftsmodellen, wie zum Beispiel für die Berechnung von Steuersätzen oder Investitionseinkommen, benutzt werden, hätte dieser Wandel im Kontext der ungleichen Vermögenverteilung ein paar Jahrhunderte dauern müssen. Die Zahlen machen jedoch deutlich, dass etwas anderes - außerhalb der normalen Funktionsweise des Wirtschaftssystems - die Reichen dazu befähigt sich einen immer größer werdenden Teil des Kuchens zu nehmen.

Die Wissenschaftler nennen zwei mögliche Gründe für den rasanten Anstieg von ungleicher Vermögensverteilung in den letzten Jahrzehnten: Das Aufkommen von „Superstar Unternehmern und Managern“, die entweder einzigartige Fähigkeiten, oder Verbindungen haben, oder Schlüsselpositionen und sogenannte „Superstar Shocks“ besetzen, die ihnen dann zum Beispiel besseren Zugang zu Informationen oder Investitionsberatungen verschaffen und somit dabei helfen, noch reicher zu werden.

Die neuen Untersuchungen liefern stichhaltige Beweise dafür, dass die wachsende Ungleichheit offensichtlich „etwas“ Neues ist und sich gegenüber den gängigen Vorgehensweisen des Kapitalismus unterscheidet. Weiterhin macht dieser Umstand deutlich, dass die Reichen, allein durch den Vorteil ihres Status als Reiche, die Möglichkeit haben mehr Geld mit ihrem Geld zu verdienen als jemand zuvor in der Geschichte.

Im Interesse der Fairness, der amerikanischen Verfassung und des „Amerikanischen Traums“ ist es an der Zeit das kaputte Wirtschaftssystem zu reformieren und die gierigen reichen Schweine davon abzuhalten sich auf dem Rücken der Bevölkerung die Taschen vollzustopfen.

Die Wissenschaftler betonen zudem, dass ihre Studie die Aussagen des kontrovers diskutierten Ökonomen Thomas Piketty bestätigt. Laut Piketty hätte die ungleiche Verteilung von Reichtum stark zugenommen, da die Geschwindigkeit, bei der Wohlstand noch mehr Wohlstand schaffen würde, die normale Geschwindigkeit von wirtschaftlichem Wachstum übersteige.


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