Um Veränderungen herbeizuführen, braucht es zunächst einen Erkenntnisgewinn. Vor jeder Veränderung kommt die Erkenntnis! Ist die Erkenntnis im Bewußtsein verankert, so verändert sich das Denken. Wandelt sich das Denken, entsteht gleichzeitig Raum für Neuerungen, Modifikationen, Reformen oder gar Revolutionen.

Der große Albert Einstein hat einmal gesagt, um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, müsse man vor allem ein Schaf sein. Bei der gegenwärtigen, sich immer weiter zuspitzenden Krise scheint es sich in erster Linie um eine allgemeine Intelligenzkrise zu handeln, die von einer wild rumbockenden und blökenden Regierungsschafherde in Berlin verwaltet und in die Länge gezogen wird. Auch wenn manche Dinge recht simpel und einfach zu verstehen sind, werden Vorschläge unterbreitet, deren Unsinnigkeit schon nach kurzem Nachdenken selbst einem Viertklässler auffallen würde.

Man hört und liest es immer wieder: Die einzige Möglichkeit der Staatsverschuldungs- und Arbeitslosenmisere zu entkommen sei stärkeres Wirtschaftswachstum zu generieren. Gleichzeitig beschließt man Kürzungen (Sparmaßnahmen) in Höhe von 80 Milliarden, die genau das Gegenteil bewirken, - nämlich zu einer Schwächung der Konjunktur beitragen. Auch das Elterngeld von Hartz-4-Beziehern wurde bisher ausgegeben und Aldi, Lidl & Co. werden die Streichung an ihren Umsätzen merken.

Man will weniger Arbeitslose, möchte aber im gleichen Atemzug bei Bund, Ländern und Gemeinden den Verwaltungsapparat verkleinern – „den Wasserkopf auspressen“ – und damit Verwaltungsangestellte auf die Straße setzen, was wiederum die Sozialkassen belasten wird. Die Schafsherde rennt wild im Kreis herum, zetert blökt und zankt, doch bringen werden diese Maßnahmen langfristig gar nichts, außer vielleicht das Gegenteil: eine weitere Verschlimmerung der Lage.

Man beginnt fast ausschließlich bei den Menschen zu kürzen, die jeden Cent gebrauchen können, - und beachtet dabei nicht, dass für die wenigen Menschen an der Spitze der Vermögensskala trotz Finanzkrise schon wieder alles prächtig läuft.

Der Reichtum mehrt und mehrt sich, trotz aller Krisen. „Die Reichen sind schon wieder reicher als vor der Finanzkrise“, schreibt der Spiegel und geht damit auf eine neue globale Vermögensstudie ein:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,699757,00.html

Und gerade in Deutschland wird es den Vermögenden unglaublich leicht gemacht, völlig legal wenig oder gar keine Steuern abzuführen. Bitte schauen Sie sich dieses ZDF-Interview mit Professor Jarras an, der eindrucksvoll auf die Problematik unseres Steuersystems hinweist.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1064054/Professor-Jarass-Absoluter-Skanda#/beitrag/video/1064054/Professor-Jarass-Absoluter-Skandal

Kaum ein Jahr ist es her, da versuchte man mit durch Schulden finanzierten Konjunkturpaketen und einer vom Volk bestens angenommenen Abwrackprämie, den Einbruch in der Wirtschaft abzufedern. Und nun will man plötzlich in den nächsten vier Jahren die gemachten Schulden mit Einschnitten in Höhe von 80 Mrd. bei den Menschen wieder „wegsparen“. Hü und hott, bockt das Schaf!

Trotz jüngst beschlossenen Einsparungen in Höhe von 80 Mrd. Euro ist es natürlich völlig utopisch zu glauben, dieses „harte“ Sparpaket könne in irgendeiner Weise das Anwachsen der Staatsschulden reduzieren.

Im krassen Gegensatz zu dem beschlossenen Sparpaket, steht die Gründung einer Zweckgesellschaft (GmbH) nach luxemburgischen Recht, die die Neuverschuldung europäischer Staaten sicherstellen soll. Deutschland wird an diesem Rettungspak(e)t mit maximal 143 Milliarden Euro beteiligt sein.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,699304,00.html

Zwei Dinge, - Kürzungen und gleichzeitiges Wirtschaftswachstum - sollen uns also aus der Krise helfen. Die Naivität mancher Leute scheint keine Grenzen zu kennen, wie im heute-journal vom 8.6.2010 am Beispiel des Chefredakteurs des Manager Magazins wieder einmal deutlich wurde. Er möchte gerne aus den Schulden „herauswachsen“. Man darf ihm viel Spaß dabei wünschen. Übrigens kommt auch der geschätzte Mr. Dax in diesem sehenswerten Beitrag mit sehr guten und deutlichen Aussagen zu Wort.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/228#/beitrag/video/1065248/Wie-kommen-wir-aus-der-Schuldenfalle

Kommen wir zurück zu unserem Viertklässler. „Wirtschaftswachstum hatten wir doch die ganzen letzten Jahrzehnte lang“ würde der kleine Paul dem Manager-Magazin wohl antworten, wenn er denn gefragt würde. „Warum stecken wir eigentlich trotz vielen wachstumsstarken Jahrzehnten (nehmen wir die letzten beiden Jahre einmal aus) in einer Weltwirtschafts- und Staatsverschuldungskrise?“ wäre wahrscheinlich Pauls nächste Frage.

Kommen wir nun zu einem der genialsten Köpfe der Menschheit: Albert Einstein. Seine größte Leistung war meiner Meinung nach nicht die Entwicklung der Relativitätstheorie an sich, sondern vielmehr seine Gabe, jeden noch so - für andere Wissenschaftler! - abstrusen Gedankengang im Kopf zuzulassen und ihn in Hinblick auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Genies sind immer Denkanarchisten, die die großartige Fähigkeit haben, sich von erlernten (indoktrinierten) Denkstrukturen zu befreien.

Die Staatsverschuldung

- und ihre zugrunde liegende indoktrinierte Denkstruktur

Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu

zertrümmern als ein Atom.

Albert Einstein

Die Problematik der Staatsschulden ist – wie wir alle wissen – keineswegs neu. Fast ausnahmslos jede neue Regierung, ließ zu Beginn einer Legislaturperiode durch den jeweils zuständigen Finanzminister verkündigen, die Staatsschuld reduzieren zu wollen. Schon 1979 wies der damalige Kanzlerkandidat Franz-Josef Strauß in einer recht lustigen Rede auf die Zunahme der Bundesschuld in Höhe von 35 Mrd. DM hin, wobei wir heute über diese Zahl wohl nur recht müde lächeln können.

http://www.youtube.com/watch?v=E0F6dJcqgIM

Beim zurzeit höchst aktuellem Thema Staatsverschuldungen herrscht die durch Politiker und Massenmedien indoktrinierte Sichtweise vor, dass Staatsschulden schlecht sind, wir über unsere Verhältnisse gelebt haben, Schulden endlich abgebaut werden müssten und dieses Vorhaben der Schuldenreduzierung durch Spar- und Kürzungsmaßnahmen gelingen könnte. Man ging letztes Jahr sogar soweit, mit der sogenannten Schuldenbremse ein Gesetz zu verabschieden, das im heutigen Geldsystem gar nicht funktionieren kann. Ab 2016 ist dem Bund (Länder ab 2020) ein ausgeglichener Haushalt vorgeschrieben, was bedeutet, dass nur soviel ausgegeben werden darf, wie auch eingenommen wird. Das ist im Prinzip eine ganz hervorragende Idee, doch leider im gegenwärtigen Geldsystem von Grund auf zum Scheitern verurteilt.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Staatsschulden selbst sind die Quelle neuen Zentralbankgeldes. Banken geben Staaten äußerst gerne Kredit, denn Staatsanleihen werden von der EZB zu 100% als sogenannte „notenbankfähige Sicherheiten“ akzeptiert.

2. Fielen weltweit die Staaten als Schuldner aus, wäre es äußerst schwierig einen adäquaten Ersatz, für diese meistens mit einem AAA-Rating ausgestatteten Kreditnehmer zu finden. Geldvermögen müssen im gegenwärtigen System mit Zinsen bedient werden. Nötig sind dafür immer neue (und alte) Nachschuldner, die die Zinsen erarbeiten müssen.

3. Staatsschulden sind auf der anderen Seite immer auch Vermögen der Staatsgläubiger, z. B. Banken und deren Kunden. (Schuldner – Gläubiger). Es gibt weltweit keinen Ersatz für diese „sicheren“ Zinszahler, die u.a. die Verzinsung langfristig angelegter Spargelder bei Banken (M3) und auch Pensionskassen (Renten) ermöglichen.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen,

durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

In Teil 2:

- Die bittere Realität – Schulden sind im Gesamtsystem nicht abbaubar, außer man möchte zur Tauschwirtschaft zurückkehren

Lösungsansatz für die Guthaben/Schuldenproblematik:

- Neuverhandlung der Schulden UND Guthaben: Schaffung einer neuen umlaufgesicherten Weltleitwährung (Verrechnungseinheit) auf Rohstoffbasis

- umlaufgesichertes Vollgeld

- Schaffung eines Währungswettbewerbs / Aufhebung des Geldmonopols

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