So ein Klötzchen aus Silber als Türstopper hat schon was. Oder? Ich wette, es ist beständiger als die Tür. Silberbarren halten länger als jede Ehe und jedes Versprechen. Neben der Verwendung als Wurfgeschoss, Briefbeschwerer oder Vorzeigeobjekt dekadenter Zeitgenossen, kann man mit Silber noch viel mehr anfangen – sein Geld dort anlegen und speichern. Aber wie?

Hatten Sie schon mal einen Silberbarren in der Hand? Die meisten haben noch nie einen solchen Klotz gesehen, außer vielleicht im Fernsehen. Wer mehr als einen Barren besitzt, muss gute Gründe dafür haben. Silber ist ein seltenes, vielseitig einsetzbares, in der Industrie unverzichtbares edles Metall mit einer wie dem Gold monetär innewohnenden Geldspeicherfunktion. Das Investieren in Silberbarren ist ziemlich einfach, wenn man ein paar Grundlagen zum Silbermarkt kennt und ein paar Kleinigkeiten bedenkt.

Es gibt vielerlei Silberbarren. Taufrische, angelaufene, große und kleine Barren und auch welche mit verschiedenen Motiven. Manche sammeln diese hübschen Silberbarren. Tausende verschiedene Ein-Unzen-Barren laden förmlich dazu ein. Das Dumme daran: Kleine gestanzte Barren kosten richtig Geld, meist mehr als 20 Euro das Stück. Daraus errechnet sich dann ein Kilopreis von weit mehr als 600 Euro. Kleine Idee: Es sind hübsche besondere Geschenke. Wer aber kleine Stückelungen sucht, ist bei Ein-Unzen-Standardmünzen (Teil 3 der Sommerserie) viel besser aufgehoben. Ein-Unzen-Barren gehören in die Rubrik Sammlerleidenschaft oder „Geld aus dem Fenster werfen“.

Dicke Brummer:

Beim Sammeln (Horten) hat man die Auswahl zwischen folgenden Einheiten: 1 Gramm, 5 Gramm, 10 Gramm, 20 Gramm, einer Unze, 50 Gramm, 100 Gramm, 250 Gramm, zehn Unzen, 500 Gramm, 1.000 Gramm, 3 Kilogramm (Emirates Gold), 5 Kilogramm, 15 und 31,1 Kilogramm. Letztere sind die bekannten Industriebarren. Kostenpunkt: ca. 17.000 Euro. Der Nachteil für Einbrecher: Ein Diebstahl wird beim Transport zum schweißtreibenden Erlebnis. Im Moment kommt man schwer an diese großen Barren heran. Die suche nach einem Anbieter war erfolglos. Wer beim Investieren einem Silberlagerkonto beispielsweise in der Schweiz den Vorzug gibt, investiert automatisch in diese Barren. Nur die Auslieferung  gestaltet sich dann als kleines Problem, wenn das Konto weniger als 31,1 Kilogramm aufweist. ETF`s investieren vorwiegend in diese großen Industriebarren und lagern sie – wenn sie es wirklich tun und nicht nur Papiersilber halten.

Lassen Sie die Finger von den kleinen Einheiten. Investitionen in 10-Gramm Barren sind etwa so sinnvoll wie der Kauf von 13 Gramm Gemüse fürs Mittagessen. Fassen Sie keine Barren unter 250 Gramm an – und diese Halbpfünder sind wegen des Aufgeldes auch nur mit gespreizten Fingern anzufassen. Silberbarren als Anlage lohnen sich erst ab einem Kilogramm. Kleinere Barren kosten zuviel Aufgeld. Bekannte Produzenten sind Degussa, Heraeus und Umicore. Die Barren tragen neben dem spezifischen Gewicht und der Feinheit 999 meist eine Barrennummer als Fingerabdruck. Es macht die Sache bei einer Versicherung gegen Diebstahl einfacher, sollten Sie Ihre Investition versichern wollen.

Nachteile gegenüber Münzen

Barren sind in der Regel teurer als Münzen. Rechnet man die Klötzchen auf den Unzenpreis herunter, so liegt dieser bei einem Kilobarren (32 oz) bei 18,06 Euro. Für einen 5-Kilo-Barren (161 oz) ergeben sich 17,55 Euro und das meiste Silber erhält man mit einem 31,1 Kilobarren (1000 oz) für 16,66 Euro/Unze – in etwa soviel wie Ein-Unzen-Münzen (Philharmoniker, Maple Leaf, American Eagle). Je größer der Barren, desto mehr Silber bekommt man für seine Euronen. Gleiches trifft auch auf Münzen zu. Zu bedenken wäre, dass man bei einem Kauf über 15.000 Euro den Ausweis vorlegen muss.

Das Kreuz mit der Mehrwertsteuer

Das Dumme bei Silberbarren ist die Mehrwertsteuer von derzeit 19 Prozent. Münzen werden mit nur sieben Prozent Märchensteuer belegt. Ein Barren kostet rund 585 Euro - eine Kilomünze rund 40 Euro weniger. Wer fürs Geld am meisten Silber bekommen möchte, ist mit Kilomünzen besser bedient. Beim Verkauf schlägt die Mehrwertsteuer voll ins Kontor. Man erleidet eine Einbuße von 19 Prozent, denn den Händler reicht diese an das Finanzamt weiter. Wenn man verkaufen möchte, sollte man Verkaufsplattform wie Ebay oder Hood nutzen oder von privat zu privat über eine Zeitungsanzeige Verkaufsinteresse bekunden. Auch in verschiedenen Foren (goldseitenforum.de oder muenzauktion.com) gibt es Marktplätze, wo man von privat zu privat verkaufen kann. Man stellt schnell fest, dass man dann für Barren rund 580 Euro erlöst und bei Kilomünzen rund 540 Euro. Beachten sollte man auch, dass bei Verkäufen in größeren Mengen das Finanzamt die Nase rümpfen könnte. Schnell stößt man in den Bereich des gewerblichen Handels vor.

Das Geschrei um eine Neuordnung der Mehrwertsteuer wird seit einigen Monaten lauter. Sie haben sicherlich davon gehört. Vielleicht werden auf Silbermünzen auch bald schon 19 Prozent fällig? Deshalb sind derzeit Kilomünzen empfehlenswerter als Barren. (Kookaburra, Koala, Tiger) Sollte die Mehrwertsteuer steigen, werden die Münzen automatisch teurer.

Vorteile der Barren

Silberbarren bieten im Vergleich zu Kilomünzen zwei Vorteile: 1. Sie sind weltweit erkennbar und akzeptiert. Große Silbermünzen kennen schon weit weniger Leute. 2. Der andere Vorteil liegt eindeutig in der Lagerung. So kann man Klötzchen an Klötzchen in einem Safe stapeln, ohne Platz zu verschwenden. Runde Kilomünzen benötigen bei der Lagerung im Safe entsprechend mehr Raum. 

Münze + Barren = Münzbarren

Findige Geschäftsleute haben 2007 Barren und Münzen gekreuzt. Dabei heraus gekommen sind so genannten Münzbarren. Dabei handelt es sich um eine Münze mit aufgeprägtem Nennwert in Barrenform. Auf den Cook Island sind die offizielles Zahlungsmittel. Frohes Einkaufen dort. Wo ist noch mal Cook Islands? Diese Form der Silberanlage wird mit nur sieben Prozent Merkelsteuer belegt. Es ist eine rechtliche Konstruktion, um Silberbarren mit sieben Prozent Steuer hierzulande anbieten zu können. Als richtige Konkurrenz haben sie sich noch nicht durchgesetzt, sind aber eine preiswertere Alternative zu herkömmlichen Barren. Münzbarren sind ein deutsches Phänomen. Es gibt davon Größenordnungen von 1.000g, 100oz und 5.000 Gramm. Je größer die Einheit, desto preiswerter wird das Silber auch hier. Ein 5.000 Gramm-Barren kostet pro Unze derzeit 17,31 Euro. (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Argentarius.de)

Billiger an Silber kommen

Was halten Sie von Münzbörsen? Nichts? Sie sollten sich das überlegen oder mal bei einer vorbeischauen. Dort werden nicht nur Sammlermünzen angeboten, sondern auch Investitionssilber, also Barren und Standardmünzen. Die Preise orientieren sich oft an denen von proaurum, einem der größten Metallhändler hierzulande.

Einen Barren kann man auf Münzbörsen schon mal für 520 Euro „schießen“. Silbermünzen für 16-17 Euro. Nach Informationen vom Blogwart von www.richtige-schritte.de  werden dort auch 10-Euro-Münzen mit einem nur leichten Aufgeld angeboten. Über die Silberzehner werde ich demnächst hier einen Artikel liefern. Und eine Übersicht über Münzbörsen finden Sie hier: www.silber.de/muenzmesse_muenzboerse_termine.html

Interessant kann auch sein, offiziell übers Internet gekaufte Ware dort zu verkaufen und für das Geld anonym wieder Metall zu erwerben. Gleiches trifft übrigens auch auf Gold zu. Wie in den ersten drei Teilen meiner Silberserie erwähnt, ist der anonyme Kauf dem Kauf übers Internet vorzuziehen. Man weiß nie, welche Begehrlichkeiten es künftig seitens des Staates geben könnte. Übrigens sind Edelmetalle nach einer Haltedauer von einem Jahr abgeltungssteuerfrei. Darüber hinaus bieten Münzbörsen gute Kontaktmöglichkeiten und auch einen Gefühl, was es alles an Gold und Silber gibt.

Fazit:

Eine alte Händlerweisheit sagt „Im Einkauf liegt der Gewinn“, also soviel wie möglich Silber zu bekommen für so wenig Geld wie nötig. Am besten kauft man dann, wenn die Preise gefallen sind und nicht dann, wenn das Metall in den Medien auftaucht. An einen Verkauf kann man später denken, vielleicht erst viel viel später, wenn Silber mal die Titelseiten der Zeitungen belegt und die Leute mal wieder verrückt geworden sind und Mondpreise bezahlen wollen. Es wäre nicht das erste Mal.

Momentan liegen die Ein-Unzen-Münzen preislich günstiger als Barren. Doch Silberbarren haben einen Lagervorteil. Auch wenn die Mehrwertsteuer eine unangenehme Sache ist - Gold ist (noch) frei von dieser Steuer – Silber kostet ein 65-tel von Gold. Wie in so vielen Dingen ist das Leben auch hier eine Mischkalkulation - und der Teufel manchmal ein Eichhörnchen. Ach ja, Silberbarren, wenn sie einfach so lieblos herum liegen, laufen an. Macht nix! Silber bleibt Silber. Es mindert nicht den Wert. Es gibt sogar Sammler, die zahlen gerne einen guten Preis für uralte Barren.

Es gibt Leute, die finden diese weiß schimmernden Klötzchen hübsch und praktisch für Investitionen obendrein, denn Silber ist Edelmetall und überlebt schwierige Zeiten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft besser als mancher ihrer Besitzer. Mit einem Kilobarren für rund 600 Euro kann man eine Tür zu stoppen. Das ist immerhin preiswerter, als einen Goldbarren zu nutzen. Die Angelegenheit wird mit 30.000 Euro für ein Kilo etwas kostspieliger. Man könnte das Geld ja auch in eine umfangreiche Sammlung herkömmlicher Altersvorsorgeprodukte stecken. Man weiß dann leider nicht, was am Ende der Laufzeit heraus kommen wird. Bei Silber bleibt eine Unze eine Unze und ein Kilo ein Kilo. Notfalls kann man damit auch noch böse Kerle vertreiben, wenn sie vor der Tür den siebten DSL-Anschluss verkaufen wollen oder eine Mitgliedschaft bei wem auch immer. Versuchen Sie das mal mit einer kapitalbildenden Lebensversicherung. Okay, ein Regenschirm und böse Worte tun es auch...

Linktipps:

Gold & Silbermünzen-Preisvergleich:

http://www.gold.de/silbermuenzen.html

http://www.gold.de/goldmuenzen.html

http://www.bullionweb.de

http://www.silber-investor.de

Münzbörsen:

http://www.silber.de/muenzmesse_muenzboerse_termine.html

Informationen zu Silber:

http://www.silberinfo.com

http://www.cftc.gov/dea/futures/deacmxlf.htm

Kurse:

http://tools.boerse-go.de/rohstoffe/

http://www.godmode-trader.de/Rohstoffe

http://www.futurespros.com/charts/real-time-futures-charts

http://eltee.de/commodities.php

http://stooq.pl/q/?s=xageur&c=5d&t=l&a=lg&b=0

Angebote von Silbermünzen & Barren im Goldseitenforum:

http://www.goldseiten-forum.de/index.php?page=Thread&threadID=13428&pageNo=147