Link: Investieren in Silber (Teil 1) – Die ersten wichtigen Schritte (Frank Meyer)

Link: Investieren in Silber (Teil 2) – Der Silbermarkt (Frank Meyer)

Link: Investieren in Silber (Teil 3) – Silbermünzen (Frank Meyer)

Link: Investieren in Silber (Teil 4) - Silberbarren (Update, Frank Meyer)

Vor einem Jahr konnte ich mich für „Silberzehner“ kaum erwärmen, bekam man doch für viel Geld recht wenig Silber. Ich könnte mich getäuscht haben. Die 10-Euro-Münzen oder auch Gedenkmünzen entwickeln sich immer mehr zum Renner – im wahrsten Sinne des Wortes, denn um welche zu bekommen, muss man schon rennen. Die 18 Gramm schweren Münzen beinhalten 16 Gramm Silber, also rund eine halbe Unze und werden von der Bundesbank für 10 Euro heraus gegeben. Sie eigneten sich schon immer hervorragend als Bargeldvorrat. Sollte das Papiergeld zerfallen hat man nämlich immer noch das Silber.

Die Münzen mit wechselnden Motiven gelten als offizielles Zahlungsmittel. Doch die wenigsten Leute an den Kassen kennen sie und akzeptieren sie nur selten. Das müssen Händler auch nicht, sondern dürfen rechtlich einen Papierschein fordern. Ärgern Sie sich dann nicht. Man kann die Münzen jederzeit bei der Bank gegen einen 10 Euro-Schein zurück tauschen. Doch wer macht das schon...

Inzwischen ist der Silberpreis deutlich gestiegen, so dass Gerüchte die Runde machen, wonach der Silberanteil in den Münzen demnächst von jetzt 92,5 Prozent (Sterlingsilber) auf 62,5 Prozent abgesenkt werden. Damit würden alle bisherigen Ausgaben wertvoller – interessant vor allem für die Münzsammler. Da sich der innere Preis einer Münze in Richtung Nennwert annähert, würde die Bundesbank ein Verlustgeschäft machen, gäbe sie die Silberzehner weiter in ihrer bisherigen Form heraus. Aus „haushaltsrechtlichen Gründen“ prüft das Finanzministerium deshalb verschiedene Handlungsoptionen, schrieb unlängst die „Süddeutsche Zeitung“.

Doppelt versichert

Silberzehner sind unschlagbar gegenüber fallenden Silbernotierungen. Der Preis für die Münzen kann niemals unter zehn Euro fallen. Sie beinhalten damit eine so genannte Put-Option, einen natürlichen Schutz, denn man kann sie jederzeit bei der Bundesbank für zehn Euro zurückgeben und in Papier tauschen – selbst wenn eine Unze Silber nur noch fünf Euro kosten sollte. Wird Silber so tief fallen? Keine Ahnung. Ich vermute nein.

Ein Wort zu Münzen an sich: Münzen sind immer durch einen Nennwert gekennzeichnet, nicht durch den inneren Wert. Unzen ohne Nennwert werden Medaillen genannt. Wenn man ein niedliches Sparschwein 200 Euro auf dem Tisch ausspuckt, liegt der Materialwert des Klimpergeldes im Cent-Bereich. Ohne diesen Nennwert könnte man alles aus Nickel, Kupfer oder Messing getrost der Mülltonne überlassen. Solange eine Währung stabil funktioniert, zirkuliert auch das Münzgeld, bis zu dem Tag, an dem es Schwierigkeiten gibt.

Dann würden Silberzehner ihren Vorteil ausspielen können, da ihre Akzeptanz aufgrund des innewohnenden Silbers höher wäre als mit Vertrauen unterlegtes Papiergeld. Mit ihrem Einsatz im Alltag würde man zudem seine Anlagemünzen aus Gold und Silber schonen. Ist das nicht ein gutes Argument für diejenigen, die sagen, man könne mit Gold im Krisenfall nicht zahlen? Stimmt, wenn man Silber hat. Wer weiß, was Silber dann überhaupt kostet...

Übrigens wurden in D-Mark-Zeiten auch solche „DM-Zehner“ ausgegeben. Die Münzen bis 1997 bestanden aus 625er Silber und haben ein Feingewicht von 9,69 Gramm Silber. Die Münzen ab 1998 bestanden aus 925er Silber und tragen 14,34 Gramm Silber in sich. Die D-Mark wurde gegangen, das Silber blieb. 10-DM-Silberzehner gibt es beispielsweise bei Ebay. Man sollte nur nicht zuviel für das Silber zahlen.

Was wäre wenn?

Nähmen wir an, jemand hätte 20.000 Euro gespart und diese in Silberzehner getauscht. Auf dem Küchentisch lägen dann 2.000 dieser Münzen, bzw. 31,1 Kilogramm reines Silber. Das ist unter Umständen beruhigender als ein Kilo buntes Papier oder die entsprechende Menge Bits und Bytes auf einem Bankkonto. Und wenn man unbedingt mag, kann man diese 2.000 Münzen jederzeit wieder in Papier tauschen. Wie aber verhalten sich Silberzehner in Extremzeiten?

Szenario 1 – Staatsbankrott

Wenn der Staat pleite geht, also Zinsen und Schulden nicht mehr bedienen kann, steht als nächstes eine Währungsreform bzw. ein Währungsschnitt an. Für das schöne Papiergeld kommt dann das Ende und man dafür nur noch einen Bruchteil von Waren. Ganz nebenbei löst sich das Gesparte dann auch in Wohlgefallen auf. Silberzehner können in so einer Zeit als Tauschgeld zum Einsatz kommen. Und wie normales Silber ist es ein perfektes Transportmittel von Werten in eine neue Währung, wenn die alte Währung zu Grabe getragen wird. Hier zeigt sich dann auch, wie Silber als Wertspeicher fungiert. Bei einem deflationären Crash, wenn Bargeld aufwertet, können Silberzehner sehr hilfreich sein.

Szenario 2 – Hyperinflation

Auch wenn man immer so tut, als gäbe es nie wieder eine galoppierende Inflation oder gar eine Hyperinflation, so braucht man sich nur in der jüngsten Vergangenheit in Simbabwe umzusehen. Alle Leute dort haben ihre Erfahrungen damit gemacht – und wer hat oder hatte, auch mit Edelmetallen. Gold und Silber sind der natürliche Schutz vor einem Ausfall des Alltagsgeldes. Nach einer Währungsreform kann man - ja muss sogar - Silber und Gold gegen dann günstige Anlagen verkaufen. Es wird Dinge geben, die unglaublich billig sein werden und niemand haben möchte - Aktien beispielsweise. Wie so eine Zeit der Wirren aussieht, zeigt ein kleiner Film aus Simbabwe, wo das herkömmliche Geld aus Zahlungsmittel nicht mehr akzeptiert wird…