Anleger sind sehr kostenbewusst geworden – Das war die Geburtsstunde von Discount-Banken und ETF´s – Je länger die Laufzeit, desto mehr verwässern die Einmalkosten – Umgekehrt natürlich bei kurzen Laufzeiten - Eine anschauliche Kostenmatrix

Natürlich ist es eine banale Feststellung, dass Transaktionskosten im Wertpapiergeschäft, also zum Beispiel die Spesen und Gebühren beim Kauf von Wertpapieren, letztlich den Erfolg einer jeden Geldanlage vermindern. Wer schon länger im Geschäft ist erinnert sich, dass er beim Kauf – und auch Verkauf – von Aktien jeweils mindestens ein volles Prozent an Ordergebühren der Bank, ferner Börsenplatzentgelte etc. einkalkulieren musste. Hin und Her also gut zwei Prozent. Und die wollten erst einmal verdient werden, bevor der Anleger real wirklich ins Plus kam.

Wertpapierkosten insgesamt gesunken

Diese Zeiten sind jedoch nun schon lange vorbei. Bei Discount-Banken kommen Anleger heutzutage auch bei kleineren Beträgen wesentlich billiger an ihre Aktien und Bonds. Auch insgesamt haben sich die An- und Verkaufskosten unter dem Druck dieser Preisdrücker im Bankgewerbe deutlich ermäßigt; zumindest für den, der sich nicht scheut, vorstellig zu werden und mit der Verlegung seines Depot zu einer anderen Bank droht.

Aber trotzdem verbleiben immer noch Kosten und Gebühren, einmalige und laufende, die den Erfolg einer jeden Wertpapieranlage beeinträchtigen. In welch starkem Maße dies der Fall ist, lässt eine anschauliche Kostenmatrix-Tabelle erkennen, die seit einiger Zeit Goldman Sachs International in seiner monatlichen Publikation „Know How“ veröffentlicht(s. unten).

Kosten nur ein Teil der Anlageüberlegung

Dazu einige Erläuterungen: Anleger sollten dabei nicht nur die einmalig in den Kauf- und Verkaufsabrechnungen anfallenden und aufgeführten Kosten kalkulieren, sondern zum Beispiel auch Depotkosten, gleichgültig ob diese als fixe Kosten erhoben werden oder als ein bestimmter Promillesatz des Depotvolumens. Die Tabelle zeigt nun dem Anleger anschaulich, welche Nettorenditen sich bei unterschiedlichen Kosten und in verschiedenen Laufzeiten von drei, sechs oder 18 Monaten errechnen.

Konkretes Beispiel dazu (vergl. eingerahmter Kasten in der Tabelle bzw. die Spalten davor): Angenommen, ein Anleger erzielt einen Gewinn mit seiner Anlage in Höhe von 10 Prozent. Wenn ihm dabei keinerlei Kosen auf´s Auge gedrückt werden, so beträgt seine Nettorendite 10 Prozent. Bei einer nur dreimonatigen Haltedauer seiner Wertpapierbestände springt diese per-anno-Rendite natürlich stark auf 46,41% an. Bei sechs Monaten Haltedauer errechnet sich eine per-anno-Rendite von 21,00% und bei 18 Monaten von 6,56%. Wunderbar.

Doch diese Welt völlig ohne Kosten ist eine Scheinwelt, deshalb nun ein Blick auf die Renditen, wenn bei dieser Transaktion nur 10 Euro an gesamten Kosten anfallen (vergl. in der Headline der Tabelle). Die Nettorendite fällt dann auf 8,91%, in der dreimonatigen Laufzeit auf 40,7%, bei sechs Monaten auf 18,62 und bei 18 Monaten auf 5,86%. Und wer in der Zeile dann noch weiter nach rechts schaut stellt schnell fest, dass bei unterstellten Kosten von 25 oder sogar 50 Euro die Renditeziffern weiter deutlich nach unten gehen.

Prüfen, ob die Kosten ihr Geld wert sind

All dies soll natürlich nicht dazu führen, dass Anleger ihre Anlagen und Anlageüberlegungen nur noch unter Kostengesichtspunkten sehen. Ein guter Fondsmanager, der Jahr für Jahr eine gute Wertentwicklung erwirtschaftet, ist schon sein Geld und damit der Fonds seine Gebühren wert. Tut er dies nicht, wie es leider häufig der Fall war, muss er sich damit abfinden, dass immer mehr Anleger auf ungemanagte ETF´s ausweichen, die ihm unter Sicherheitsaspekten das gleich bieten wie die gemanagten Fonds. Und wenn dann auch noch die Wertentwicklung stimmt, dann hat der Anleger sich die ersparten Kosten und Gebühren redlich selbst verdient und kann sich auf die Schulter klopfen.