Liebe Cashkurs Leser,

jeder Krise wohnt auch eine Chance inne, heißt es so schön. Während die einen nur die Krise sehen und sie bejammern, suchen andere genau darin ihre Chance. Jammern heißt, dass es ein dringendes Bedürfnis nach etwas Bestimmtem gibt.

Wer in der Lage ist, diese Bedürfnisse zu befriedigen, hat somit bereits die Grundlage für ein stimmiges Geschäftsmodell geschaffen, denn die Jammerer sind gerne bereit Geld dafür zu bezahlen, wenn sie jemand von Ihrem Unglück befreit.

Spätestens seit Edward Snowden uns alle (manchen Politiker ganz besonders) gezwungen hat, uns der schon lange geahnten, aber stets verdrängten Realität rund um die lückenlose Überwachung in den elektronischen Kommunikationswegen zu stellen, ist rund um den Globus eine gar großes Gejammer ausgebrochen.Das dringende Bedürfnis, um das gejammert wird, lautet „Datensicherheit und elektronische Intimsphäre“.

Wer jetzt in der Lage ist, das zu bieten, der hat eine Goldgrube im Angebot. Es gibt nicht viele, die diese Möglichkeit haben. Die allergrößte Teil der heute auf der Welt angebotenen IT-Technik, Software, Hardware und Netzwerke hat immer den gleichen Ursprung: Die USA.Alternativen sind händeringend gesucht. Doch wo sollen die herkommen?

Wem vertraut die Welt noch? Wem KANN sie noch vertrauen. Durch Snowdens Enthüllungen wurde klar, dass die USA nicht die alleinigen Schlapphüte sind, sondern sich ein Netzwerk befreundeter Staaten aufgebaut haben, die gemeinsam die Daten der Menschen, Firmen und Staaten einsammeln und auswerten. USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien haben sich zum Spionagenetz „5 Eyes“ zusammengeschlossen. Diese „freien und demokratischen“ Länder fallen als Herkunftsland für sichere IT-Technik also aus.

Bleiben China, Russland. Dort ist sicherlich entsprechende Technik vorhanden, aber hier würde der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Anderen Regionen wie Südamerika, Afrika oder der arabischen Welt fehlt hier das Knowhow.

Bleiben zum Schluss noch Japan und Europa. Dieses Europa, in dem ein humanistisches Weltbild NOCH wichtiger ist als Macht der Industrie und der Geheimdienste.  Auch wenn der Zusammenbruch dieser Werte hier ebenfalls schon begonnen hat. NOCH vertraut man den Kontinentaleuropäern und hier liegt die große Chance für unsere heimische Industrie in diese Bresche zu springen.

Herzlichst

Ihr Dirk Müller

Börsenhändler an der Frankfurter Wertpapierbörse.

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Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kleinen Auszug der umfassenden Studie von Dr. Eike Wenzel (Leiter Institut für Trend- und Zukunftsforschung), die ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Trends ist.

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Schengen-Routing und der NSA Skandal:

Wie die Euro-Cloud die Internet-Welt verändern könnte  

von Dr. Eike Wenzel

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Ein Trendthema wie IT-Cloud, Datenverlagerung in die virtuelle Wolke, haben wir in unserem Börsenbrief bislang mit großer Vorsicht behandelt. Cloud-Computing stand jedoch bis vor kurzem eine strahlende Zukunft bevor. Unternehmen senken ihre Personalkosten durch die Nutzung von externen Datenspeichern, und die Privathaushalte halten durch Cloud-Nutzung ihre PCs und Handys funktionsfähig. Und genauso vielzählig, wie die Sicherheitsbedenken der Datenwolke gegenüber sind, genauso intensiv sind die Anbieter in den vergangenen fünf Jahren in diesen Markt eingestiegen.

Bis 2020, so eine Prognose von Eurocloud, werden in Europa Umsätze mit Clouddienstleistungen in Höhe von 45 Milliarden Euro gemacht. Das europaweit durch die Cloud indirekt erzeugte Wachstum des Bruttosozialprodukts wird gar auf 957 Milliarden Euro geschätzt. 3,8 Millionen Jobs sollen im Euroraum zusätzlich durch Cloud dienstleistungen entstehen. Wenn es in Europa einen Schlüssel für die Rückkehr zu alter Wirtschaftskraft gibt, so Thierry Fromes von Eurocloud, dann wird der nicht zuletzt in der Nutzung der Cloud liegen. Angebote für eine europäisch begrenzte Cloud, wie sie ansatzweise schon von SAP bereitgestellt wird, werden den Markt in den kommenden Jahren jedoch ein anderes Gesicht geben als bislang.

Auch im Computerhardware-Segment wäre es höchste Zeit, dass Europa aufholt. Doch da steht Europa ein langer Weg bevor. Was die momentane Entwicklung so schwierig macht: deutsche und europäische Anbieter kämpfen gegen Monopolstrukturen. Wer als global operierender Auftragsfertiger für mehrere Konzerne tätig ist, kann wegen der größeren Einkaufsmenge ordentliche Rabatte bei Zulieferern abrufen. Wenn jedoch momentan ein deutsches Unternehmen ein Hardware-Produkt entwickelt, ist es mehr oder weniger gezwungen, die Produktion außer Landes zu schaffen. Überhaupt verfügen nur größere Unternehmen über eigene Produktions kapazitäten. Arbeitsplätze entstehen in Deutschland momentan deswegen überwiegendnur auf dem Gebiet der Hardware-Entwicklung, der Qualitätssicherung und des Vertriebs.

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Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen eines von vier Unternehmen vorstellen, die wir im Rahmen der Ausgabe " Schengen-Routing und der NSA-Skandal: Wie die Euro-Cloud die Internet-Welt verändern könnte" von Cashkurs*Trends in die Watchlist aufgenommen haben.

United Internet: Platzhirsch auf dem europäischen Internet-Markt

Eines der größten europäischen Internet-Unternehmen hat ausgerechnet in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Montabaur seinen Sitz: United Internet. Mit über 12,7 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen und 31 Mio. werbefinanzierten kostenlosen Accounts ist das 1988 gegründete Unternehmen ein führender europäischer Internet-Spezialist. Zu United Internet gehören unter anderem die Marken GMX und Web.de sowie der Webhosting-Dienstleister 1&1.

United Internet tritt neben dem Portal-Geschäft als klassischer Internet-Provider auf und stellt DSL-Lösungen und mobile Internetzugänge bereit. United Internet betreibt fünf Rechenzentren mit über 70.000 Servern. Die meisten dieser Server stehen in Europa, einige aber auch in den USA.

United Internet gliedert sich in die Geschäftsbereiche Access und Applications. Unter Access werden sämtliche Produkte im Zusammenhang mit dem Internet-Zugang gebündelt. In diesem Geschäftsbereich vertreibt United Internet DSL-Anschlüsse und mobile Internetzugänge. Zuletzt verfügte United Internet über 3,09 Millionen DSL-Kunden und 1,86 Millionen Kunden bei den mobilen Internet-Zugangslösungen von United Internet. Im Geschäftsbereich Access ist United Internet ausschließlich in Deutschland aktiv.

Zum umsatzschwächeren aber deutlich kundenreicheren Geschäftsbereich Applications gehört das Portalgeschäft mit kostenlosen und kostenpflichtigen E-Mail-Konten, E-Business-Lösungen, Webhosting und Cloud-Lösungen. In diesem Bereich ist United Internet in acht europäischen Ländern (inklusive Deutschland) sowie in Mexiko, USA und Kanada aktiv. Dabei setzt United Internet sowohl auf organisches Wachstum als auch auf Akquisitionen.

Im August übernahm United Internet den spanischen Webhosting- und Cloud-Spezialisten Arsys für rund 140 Millionen Euro (Unternehmenswert ohne Barreserven und Schulden). Im Oktober erhöhte United Internet den Anteil am Marketing-Spezialisten Sedo außerdem auf gut 96 Prozent und kündigte einen Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre an. Die von der Sedo Holding betriebenen Geschäftsfelder Affiliate-Marketing und Domain-Marketing sollen stärker in die strategische Weiterentwicklung von United Internet eingebunden werden.

Als Reaktion auf die NSA-Affäre startete United Internet zusammen mit der Deutschen Telekom im August eine Brancheninitiative für die sichere E-Mail-Kommunikation in Deutschland. Den Nutzern von GMX, T-Online.de und WEB.DE wird erstmals eine automatische Verschlüsselung von Daten auf allen Übertragungswegen angeboten und zugesichert, dass die Daten nur gemäß deutschem Datenschutz verarbeitet werden. Die Verschlüsselung erfolgt automatisch durch die Provider, so dass technisches Know-how oder Zusatzaufwand seitens der Kunden nicht erforderlich sind. Die Speicherung aller Daten erfolgt in sicheren Rechenzentren in Deutschland. "E-Mail made in Germany" ist als offene Branchenlösung konzipiert, so dass sich weitere Unternehmen der Initiative anschließen können, sofern sie sich dazu verpflichten, die Standards der Initiative einzuhalten. Freenet ist der Initiative bereits beigetreten.

Wie die aktuellen Zahlen und die Bilanz von United Internet aussehen und welche weiteren Unternehmen wir in unserer Watchlist haben, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs*Trends.

Alle weiteren wichtigen Informationen zu dem aktuellen Trendthema und die dazugehörigen spannenden Aktienanalysen finden Sie im bereits erschienen Cashkurs*Trends Börsenbrief.

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