Liebe Leser,

passend zur Urlaubszeit heute ein Cashkurs*Trends Thema mit Fernwehcharakter. Auch wenn ich mich dieses Jahr für Bergaktivitäten in den Alpen entschieden habe, werden einige von Ihnen die schönsten Wochen des Jahres in fernen Gestaden verbringen. Zu den beliebtesten Urlaubsregionen gehört seit einigen Jahren Thailand. Aber auch die anderen asiatischen Staaten der zweiten Reihe – hinter China und Indien – entwickeln sich durch den Trubel um die großen Nachbarn beinahe unbemerkt zu den eigentlichen Gewinnern des asiatischen Aufstieges. Ein Freund von mir ist Manager im Touristikbereich und lebt seit vielen Jahren in Asien. Gerade berichtet er mir begeistert von den unglaublichen Chancen und der Aufbruchstimmung in Myanmar, wo der Start in ein neues Zeitalter gerade beginnt. Myanmar?! Da wird der eine oder andere erst mal im Atlas nachschlagen müssen, in älteren Exemplaren bitte unter „Burma“ nachsehen. Ein anderes befreundetes Paar reist seit Jahren mindestens einmal jährlich nach Thailand. Doch diesmal kamen die begeisterten Reisegrüße aus Vietnam. Das werden die meisten von Ihnen bisher ebenfalls eher mit amerikanischen Kinofilmen über ein düsteres Kapitel der amerikanisch-asiatischen Beziehungen verbinden. Heute ist es ein aufstrebendes Land mit einem großen touristischen Potential. Natürlich reden wir hier nicht von bereits perfekt entwickelten Volkswirtschaften ohne nennenswerte Probleme und Unsicherheiten. Aber genau darin besteht ja auch der Reiz des Investors. Das war China vor 15 Jahren ebenfalls nicht. Doch im Unterschied zum kommunistischen China sind die kleineren asiatischen Tiger dem Westen in ihrer politischen und kulturellen Ausrichtung schon lange deutlich näher. Die Karawane der Billigproduzenten zieht längst weiter von China in die benachbarten Länder und bringt damit auch Arbeitsplätze und Infrastruktur mit ins Land. Der Fleiß und der Optimismus der Menschen vor Ort tun ihr übriges, um hier für den nächsten großen Aufschwung zu sorgen. Eines Tages wird sich der Blick von hier nach Afrika wenden, dem dann letzten großen Kontinent mit riesigem Nachholpotential. Doch bis dahin lohnt es sich allemal nicht nur durch die touristische Sonnenbrille, sondern auch das scharfe Monokel des Investors auf diese spannenden asiatischen Länder der zweiten Reihe zu sehen. Diese Länder – ihre Gesamtheit wird ASEAN genannt – spielen übrigens ebenfalls bereits mit dem Gedanken an eine gemeinsame Währung. Aber in asiatischer Weisheit nehmen sie sich dabei nicht den Euro sondern den ECU als Vorbild. Eine gemeinsame Abrechnungswährung, ohne dabei die eigenen nationalen Währungen aufzugeben. Man scheint dort aus den Fehlern der anderen zu lernen.

Es ist ganz natürlich, dass man sich als Investor im heimischen Markt lieber tummelt als an fernen Gestaden, die einem wenig vertraut sind. Dennoch seetzen wir uns bei Cashkurs*Trends einmal mit den Verhältnissen und Unternehmen dort auseinander und vielleicht ist eine kleine Beimischung substanz-, ertrags- und zukunftsstarker Unternehmen ein vielversprechender Ansatz, um sich ein wenig von den Turbulenzen um die heimischen Märkt zu diversifizieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch angenehme Urlaubstage, wo immer auf der Welt Sie diese verbringen. Viel Vergnügen mit unserem Blick auf die aufstrebenden Asiaten der zweiten Reihe!

Ihr Dirk Müller

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Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kleinen Auszug der umfassenden Studie von Dr. Eike Wenzel (Leiter Institut für Trend- und Zukunftsforschung), die ebenfalls Bestandteil von Cashkurs*Trends ist.

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Zukunftsmarkt Südostasien – die globale Wirtschaft hat ein neues Powerhouse - von Dr. Eike Wenzel (ITZ)

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Über 600 Millionen Menschen leben in der Region Südostasiens, knapp 100 Millionen Menschen mehr als in der Europäischen Union. Zu den ASEAN-Staaten (Association of Southeast Asian Nations) gehören zehn Länder: Singapur, Malaysia, Thailand, die Philippinen, Indonesien, Vietnam, Kambodscha, Laos, Myanmar und Brunei. Experten bezeichnen die ASEAN-Region als die Gewinner-Region des 21. Jahrhunderts. Unter anderem weil mächtige Wirtschaftsnationen wie Japan den südostasiatischen Raum derzeit wiederentdecken: Im vergangenen Jahr hat Japan 6,4 Milliarden US-Dollar in die ASEAN-Staaten invesitiert, hauptsächlich in Singapur, Indonesien, Thailand, Malaysia, Vietnam und den Philippinen (zum Vergleich: 2005 war die Investitionssumme Japans laut der Japanischen Außenhandelsorganisation um knapp 50 Prozent geringer). Die Marktforscher von Dealogic rechnen vor, dass sich Japan in diesem Jahr bis zum jetzigen Zeitpunkt seine Zusammenschlüsse mit Firmen in Südostasien etwa 8,2 Milliarden US-Dollar hat kosten lassen. Daran beteiligt sind namhafte Unternehmen wie Mitsubishi, UFJ Financial und Suzuki.

Aber nicht mehr nur die großen japanischen Firmen wollen von dem südostasiatischen Boom profitieren, immer mehr kleine und mittelstän- dische Firmen aus der ganzen Welt wollen auf dem Markt präsent sein und satte Gewinne einfahren. Auch China hat die südostasiatischen Märkte inzwischen ins Visier genommen. Vor Kurzem erklärte beispielsweise CSR Corporation, Chinas größter Fabrikant von Zügen, 127 Millionen US-Dollar in Malaysia zu investieren. Noch eindrucksvoller belegt wird das chinesische Interesse an Südostasien durch das bereits im Jahr 2010 geschlossene Freihandelsabkommen mit den ASEAN-Staaten. Gemessen an den Einwohnern gilt es als das weltweit größte Handelsabkommen: In dem gemeinsamen Wirtschaftsraum tummeln sich fast zwei Milliarden Menschen. Nimmt man die Wirtschaftskraft als Maßstab, dann ist der Wirtschaftsraum ASEAN-China nach der Europäischen Union und der NAFTA mittlerweile der drittgrößte Wirtschaftsraum der Welt.

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Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen eines von vier Unternehmen vorstellen, die wir im Rahmen der Ausgabe "Zukunftsmarkt Südostasien" von Cashkurs*Trends in die Watchlist aufgenommen haben.

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Flextronics: Fertigungsdienstleister für elektronische Komponenten

Flextronics ist ein Anbieter von sogenannten Electronics Manufacturing Services (EMS). Das Unternehmen übernimmt als Dienstleister für andere Firmen die komplette Entwicklung und Auftragsfertigung von elektronischen Bauteilen und Systemen.

Flextronics wurde im Jahr 1969 in den USA gegründet und verlagerte seinen Sitz bereits 1990 nach Singapur. Dass sich Unternehmen wie Flextronics in Singapur ansiedeln, ist eine Folge der ausgesprochen wirtschaftsfreundlichen Politik in dem Stadtstaat. Niedrige Unternehmenssteuern und wenig Bürokratie machen Singapur auch bei westlichen Firmen zu einem immer beliebteren Standort.

In den vergangenen Jahren profitierte Flextronics von der immer stärkeren Globalisierung. Viele westliche Unternehmen entwickeln und fertigen elektronische Systeme nicht mehr selbst, sondern lassen dies von Auftragsfertigern wie eben Flextronics erledigen. Das Unternehmen unterhält Produktionsstandorte in zahlreichen Ländern Asiens, aber auch in Nordamerika, Brasilien und vielen europäischen Staaten. In Deutschland sind drei Produktions- und ein Entwicklungsstandort angesiedelt. Die Kunden der Niederlassungen von Flextronics in Deutschland kommen aus der Automobil- und Investitionsgüterindustrie sowie den Bereichen Energie, Computing, Networking, Automatenherstellung und weiteren Industriesektoren. In den drei deutschen Hauptniederlassungen Paderborn, Frickenhausen und Böblingen bietet Flextronics die gesamte Palette an Dienstleistungen vom Design, über die Forschung und Entwicklung bis hin zur Herstellung von Leiterplatten an.

Flextronics beliefert Kunden aus vielen verschiedenen Branchen und Regionen weltweit. Für Apple stellt Flextronics beispielsweise Kameras und Akku-Ladegeräte her. Im Geschäftsbereich „High Reliability Solutions“ werden Produkte gefertigt, bei denen es auf eine hohe Sicherheit und Verlässlichkeit ankommt. Unter anderem werden hier Fahr- und Flugzeugteile, Bauteile für die Energieversorgung sowie Bauteile für medizintechnische Produkte entwickelt und produziert. Der Geschäftsbereich „High Velocity Solutions“ deckt den gesamten Bereich der Konsumelektronik ab, angefangen von Komponenten für Mobiltelefone, Spielekonsolen und PCs bis hin zu Gateways für ganze Rechnernetze. Im Geschäftsbereich „Integrated Network Solutions“ wird die Entwicklung und Herstellung von Netzwerktechnologie für den professionellen Einsatz angeboten. Dazu gehören beispielsweise Server und Datenspeicher mit hoher Kapazität. Der vierte Geschäftsbereich, „Industrial and Emerging Industries“ umfasst zahlreiche weitere Produktbereiche, unter anderem Haushaltsgeräte, Navigationstechnologie, Sicherheitshardware, Drucker und vieles mehr. Flextronics beschäftigt rund 200.000 Mitarbeiter in 30 Ländern.

Wie die aktuellen Zahlen und die Bilanz von Flextronics aussehen und welche weiteren Unternehmen wir in unserer Watchlist haben, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Cashkurs*Trends.

Alle weiteren wichtigen Informationen zu dem aktuellen Trendthema und die dazugehörigen spannenden Aktienanalysen finden Sie im bereits erschienen Cashkurs*Trends Börsenbrief.

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