Hier noch mal Teil 1

Hier noch mal Teil 2

Bevor ich im weiteren Verlauf dieser Artikelserie auf die Thematik „Edelmetalle als Währung“ zu sprechen komme, möchte ich zunächst noch einmal auf das Quantitative Easing der Zentralbanken eingehen.

Quantitative Easing (QE) – schlimmer geht´s nimmer

Die Maßnahme des Quantitative Easing (QE) wird oft in den Medien mit „Gelddrucken“ gleich gesetzt, doch halte ich diese Maßnahme der Zentralbanken noch für weitaus problematischer als das bloße Drucken von Geld.

Zunächst sei angemerkt, dass der Ankauf von Wertpapieren und Staatsanleihen durch die EZB – entgegen der landläufigen Meinung - keineswegs die nachfragende Geldmenge im Euro-Raum nachhaltig ansteigen lässt. Die Geldmenge M0 (Zentralbankgiral auf den Konten der Banken bei der Zentralbank) steigt nur für wenige Tage kurzfristig an, um dann bei der nächsten wöchentlichen Tendervergabe auf das notwendige Minimum zurückgefahren zu werden. (Stichwort: Sterilisierung).

Quelle: Deutsche Bundesbank

Das QE nun als den Verursacher der Geldmengenausweitung verantwortlich zu machen, ist fast schon albern, wenn man sich allein den Anstieg der Geldmengen in den USA vor QE anschaut:

Eine Kreditgelddeflation kann im übrigen mit QE überhaupt nicht bekämpft werden, da die Zentralbanken in keinster Weise auf die Kreditvergabe der Geschäftsbanken Einfluss nehmen können. Gut, bitten und betteln können sie, aber viel mehr auch nicht, wie man in den letzten Jahrzehnten in Japan beobachten konnte.

Mehr über Hintergründe und Auswirkungen des QE  können Sie in diesem Artikel nachlesen:

Quantitative Easing v. 26.08.2010

Auch wenn überall in den Mainstream-Medien die Maßnahme der Quantitativen Lockerung als direkter Weg in die Hyperinflation gebrandmarkt wird, wird die wahre Problematik des QE weitestgehend ignoriert: nämlich den Missbrauch der Zentralbanken (EZB, FED, BoE) als Bad Banks.

Die große Umverteilung zu Lasten der Bürgen

Wir dürfen nicht vergessen, dass sich die EZB im Eigentum der nationalen Notenbanken (u.a. der Deutsche Bundesbank) befindet und es sich bei diesen um staatliche Institutionen handelt. Gewinne der EZB werden an die nationalen Notenbanken ausgeschüttet und, – um in Deutschland zu bleiben – von der Deutschen Bundesbank an das Bundesministerium für Finanzen abgeführt. Es sei angemerkt, dass sich dieser Sachverhalt in den USA ähnlich darstellt: Auch wenn die FED privaten Banken gehört, ist sie laut Gesetz verpflichtet, fast ihren gesamten Gewinn an den amerikanischen Staat abzuführen. Selbst im Krisenjahr 2009 musste die FED von ihrem Nettogewinn in Höhe von 52,1 Mrd. Dollar 46 Mrd. an das Finanzministerium abführen. Im Umkehrschluss bedeutet das nichts anderes, als das mögliche Verluste natürlich auch auf die Staaten abgewälzt werden.

Nachdem die Staaten - insbesondere die Bundesrepublik Deutschland - und demzufolge ihre Bürge(r)n gezwungen wurden, mit Hilfe der gigantischen Rettungspakete die Banken und somit die dahinter stehenden Geldvermögen der Geld- und Machtelite zu retten, setzt man jetzt noch eins drauf, indem man die faulen Wertpapiere auch noch ins Eigentum der Staaten überträgt. Dass die Staaten durch das QE weniger Zinsen bezahlen müssen (siehe Link zu meinen Artikel oben) nimmt die Geld- und Machtelite wahrscheinlich billigend und mit knirschenden Zähnen in Kauf.

Sie sehen, es läuft alles nach Fahrplan: die größte Umverteilung in der Geschichte der Menschheit ist in vollem Gange. Die Guten ins Geldelite-Töpfchen, die Schlechten ins (Volks)kröpfchen.

Es ist tatsächlich unglaublich beeindruckend, dass nun einerseits vehement auf der ausufernden Staatsneuverschuldung der letzten Jahre seitens der Bankenmachtaristrokatie vorwurfsvoll herumgeritten und eine Konsolidierung der Staatshaushalte gefordert wird, andererseits seitens des IWF keine Bondblase erkannt werden kann. Entschuldigen Sie bitte, aber erstens würden wir ohne die Bankenrettungen tatsächlich heute in wahrscheinlich bürgerkriegsähnlichen Zuständen leben und zweitens dürfte auch völlig klar sein, dass es sich bei den Staatsverschuldungen um die Mutter aller Blasen handelt, die irgendwann platzen müssen wird.

Es scheint fast so, als ob man sich in Kreisen der Geldelite ab und zu trifft, um kollektiv mit dem Kopf vor eine Wand zu rennen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass diese ganzen Ver(w)irrungen pure Absicht sind, um die wahren Hintergründe nicht an die Oberfläche treten zu lassen.

Staatsschulden und Vermögen

An dieser Stelle möchte ich noch einmal ein Mitglied der Geldelite, nämlich Alan Greenspan zitieren: 

„Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die 'versteckte' Enteignung von Vermögen.“

Diese Sichtweise des „Magiers der Märkte“ greift hier deutlich zu kurz, um nicht das Wort „daneben“ verwenden zu müssen. Es sollte mittlerweile jedem klar sein, dass Schulden, - und dazu gehören natürlich auch Staatsschulden - zwingend nötig sind, um den von Sparern verursachten Entzug von Geld - durch langfristige Anlagen am Kapitalmarkt - in der Realwirtschaft auszugleichen. Übermässige Staatsverschuldung und deren dauernde Ausweitung ist daher die Folge von übermäßiger, langfristiger Geldvermögensbildung im privaten Bereich. Neue Schulden dienen nur der Vermeidung eines Abgleitens der Volkswirtschaft in eine Deflation. Aus diesem Grund halte ich die Worte Greenspans für grundsätzlich falsch! Es müßte richtigerweise heißen:

„Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus, um die Vermögenskonzentration in den Händen einiger weniger Privilegierter überhaupt zu ermöglichen.“

Die Inflation der Währungen ist ein Langzeitprozess (siehe Charts), der seit vielen Jahrzehnten abläuft und in Deutschland mit dem Start der D-Mark begann. Führt man als Grund für Inflation nur die Staatsverschuldung an, so ist das zu kurz gedacht, denn ausgeweitet wird zunächst einmal die Geldmenge, indem Ersparnisse (Ansprüche auf Auszahlung von Bargeld = Giralgeld) gebildet werden. Und die sind mittlerweile auf ein genauso gewaltiges Niveau angewachsen, wie die spiegelbildlichen Staatsschulden.

Werden durchaus legitime Gewinne aus der Realwirtschaft langfristig angelegt und an den Kapitalmärkten investiert, fehlen diese Gelder als Zahlungsmittel in der Wirtschaft und neue Schulden müssen von anderen Wirtschaftsteilnehmern (egal wem) aufgenommen werden, um das Fehlen dieser Zahlungsmittel in der Realwirtschaft auszugleichen. Werden nicht genügend Neu- und Nachschuldner im Kreis der Unternehmer und Privatleute gefunden, bleibt nur der Staat, der neue Schulden aufnehmen kann und muss, um das System nicht in eine Deflation abgleiten zu lassen.  Der eigentliche Grund für die Überschuldungssituation der Welt ist also in den langfristig angelegten Geldvermögensanlagen zu suchen. Sie sind gleichzeitig die Ursache dafür, dass es langfristig zu Inflation und letztendlich in einer Hyperinflation zur Geldentwertung kommen kann, - nämlich dann wenn das Vertrauen in die zukünftige Kaufkraft dieser Geldvermögen verloren geht.

Dieser Vertrauensverlust setzt m. E. bereits langsam ein und kann in einer plötzlichen Panik zum Ausdruck kommen, wenn einer kritischen Anzahl von Menschen bewußt wird, dass ihre Sparvermögen wertlos sind. Die Folge wird eine Flucht aus der Währung und die Kündigung langfristiger Geldanlagen, Sparverträge, Lebens- und Rentenversicherungen sein. Hyperinflation ist nichts anderes als ein plötzlicher Ausbruch aus einem Papier, Bits & Bites-Gefängnis.

Allerdings ist es mehr als fraglich, ob die „normalen“ Bürger letztendlich überhaupt flüchten können und – noch entscheidender – ob die Gefängnisaufseher (die Macht- und Geldelite) dieses Verhalten tolerieren werden. Banken haben schließlich auch einmal das Recht auf Feiertagsruhe!

Vertrauen ist manchmal nicht gut - Gold und Silber sind besser

Überaus interessant ist in diesem Zusammenhang immer wieder, wenn in Gesprächen als Antwort auf eine Investmentempfehlung in Edelmetalle die „Normal“bürger unter meinen zahlreichen Bekannten aufgrund der meist negativen Presseberichte die Nase über Gold rümpfen und die Mär von einer Goldblase und überteuerten Preisen nachplappern. Also ich persönlich spare seit fast zehn Jahren in Edelmetallen und das Gequatsche von zu teuer und einer Blase verfolgt mich seit ziemlich genau 120 Monaten. Allerdings wird im Gegenzug eine Aktienanlage aufgrund von meist schlechten Erfahrungen ebenso gemieden. Was also bleibt?

Ich weiß nicht, ob Sie – wie ich – auch eine ganze Menge Leute kennen, die aufgrund der aktuellen Lage bereits in Sachwerte flüchten, indem ein neues Auto, eine Eigentumswohnung gekauft oder die Sanierung des Daches vorgezogen wird. Mir ist bewußt, dass es sich bei diesen Beobachtungen nur um meine subjektive Wahrnehmung handelt, allerdings höre ich tatsächlich den Satz „Unser Geld ist bald sowieso nix mehr wert.“ in den letzten Monaten recht häufig. Meine Korrektur, dass unser Geld schon heute nichts mehr wert wäre, wenn sich nur genügend Leute dieser Meinung anschlössen, erntet meistens verständnislose Blicke. So ein gewisses Urvertrauen scheint also noch durchaus existent zu sein.

Die Geld- und Machtelite geht schon stiften

Vor diesem Hintergrund sollte man auch einmal die plötzliche „soziale Ader“ betrachten, die der ein oder andere Milliardär gerade für sich entdeckt hat und riesige Geldvermögen in privaten Stiftungen untergebracht werden. Übrigens ist es sehr interessant, sich mit den Zielen dieser Stiftungen auseinander zu setzen. Ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen (dieses Thema wäre einen gesonderten Artikel wert), scheint es sich um Impfprogramme in der dritten Welt zu handeln, die in Zusammenhang mit einer künstlichen Reduzierung der Weltbevölkerung (Eugenik) einhergehen sollen.

Sehr lesenswert ist dieser Artikel von F. William Engdahl:

Der "Tresor des jüngsten Gerichts"

Höhe und Verteilung der Geldvermögen in Deutschland

Zur Höhe der bestehenden Geldvermögen finden wir Informationen bei der Bundeszentrale für Politische Bildung. Allein zwischen 1992 und 2006 haben sich die Geldvermögen in Deutschland mit einem Zuwachs von 107,3 Prozent mehr als verdoppelt. Das Vermögen teilt sich auf in ca. 4,8 Billionen Euro Immobilienvermögen, 4,5 Billionen Euro Geldvermögen und etwa 1,1 Billionen sonstiger Gebrauchsvermögen (z.B.: Kunstgegenstände , Schmuck, Antiquitäten, etc.)

http://www.bpb.de/wissen/CHTDJW,0,0,Verm%F6gensentwicklung.html

Schauen wir nun einmal auf die Verteilung dieser Vermögen:

[...] Laut einer aktuellen Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) war das Nettovermögen von hochgerechnet rund 6,6 Billionen Euro im Jahr 2007 (ohne PKW und Hausrat) sehr ungleich verteilt. Auf die – gemessen an der Höhe des Vermögens – oberen 10 Prozent der Personen über 17 Jahre entfielen 61,1 Prozent des Vermögens – allein das oberste Prozent konnte etwa 23 Prozent des gesamten Vermögens auf sich vereinen. 27,0 Prozent der erwachsenen Bevölkerung verfügten über kein Vermögen oder waren verschuldet. Die untersten 70 Prozent der nach dem Vermögen sortierten Personen hatten im Jahr 2007 einen Anteil am Gesamtvermögen von weniger als 9 Prozent. [...]

Sie sehen, das es in Deutschland eine Oberschicht von ca. 800.000 Menschen gibt, die  ein Gesamtvermögen von mehr als 1,5 Billionen Euro ihr Eigentum nennen können. Problematisch an dieser Vermögensverteilung ist der ständige Zuwachs in den Händen dieser wenigen Leute. Diesen Menschen würde es erhebliche Probleme bereiten, ihre Vermögen zu verkonsumieren. Und auch DER SPIEGEL weiss, dass sich Vermögen ab 300 Millionen Euro nicht mehr vernichten lassen.

www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,722537,00.html

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich nichts gegen die Menschen habe, die diese großen Vermögen teils mit harter Arbeit, Fleiss und Ideenreichtum aufgebaut haben. Im Gegensatz zu den Linken lehne ich eine Enteignung oder rigorose Besteuerung dieser Vermögen ebenfalls ab. Trotzdem ist eine grundlegende Neuordnung des Systems von Nöten. Denn auch die Vermögenden sollten ein immer noch mögliches Deflationsszenario nicht aus den Augen verlieren. Sollte ein Ereignis ähnlich der Lehmann-Pleite oder 9/11, das weltweite Finanzsystem zusammenbrechen lassen, ist das Hyperinflationsszenario sofort passé. Geldvermögen und Schulden würden in einem solchen Fall eliminiert. Auf der Strecke blieben zwar weniger die Vermögenden, die breit aufgestellt sind als eher die kleinen Sparer, die es versäumt haben, zuvor in Sachwerte zu investieren.

So schlecht ist die Idee mit dem neuen Dach also doch nicht....

... wird in Teil 4 fortgesetzt

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