Bevor Sie jetzt weiterlesen und sich die Tabelle, die am Ende dieses Artikels verlinkt ist anschauen, möchte ich Sie bitten, eine Zahl aufzuschreiben. Wie hoch ist Ihrer Meinung nach der durchschnittliche Stundenlohn der 100 reichsten Deutschen? Bitte denken Sie drei Sekunden nach, um dann diese Zahl spontan auf einem Stück Papier zu notieren. Grundlage sind 230 Arbeitstage im Jahr in insgesamt 40 Jahren und 8 Stunden Arbeitszeit pro Tag. Hierbei wird ein Spitzensteuersatz in Höhe von 48,5 Prozent zu Grunde gelegt, der allerdings nur kurzzeitig während der Schröder-Ära in Deutschland galt und bekanntlich später wieder gesenkt wurde. Natürlich können Sie Ihren Tipp gerne über die Kommentarfunktion veröffentlichen.

Oftmals bin ich schon von vermeintlich reichen Menschen angegriffen worden, die mich, - ist gerade am letzten Samstag wieder passiert - während Diskussionen als Kommunisten und Marxisten beschimpft haben. Meinen Vorschlag zu einer höheren Besteuerung sehr hoher Einkommen verstehen diese Menschen oft miss und beziehen ihn auf sich. Einfach und allein deshalb, weil sie sich selbst zu dieser Gruppe zählen. Damit jedem klar wird, wen ich meine, wenn ich von einer höheren Besteuerung großer Einkommen und Vermögen spreche, finden Sie in diesem Artikel eine Liste mit den Einkommen der 500 reichsten deutschen Bundesbürger und deren Stundenlöhne. Die Berechnungen basieren auf den Listen des manager magazins, welches jedes Jahr die Vermögenswerte der tatsächlichen Spitzenverdiener in unserem Land veröffentlicht.

Bei den unten angeführten Vermögenswerten handelt es sich um Schätzungen aus dem Jahr 2010, deren Aufschlüsselung nach Geldvermögen, Immobilien, Aktien etc. aus nachvollziehbaren Gründen ebenfalls kaum angegeben werden kann. Grundlagen der Statistik sind Recherchen bei Insidern (Bankmanagern, Vermögensverwaltern, Rechtsanwälten, etc). Man sollte daher davon ausgehen, dass unten stehende Zahlen allenfalls ein unscharfes Bild der tatsächlichen Vermögen abbilden können. Doch spielt in dieser Liga die ein oder andere Milliarde mehr oder weniger sowieso keine Rolle.

Ausdrücklich geht es mir überhaupt nicht darum, die Einkommen von Menschen sehr viel stärker zu besteuern, die sich aufgrund harter Arbeit eine schöne Villa, einen Porsche und vielleicht sogar eine tolle Segelyacht leisten können. Sie werden wahrscheinlich, – wenn Sie sich noch nicht damit beschäftigt haben – äußerst erstaunt sein, welche Art von Stundenlöhnen ich meine, die durchaus einen höheren Spitzensteuersatz vertragen dürften.

Es ist äußerst interessant, wenn man sich einmal anschaut, welchen Stundenlohn man selbst haben müßte, um ein Vermögen in Höhe der 500 reichsten Deutschen innerhalb von 40 Jahren aufzubauen. Grundlage dieser Berechnung sind – wie oben schon erwähnt -  230 Arbeitstage pro Jahr bei einem 8 Stunden Tag und einem angenommenen Spitzensteuersatz in Höhe von 48,5 Prozent. Wir gehen hierbei von einem normalen Arbeitsleben aus, dass nach Schulausbildung und Studium im Alter von 25 Jahren beginnt und mit dem Eintritt ins Rentenalter von 65 Jahren endet. Großzügig lassen wir bei dieser Aufstellung die Kosten für den Lebensunterhalt getrost unter den Tisch fallen und nehmen einmal an, dass diese Personen ohne sonstige Lebenshaltungskosten 40 Jahre lang im „Hotel Mama“ wohnen und sich dort umsonst verköstigen lassen.

Allerdings weiss ich aus eigener Erfahrung, dass der Lebensstil der Superreichen als äußerst angenehm bezeichnet werden kann und nichts mit „Hotel Mama“ und Hausmannskost zu tun hat. Im jungen Alter war ich selbst einmal bei einem der 100 reichsten Deutschen als Angestellter tätig, der allerdings nunmehr nur noch zur Gruppe der 300 reichsten Deutschen gehört. Drei- bis viermal jährlich Urlaub in St. Moritz und anderen Luxusorten gehörten genauso zum Standard, wie ein luxuriöser Fuhrpark samt Chauffeuren. Die täglichen Mahlzeiten hatten die Qualität, die in mindestens 1-Sterne Restaurants geboten wird und wurden von Weinen sehr namhafter Weingüter und Chateaus begleitet, wobei mir selbst eine solche Form der Ernährung auf Dauer sehr langweilig erscheint. Ich liebe Möhreneintopf. Wir lassen also in dieser Aufstellung die aufwendigen Lebenshaltungskosten außen vor, denn würde man sie berücksichtigen, würde sich der unten errechnete Stundenlohn noch weiter erhöhen müssen.

Zu bedenken ist auch, dass die Einnahmen der Superreichen und ihre Stundenlöhne in den ersten beiden (drei) Jahrzehnten natürlich deutlich geringer waren als heute, weshalb man davon ausgehen kann, dass sie heute noch deutlich höher ausfallen, als hier ausgewiesen.

Hier geht´s zu den Zahlen

Beitrag senden Beitrag drucken