Der 1977 in Amiens geborene Emmanuel Macron, Sohn eines französischen Ärzteehepaares ist derzeit aussichtsreichster Anwärter auf das Präsidentenamt in Frankreich. Zumindest, wenn man den aktuellen Stimmungsumfragen und den Medien Glauben schenkt.

Bis 2012 hatte Macron einen Job bei N M Rothschild & Sons, wo er kurz vor der Wahl Hollandes zum Präsidenten noch einen Milliardendeal zwischen den Weltkonzernen Nestlé und Pfizer einfädelte. Im August 2014 berief ihn François Hollande zum Wirtschaftsminister.  Das Amt übte Macron bis August 2016 aus.

Macron galt in Hollandes Kabinett als der beliebteste Politiker der Regierung. Dies änderte sich im Laufe des Jahres 2016 nach der Feststellung, dass Macron zu wenig Steuern gezahlt habe.

Wunschkandidat

Im April 2016 gründete er seine eigene Partei En Marche! und gab im November seine Präsidentschaftskandidatur bekannt. Es ist kein Zufall, dass En Marche! dieselben Initialen wie sein Gründer besitzt. Zu seinen Unterstützern gehört unter anderen Nicole Bricq, die bereits Mitarbeiterin von Dominique Strauss Kahn war, bevor sie unter Hollande Ministerin für Außenhandel und später Umweltministerin wurde.

Emmanuel Macron gilt als Wunschkandidat der Pro-EU-ler, die hoffen, mit ihm Marine Le Pen verhindern zu können. Mit seiner neu gegründeten Bewegung vertritt er sozial-liberale Ansätze. Innerhalb kürzester Zeit sammelte Macron 4 Millionen Euro an Spendengeldern ein.

147 Unternehmen und Macrons Kontakte

Die Datenbank ORBIS beinhaltet die detaillierten Firmenprofile von elf Millionen Unternehmen mit neun Millionen Beteiligungsverknüpfungen weltweit. Schweizer Analytiker der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben mit einem mathematischen Modell diese Daten auf die wesentlichen Verknüpfungen komprimiert und daraus 43.060 transnational tätige Konzerne herausgefiltert. Durch Beteiligungen und Verknüpfungen dieser Unternehmen an anderen Konzernen ergibt sich, dass 1.318 Firmen den Kern der globalen Wirtschaft bilden. Aus diesem Kern haben die Züricher Forscher dann 147 Unternehmen herausgefiltert, die das Machtzentrum der Weltwirtschaft darstellen.

50 davon vertreten mit zwei Ausnahmen die Hochfinanz mit Banken, Investmentgesellschaften und Versicherungen. Angeführt vom Rothschilds Barclays Inc., das als wichtige Aktionäre die Privatbank N M Rothschild und deren Satelliten-Bank Lazard Brothers ausweist, sind sie besonders eng untereinander und nach außen vernetzt und kontrollieren 40 Prozent des weltweiten Vermögens.

Rothschild

Die größten acht US-Banken einschließlich Goldman Sachs, werden fast komplett von nur zehn Aktionären kontrolliert, darunter BlackRock. Hinter diesen Beteiligungsmolochen stehen einige wenige superreiche Personen und Familien, die letztlich die persönlichen Eigentümer sind.

Macron hat über seine Kontakte zu N M Rothschild auch die erforderlichen Drähte zu Black Rock und wie bekannt, war unser EZB-Präsident Draghi selbst Mitarbeiter bei Goldman Sachs.

Damit dürfte Macron über wichtige Voraussetzungen verfügen, die ihm tatsächlich zum Sieg verhelfen könnten.

Lassen wir uns überraschen

Ob er Marine Le Pen tatsächlich aus dem Rennen werfen kann, werden dennoch erst die Wahlen zeigen. Im Europa-Parlament scheint man sie, trotz Macron noch zu fürchten.

Nicht umsonst hat das EU-Parlament im März die Immunität von Le Pen aufgehoben, damit die Staatsanwaltschaft von Nanterre bei Paris, freie Bahn zur strafrechtlichen Verfolgung Le Pens wegen der Verbreitung von Gräuelphotos auf ihrem Twitter-Account von Opfern des IS hat.

Die Mainstreammedien waren auch überzeugt und die Umfragen indizierten es, dass Trump gegen Clinton nicht gewinnen wird.