Der in Denver aufgewachsene Ford studierte an der Johns Hopkins Universität, an der er 1983  mit dem Master of Arts abschloss. Neben der deutschen Sprache beherrscht er Türkisch, Französisch und Arabisch.

Er trat 1985 in den Auswärtigen Dienst ein und arbeitete in İzmir, Kairo, Algier und Yaoundé. Von 2001 bis 2004 diente Ford als Gesandter der US-Vertretung in Bahrain und von 2004 bis 2006 als Botschaftsrat in der US-Botschaft Bagdad, wohin er 2008 als Gesandter zurückkehrte.

Zuvor hatte ihn  George W. Bush am 13. April 2006 als Botschafter für Algerien nominiert. Der US-Senat bestätigte die Nominierung am 27. Mai 2010 ernannte Barack Obama ihn zum US-Botschafter für Syrien.

Er war wichtiger Drahtzieher des "arabischen Frühlings" in Syrien. An Demonstrationen in Homs gegen die syrische Republik war er persönlich dabei. Man sah ihn dort nicht, wie Viktoria Nuland in Kiew Plätzchen verteilen, dennoch waren diese Demonstrationen der Beginn des sogenannten Bürgerkrieges in Syrien. Nachdem Ford aus Sicherheitsgründen vor längerer Zeit aus Damaskus abgezogen wurde, arbeitet er heute in Washington. Sein neuer Arbeitgeber ist das Middle East Institute, welches hauptsächlich von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert wird.

Interview mit einem Kenner

Ford gab nun der Tageszeitung der Vereinigten Arabischen Emirate The National ein Interview.

Hier nun einige Kernaussagen eines echten Kenners des Landes und der Materie:

Q: Every time we have talked about Syria in the last year, the Assad regime would be making more gains. Where do you see the war now? Has the regime prevailed?

A: Yes. The war is winding down little by little. Assad has won and he will stay [in power]. He may never be held accountable, and Iran will be in Syria to stay. This is the new reality that we have to accept, and there isn’t much we can do about it.

Q: So you’re saying the rebels have basically lost and have no chance of coming back?

A: Unless the foreign governments that in the past have backed elements of the Free Syrian Army are prepared to send money, weapons - including surface-to-air missiles - and provide the kind of military advisers that the Syrian Democratic Forces are receiving against ISIL, it would be impossible [for the rebels] to defeat Assad and his Russian and Iranian allies. And even if those foreign governments did that, it would be a long war that probably ends in a stalemate instead of an Assad victory.

Q: Is that why we see regional pressure on the Syrian opposition to offer concessions on Assad’s future in government?

A: It’s an acknowledgment that the military situation is strongly in favour of Assad, Russia and the Iranians, and that it is impossible to roll it back.

Möglichst wortgetreue Übersetzung von mir:

Frage: Jedes Mal, wenn wir im letzten Jahr über Syrien gesprochen haben, hatte das Regime von Assad mehr Gewinne gemacht. Wo sehen Sie den Krieg jetzt? Hat sich das Regime durchgesetzt?

Antwort: Ja. Der Krieg schraubt sich allmählich nach unten. Assad hat gewonnen, und er wird [an der Macht] bleiben. Er wird sich nicht verantworten müssen, und der Iran wird in Syrien bleiben. Das ist die neue Realität, die wir akzeptieren müssen und es gibt nicht viel was wir dagegen tun können.

Frage: Sie sagen also, dass die Rebellen grundsätzlich verloren haben und keine Chance haben zurückzukommen?

Antwort: Wenn die ausländischen Regierungen, die in der Vergangenheit Elemente der freien syrischen Armee unterstützt haben, nicht bereit sind, Geld, Waffen - einschließlich Boden-Luftraketen zu senden - und die Art von militärischen Beratern zur Verfügung zu stellen, die die syrischen demokratischen Kräfte gegen ISIL empfangen, wird es [für die Rebellen] unmöglich sein, Assad und seine russischen und iranischen Verbündeten zu verhindern. Und selbst wenn jene ausländischen Regierungen das täten, würde es ein langer Krieg sein, der wahrscheinlich in einem Patt statt eines Siegs über Assad endet.

Frage: Ist der regionale Druck auf die syrische Opposition eine Maßnahme, um Zugeständnisse auf Assads zukünftiger Regierung zu erhalten?

Antwort: Es ist eine Anerkennung dessen, dass sich die militärische Situation stark zu Gunsten von Assad, Russland und dem Iran darstellt, und dass eine Umkehr unmöglich ist.

Tauschen Sie das Wort „Rebellen“ gegen „Terroristen“ und „ausländische Regierungen“ gegen „Terroristen-Finanziers“, dann machen seine Aussagen die Wirklichkeit deutlich.

Weiter geht’s im Text:

(…)
Q: Do you see the regime going for a full military victory?

A: Yes, they are already bombing targets in Homs and Jobar. The regime ignores the Russian de-escalation zones when they have a military advantage. Sooner or later they will go back to the south to take Deraa, or Idlib. It might take two or four years, but they can’t accept other governments - local or foreign - to control these places. It is clear that the Russian-sponsored ceasefires will not end it. Assad ignored it in Wadi Barara, and while Moscow may complain in private, it won’t penalise him.

Q: But to what extent is Assad dependent on Russia and Iranian militia forces?

A: He needs the Iranian militias and the [Islamic Revolutionary Guard Corps] leaders. But Iran is not trying to restrain Assad in these offensives in Ghouta and Homs. Iran has no incentive to back the ceasefires, and the war has brought them [Assad and Iran] closer.

Übersetzung:

Frage: Sehen Sie das Regime vor einem vollen militärischen Sieg?

Antwort: Ja, sie bombardieren bereits Ziele in Homs und Jobar. Das Regime ignoriert die russischen Deeskalationszonen, wenn es einen militärischen Vorteil hat. Früher oder später werden sie nach Süden zurückkehren, um Deraa oder Idlib zu nehmen. Das könnte zwei oder vier Jahre brauchen, aber sie können nicht akzeptieren, dass andere Regierungen - lokal oder ausländisch - diese Plätze kontrollieren. Es ist klar, dass es die von den Russen gesponserte Waffenruhe nicht beenden wird. Assad hat sie in Wadi Barara ignoriert, und während sich Moskau intern beklagt, wird es ihn nicht bestrafen.

Frage: Aber inwieweit ist Assad von Russland und iranischen Milizenkräften abhängig?

Antwort: Er braucht die iranischen Milizen und Anführer. Der Iran versucht nicht, Assad in seinen Offensiven in Ghouta und Homs zurückzuhalten. Der Iran hat keinen Ansporn, die Waffenruhe zu unterstützen, und der Krieg hat sie [Assad und dem Iran] einander näher gebracht.

Dazu passt die Meldung, dass am letzten Mittwoch die syrische Armee und ihre Partner beim Anti-Terror-Kampf in Zentralsyrien wieder ein gutes Stück vorangekommen sind. In der Uqayribat-Tasche sah die Frontlinie von ISIS schon morgens unhaltbar aus, während die syrische Armee weiter angriff.

Die westlichen Mächte haben nichts mehr zu melden

Die abtretende Supermacht USA mit ihren willfährigen Helfershelfern und Vasallen hat uns in Syrien wieder ein Meisterstück des „regime-change“ und der Demokratisierung vorgeführt.

Mit dem Ergebnis, dass Iran und Syrien so nahe wie nie zusammengerückt sind und Russland für  lange Zeit dort den Ton angeben wird. Ob das schlechter ist, als die Vorherrschaft Chaos verursachender und massenmordender  Globalisten, wird sich zeigen.

Es wird spannend zu beobachten, wie sich die Europäer auf die Situation einstellen werden. Es ist unvorstellbar, dass die europäischen Regierungen nicht wissen, dass ihre Allianz einschließlich den USA in Syrien am Ende ist und dort rein gar nichts mehr zu melden hat.