Guten Tag meine Damen und Herren,

Nachdem sich der Dax nun seit Wochen auf dem hohen Niveau zwischen 12.500 und 13.000 festgesetzt hatte, kam am Donnerstag ordentlich Bewegung in die Märkte und der deutsche Leitindex geriet deutlich unter Druck. Sah es hier am frühen Morgen mit nur wenig leichteren Kursen zunächst noch nach einer weiteren Stabilisierung aus, war das Durchrutschen kurz später schon absehbar. Am restlichen Tag ging es dann auch fast ungebremst 300 Punkte abwärts und die Zielmarken wurden beinahe punktgenau getroffen. Hierbei wurden einige Kursmarken durchbrochen und das zwischenzeitlich erreichte Tagestief lag kurzfristig unter der Marke der wichtigen Unterstützung von 12.400 Punkten.

Auch wenn die Unterstützungslinie somit erstmal nicht nachhaltig unterschritten wurde, sind nun weitere Abgaben bis zu 12.000 Punkten ins Kalkül zu ziehen. Der Freitag brachte auch nochmal die erwarteten Bewegungen, doch ab Dienstag nächste Woche sollte es wieder in die andere Richtung gehen. Zumal der große Aufwärtstrend erst unter der 11.000er Marke in Frage steht, kann man hier erstmal ein gesundes Ausatmen sehen. Schließlich standen wir noch im Dezember bei 2000 Punkten weniger - man muss solche Korrekturen eben immer in der Relation betrachten. Doch Achtung! Es kann auch sehr schnell, sehr heftig nach unten gehen. Hierfür gibt es bisher noch keine Anzeichen, aber man sollte immer eine gewisse Vorsicht walten lassen. Holzauge sei wachsam!

Die Währungsseite - EUR/USD

Mit auschlaggebend für den Kursrücksetzer war auch die Währungsseite. Die ganze Zeit war allerorts von baldiger Parität die Rede, doch jetzt ist alles anders. Mit dem Brechen der wichtigen 1,13er Marke scheint die letzte Haltestelle vor der Autobahn genommen. Nach dem Erklimmen der 1,14 können hier mit den nächsten Marken bei 1,15; 1,17; 1,24 und 1,30 ganz schnell neue Dimensionen erreicht werden. Holla, die Waldfee!

Tja, die Welt hat mit der scheinbaren Sicherheit im Rücken, dass die EZB für immer ihre Niedrigzinspolitik betreibt und die Amerikaner ansagegemäß weiterhin ihre Zinsen erhöhen, gemeinsam gegen den Euro gewettet. Und jede Veränderung dieser Prognose bringt die Umkehr beim EUR/USD. Dafür genügen schon kryptische Andeutungen von Mario Draghi, die lediglich so ausgelegt werden, als könne sich hier künftig etwas an der Notenbankpolitik ändern  - auch wenn die EZB diese kurz danach revidiert.

Totale Überwachung durch die Hintertür

Aus meiner Sicht der Skandal des Monats -und das ist noch freundlich ausgedrückt- ist ein Gesetz zur totalen Überwachung der Bürger. Meine Damen und Herren, was hier unsere  Bundesregierung durchgepeitscht hat, grenzt schon an ein betrügerisches Vorhaben. Da hat man ganz bewusst versucht, die Öffentlichkeit und die Gesetzgebungsverfahren zu torpedieren, zu täuschen und in die Irre zu führen. Ein richtiges Husarenstück haben sich SPD und CDU hier im Verein geleistet. Das hat man von der großen Koalition, wo keiner mehr mitreden kann und eine Opposition faktisch nicht vorhanden ist. Dann kommt so eine Scheiße bei raus. Man kann es anders nicht sagen.

Da verstecken sie ein Skandalgesetz, kurz vor der Abstimmung -nur so als Randnotiz- in einem anderen Gesetz. Ursprünglich ging es darum, den Strafkatalog um Fahrverbote auszuweiten. Und in diesem Gesetz hat man mal so eben die komplette und totale Überwachung des Bürgers reingeschoben. Am Bundesrat vorbei, ohne Beteiligung des Datenschutzbeauftragten, ohne eine öffentliche Diskussion. Und das bei einem der schwerwiegendsten Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

Dies einfach durch die stille Küche zu beschließen, ist eine Sauerei. Und wir werden diese Schweinehunde immer und immer wieder wählen. Wir lernen es einfach nicht. Auf Ihrem Computer kann jetzt durch Nutzung von Sicherheitslücken ein Virus installiert werden. Die können Ihre komplette Festplatte auslesen, Chats mitlesen, Ihre Kamera und Mikrofon einschalten, sehen was Sie auch immer so gerade treiben. Lassen Sie ihr Handy lieber nicht im Schlafzimmer liegen.

Bisher war sowas nur für schwerste Verbrechen möglich, für Terrorverdacht und das auf richterliche Anordnung. Jetzt aber soll das für eine ganze Palette von Delikten möglich sein. Steuerdelikte, Asylmissbrauch, Betrug, Computerbetrug - jede Kleinigkeit darf jetzt mit einem solchen Eingriff in die Privatsphäre vorgenommen werden. Aber jetzt kommt der Hammer: Dies gilt auch für Leute, die gar nicht verdächtigt sind, sondern nur mit dem Verdächtigen in Kontakt stehen.

Wenn Ihr Nachbar in Verdacht steht, Steuerbetrug zu begehen und Sie sind mit ihm öfters mal auf ein Bier raus, dann haben Sie plötzlich den Virus auf dem Rechner. Das mag man sich mal vorstellen.

Das wäre so, als würde der Staat oder Staatsbedienstete und Beamte jeden Tag, wenn Sie bei der Arbeit sind, heimlich in Ihre Wohnung eindringen, und inklusive ihrer Unterwäsche alles durchsuchen, sowie Ihre Tagebucheinträge lesen. Jeden Tag wenn Sie bei der Arbeit sind, tut er das und Sie bekommen nichts mit. Da werden Wanzen und Mikros im Wohnzimmer und in Ihrem Umfeld installiert und der Staat bekommt das Intimste mit, Tag für Tag. Und das nur, weil Ihr Nachbar Steuern hinterzieht.

Meine Damen und Herren, das ist der Weg zum Faschismus, was wir hier sehen. Da fehlen einem einfach nur die Worte!

An dieser Stelle wünsche ich Ihnen beim Lesen der Beiträge einen Erkenntnisgewinn und ein erholsames Wochenende.

Ihr

Dirk Müller