Derzeit vielleicht die textile Winterware kurz vor dem Ende der kalten Jahreszeit!? Nur bei Aktien, offensichtlich einem Gut besonderer Art, funktioniert diese eigentlich logische Verhaltensweise nicht. Pervers, oder?

Und dabei wurde dieses Gut, diese zukunftsträchtige Form der Geldanlage, zuletzt immer preiswerter. Die Ressentiments gegenüber dieser Form der Geldanlage sind in dieser Republik offensichtlich nicht auszurotten. Natürlich weiß zum jetzigen Zeitpunkt niemand genau, ob die Talfahrt der Aktienkurse bald beendet ist oder noch länger andauert. Doch ist das beileibe kein Grund, dieser besten und langfristig renditeträchtigsten Form der Geldanlage fern zu bleiben. Eigentlich ganz im Gegenteil; denn derzeit kauft der Anleger Spitzenwerte deutlich billiger als noch vor wenigen Monaten.

Ganz wesentlich liegt diese Zurückhaltung gegenüber der Aktie als Mittel einer langfristig angelegten Geldanlage zur Vermögensbildung und Altersvorsorge an den unvorhersehbaren und gelegentlich auch sehr stark ausgeprägten Kursschwankungen von Aktien. Und dieser Effekt wirkt auf Anleger auch deshalb besonders abstoßend und abschreckend, weil die Anleger fast immer nur an ein Einmalinvestment denken und kalkulieren, also an einen Kauf von Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Kurs. Und dieser Kurs kann sich im Nachhinein als falsch - zum Beispiel als viel zu hoch - erweisen. Das Dumme und in die Irre führende ist, dass auch die Ratschläge von den meisten schlauen Ratgebern, Börsendienstschreibern etc. regelmäßig auf solche Einmalkäufe angelegt sind: kaufen, kaufen, kaufen (und sie werden reich!).

Doch Aktienanlage geht anders. Genau wie bei vielen anderen langfristig angelegten Sparverträgen, zu welchem Zweck auch immer, sollte, ja muss gerade die Geldanlage in Aktien mit der Volatilität der Aktien, also ihren starken Kursschwankungen, taktieren. Um langfristig gute durchschnittliche Anschaffungspreise zu erzielen, wird sukzessive, vielleicht monatlich, in Form von Aktiensparverträgen langsam Aktiensubstanz erworben und angehäuft.

Und wenn die Kurse noch fallen, kauft der Anleger dann für seine monatlichen 50 oder 100 oder 200 Euro automatisch mehr Aktiensubstanz bzw. Aktienstücke. Ja eigentlich sollte er sich sogar bei Abschluss eines solchen, natürlich kostengünstigen Aktiensparplanes wünschen, dass die Kurse sinken. Denn dann kauft er regelmäßig immer preiswerter Aktiensubstanz ein. Und das zahlt sich dann langfristig wieder aus. Motto derzeit also: Nicht kaufen, kaufen, kaufen, sondern: anfangen, anfangen, anfangen!

Ein einziger Blick auf langfristige Aktiencharts über 20 oder 30 Jahre zeigt, dass sich die Aktienkurse bisher noch immer nach jeder Baisse wieder über die alten Höchststände hinaus erholt haben. Kurseinbrüche, über die sich vor zehn oder 20 Jahren die Anleger haben graue Haare haben wachsen lassen, sind dann aktuell in den ständig aufwärts gerichteten Aktiencharts nur noch als kleine Dellen im Chart zu erkennen.

Langfristig, also wirklich über Jahrzehnte, haben Aktiensparpläne, wie dies z.B. die Statistik des Bundesverbands Investment (www.bvi.de) erkennen lassen, stetig Renditen von fünf bis sieben Prozent erbracht. Bei dem einen guten Fonds mehr, bei dem weniger guten Fonds weniger. Folglich sollten Anleger also durchaus einige Zeit darauf verwenden, einen besonders guten Fonds heraus zu suchen. Dabei hilft mit anschaulichen globalen Zahlen für eine Geldanlage im DAX auch das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstitutes (vgl. auch die Beiträge auf cashkurs vom 28.2.2014: „Gute Altersvorsorge gelingt (nur) mit Aktien(-Fonds)" und vom 17.6.2016 "Aktien fallen - und werden immer billiger!")

Im Stenogramm:

  1. Informieren, informieren, schlau machen
  2. monatlich kaufen, stetig, nichts entnehmen
  3. gestreutes Risiko kaufen, z.B. einen guten Fonds mit nachweisbar langfristig guten Ergebnissen
  4. Auf Kosten achten, beim Fonds und bei der Bank (Depotgebühren, Verwaltungsgebühren, etc.) - denn stetige Kosten fressen die Rendite auf.

P.S.: Frau Kramp-Karrenbauer hat die Zahl der Ministerien und deren Minister sicher richtig gezählt, und so die Intentionen von Herrn Merz abgebügelt. Dazu ein Vorschlag: Ein neues Ministerium, gezielt nur für „Altersvorsorge und Vermögensbildung“ für den „Aktienversteher“ Merz. Dann wäre endlich mal ein Minister in Berlin der weiß, dass es ohne Aktien - sowohl in der Vermögensbildung als auch in der Altersvorsorge - hierzulande nicht geht.