Derek J. Harvey ist gefeuert

Derek J. Harvey ist gefeuert.  Er war Special Assistant des Präsidenten und Senior Director for Middle East Affairs im Nationalen Sicherheitsrat. Vorher war er Direktor des Afghanistan-Pakistan Zentrums und Mitglied der Defense Intelligence Agency (DIA). Bestellt wurde er vom früheren CIA-Direktor Petraeus.

Petraeus wiederum war unter anderem seit 2002 über mehrere Jahre im Irakkrieg und bei der Besetzung des Irak 2003–2011 an führender Position eingesetzt, zuletzt von Oktober 2008 bis Juni 2010 als Oberbefehlshaber des den US-Streitkräften im Irak und in Afghanistan übergeordneten US Central Command und anschließend bis Juli 2011 als Kommandeur der US Forces Afghanistan und der ISAF. In diesen Funktionen galt er als führender Kopf hinter der Neuausrichtung der US-Streitkräfte hin zur Aufstandsbekämpfung,  die in einer neuen Einsatzdoktrin mündete.

Er ist den Neocons zuzuordnen und ein Verfechter des Freihandels. So äußerte er sich zu Trumps BREXIT-Äußerungen wie folgt:

„Die internationale Ordnung, die auf gemeinsamen Normen, Werten, Prinzipien und Institutionen beruht, auf Freiheitsrechten, Demokratie und Freihandel, ist enorm wichtig.“

Mehrfach ist er Donald Trump auf den Schlips getreten, unter anderem in dem er vor dem Besuch von Angela Merkel in Washington die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin lobte. Deutschland sei "auf eine sehr beeindruckende Weise mit dem Flüchtlingsproblem umgegangen". Trump hatte Merkels Vorgehen "katastrophal" genannt.

Anthony Scaramucci ist gefeuert

Anthony Scaramucci ist ein US-amerikanischer Hedgefonds-Manager und Buchautor. Am 21. Juli 2017 ernannte ihn US-Präsident Donald Trump zum designierten Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses.

Er hatte das Amt inoffiziell für nur zehn Tage bis zum 31. Juli 2017 inne und wurde noch vor der offiziellen Ernennung von Trump abgesetzt. Offiziell hätte er sein Amt am 15. August 2017 angetreten.

Scaramucci arbeitete unter anderem für Lehman Brothers und Goldman Sachs. 2005 gründete er das New Yorker Investmentunternehmen SkyBridge Capital. Im Januar 2017 verkaufte er seinen 45-prozentigen Anteil an dem Unternehmen an eine Käufergruppe, zu der auch die chinesische HNA Group und die Firma RON Transatlantic gehörten. Scaramucci ist milliardenschwer und konnte sich den kurzen Ausflug in die Politik leisten. Auffällig ist, dass er sofort auf Reince Priebus losging, mit dem Ergebnis:

Reince Priebus ist gefeuert

Reince Priebus war von Anfang an mit Trumps Chefstrategen Steve Bannon zerstritten. Priebus Aufgabe wäre gewesen, Brücken zwischen dem Präsidenten und dem Kongress zu bauen. Dies ist ihm offensichtlich nicht gelungen. Seine Loyalität gegenüber Trump erschien schon zu Beginn ungewiss.

Ezra Cohen-Watnick ist gefeuert

Ezra Cohen-Watnick ist gefeuert. Er hatte die Position des „Senior Directors for Intelligence Programs for the United States National Security Council (NSC)“ inne.  
Vorher hatte er für die Defense Intelligence Agency (DIA) gearbeitet und wurde von der CIA trainiert.

Chaos?

Man gewinnt den Eindruck einer komplett chaotischen Personalpolitik im Weißen Haus. Manche reden schon von einer Militarisierung des Weißen Hauses.

oder doch kein Chaos?

Tatsächlich haben die Globalisten und der Tiefe Staat wichtige Mitstreiter im Weißen Haus verloren. An ihrer Stelle sind hochrangige Militärs wie General Mattis, Generalleutnant McMaster und General Kelly eingezogen.  Bis auf McMasters scheinen die Militärs hinter Trump zu stehen.

McMasters agiert undurchsichtig. So hat er Susan Rice die höchste Sicherheitsstufe gelassen, obwohl sie eine treibende Kraft im Wahlkampf bei der Bekämpfung Trumps war. Rice die höchste Sicherheitsstufe zu lassen, ist an sich eine Kampfansage an Trump.  Da Trump es sich aber inzwischen leisten darf, das Militär offen wegen seinem Versagen zu kritisieren, geht er wohl davon aus, dass sich genügend Militärs um ihn scharen werden, um aus der Schusslinie zu kommen. In der Nähe dürfte sich auch McMasters besser einhegen lassen.

Das Militär schart sich um Trump

Das Eigentliche, dass sich das Militär um Donald Trump schart, gerät bei dem großen Theater der Politbühne, das uns präsentiert wird, in den Hintergrund und wird kaum mehr als Faktum wahr genommen. Bei den Auseinandersetzungen, die im amerikanischen Establishment mit härtesten Bandagen ausgefochten werden, ist Trump auf die Militärs angewiesen.

Die russische Antwort auf die Sanktionen, nämlich die Aufforderung an die US-Regierung, ihr Personal in Russland um 750 Leute zu reduzieren, muss nicht unbedingt ein Nachteil für Trump und seinen Außenminister Tillerson sein. Das ermöglicht letztlich ein vereinfachtes „Herausfiltern“ der dort zahlreich vorhandenen Unterstützer der alten Politik, die ich kürzlich unter der Wolfowitz-Doktrin zusammenfasste. Ob Donald Trump so geschwächt ist, wie ihn viele gerne hätten, bleibt erstmal abzuwarten.

Letztlich spielt es jedoch für die Neuausrichtung der Machtachsen der Welt keine große Rolle mehr, ob Donald Trump viel Aufmerksamkeit gewidmet wird oder nicht. Dem König „USA“ wurde die Krone von Russland und China bereits vom Kopf genommen. Der Verwalter der USA hat nur noch die Aufgabe, die Ex-Weltmacht in ihre neue, wesentlich bescheidenere Rolle einzufügen.