Ich habe eigentlich nur darauf gewartet, wie lange die britische Premierministerin, das britische Außenamt und das britische Verteidigungsministerium der Welt weiterhin frech ins Gesicht lügen können, bevor ihre Märchengeschichten auffliegen würden.

Die Lügner sahen sich dazu in der Lage, ihre Lügen länger aufrecht zu erhalten, als es für gewöhnlich der Fall gewesen wäre, was vor allem unter der Prämisse gilt, dass es nicht mehr länger auch nur irgend so etwas wie Respekt vor der Wahrheit unter westlichen Regierungen und Medien gibt.

Wissenschaftler konnten offensichtlich nicht zur Lüge gezwungen werden

Das britische Außenministerium kündigte öffentlich an, dass seine Führung persönlich durch irgendjemanden bei dem Chemielaboratorium Porton Down unterrichtet worden sei, dass es „absolut auf der Hand“ läge, dass das im Rahmen des persönlichen Anschlags auf Skripal und dessen Tochter angeblich zum Einsatz gekommene Nervengift aus Russland stamme.

Der Vorstandsvorsitzende des Laboratoriums Porton Down hat nun jedoch bekannt gegeben, dass die Experten und Wissenschaftler des Laboratoriums in keiner Weise bestätigen können, dass das zum Einsatz gekommene Nervengift russischer Abstammung ist.

Ungleich NIST, das durch die US-Regierung dazu gezwungen wurde, im Hinblick auf die Zerstörung der Türme des World Trade Centers zu lügen, sah sich die britische Regierung nicht dazu in der Lage, die Wissenschaftler des Laboratoriums Porton Down zu einer ähnlich schweren Lüge zu zwingen.

Konsequenterweise löschte die britische Regierung einen Kommentar auf einer ihrer Social-Media-Seiten, in dem es hieß:

Die Analyse weltweit führender Experten und Wissenschaftler am verteidigungs- und technologiewissenschaftlichen Laboratorium von Porton Down hat ergeben, dass es sich um ein militärisches Nervengift namens Nowitschok handelt, das in Russland hergestellt wird. Porton Down ist ein OPCW-akkrediertes Institut und eines der weltweit führende Giftgas-Laboratorien.“

Der lange Arm der USA. Russlands britischer Botschafter bezweifelt Initiative seitens des britischen Geheimdienstes

Es besteht aus meiner Sicht kaum ein Zweifel daran, dass der Angriff auf die Skripals durch Schattengestalten der amerikanischen und britischen Geheimdienste orchestriert wurde. So wie George W. Bush einst ein Skript zu 9/11 vorgelegt wurde, das er öffentlich zu verlesen hatte, wurde auch der britischen Regierung ein Skript in Bezug auf die „Skripal-Vergiftung“ zugespielt.

Unter diesem Link können Sie nachlesen, welche Schlüsse die russische Regierung aus den aktuellen Ereignissen gezogen hat. Russlands britischer Botschafter erklärte wie folgt: „Wir hegen sehr ernste Zweifel daran, dass diese Provokation durch die britischen Geheimdienste initiiert wurde.“

Was soll das Ganze?

Großbritannien, bei Licht besehen ein in Relation zu den globalen Großmächten militärisch unwichtiges Land, hätte es sich nicht erlaubt, Russland – das sich militärisch dazu in der Lage sieht, das Vereinte Königreich innerhalb von nur wenigen Minuten von der Landkarte zu tilgen – gegenüber derart provokativ aufzutreten.

Vielmehr erweckt es den Eindruck, als ob die Briten im Namen ihrer Herren in Washington gehandelt haben. Gewiss wird sich die russische Regierung darüber bewusst sein. Innerhalb der „westlichen Allianz“ ist es lediglich den Vereinigten Staaten von Amerika gestattet, eine unabhängige Politikstrategie zu verfolgen. Die Frage, die uns nun alle beschäftigen sollte, lautet: Worin besteht das Ziel dieser völlig offensichtlichen Provokation Russlands?

Washingtoner Kriegskabinett

Welche Ziele versucht der amerikanische Deep State zu erreichen? Gewiss würde niemand davon ausgehen, dass es darum geht, unseren Planeten in einem Nuklearkrieg zu zerstören. Zumindest all unsere Hoffnungen ruhen auf dieser Annahme. Nichtsdestotrotz scheint der Ausbruch eines Krieges möglich.

Pat Buchanan, ein Mann mit weitreichender Washington-Erfahrung, hat kürzlich die Frage aufgeworfen, ob Trump mit seiner Nominierung des immerwährenden Kriegstrommlers John Bolton zum Nationalen Sicherheitsberater und Kriegstrommler Pompeo zum Außenminister ein Kriegskainett um sich versammelt?

Wenn man die Nominierung dieser Personen nicht als Institutionalisierung eines Kriegskabinetts bezeichnen kann, auf wen sollte diese Beschreibung besser zutreffen? Adolf Hitlers einstiges Kriegskabinett erweckte dagegen einen fast harmlosen Eindruck.

Dämonisierung Russlands als Kriegsvorbereitung

Die permanente Dämonisierung Russlands, die spätestens seit der russischen Durchkreuzung von Obamas Plänen zu einer US-Invasion Syriens sowie Obamas Bombardierung des Irans zugunsten der Interessen Israels einsetzte, erweckt den Eindruck, als ob die westlichen Bevölkerungen auf einen Krieg gegen Russland eingestimmt und vorbereitet werden sollen.

Bevor Washington den Irak, Libyen, Afghanistan – und den Jemen durch seine saudischen Stellvertreter – zerstörte, und den anschließenden Versuch unternahm, Syrien durch seine stellvertretenden „demokratische Rebellengruppierungen“ zu zermalmen, dämonisierte Washington die politischen Führer dieser Länder und die betreffenden Nationen selbst, die in der Folge einer militärischen Zerstörung anheimfielen.

Russlands Waffensysteme scheinen überlegen und sind einsatzbereit

Warum sollte in Russland nicht davon ausgegangen werden, dass Russland für dieselbe Art der Zerstörung auserkoren worden ist? Ein solches Szenario wäre, falls es zur Gewissheit werden sollte, überaus furchterregend. Ungleich Adolf Hitler, dessen Geheimwaffen nicht rechtzeitig einsatzbereit waren, sind Russlands Waffensysteme allesamt einsatzbereit.

Momentan erweckt es den Eindruck, als ob der Westen den militärischen Arsenalen der Russen unterlegen wäre, so dass vom Westen nichts mehr übrig bleiben dürfte, falls Russland seine Waffensysteme auf einen Westen abfeuern sollte, der sich in Washingtons Hybris sonnt.

Orchestrierte Zersetzung von Innen geplant?

Eine weitere Antwort auf die oben gestellte Frage könnte sich auf die Vermutung stützen, dass Washington die „Atlantischen Integrationisten“ in der russischen Regierung sowie die russische Geschäfts- und Finanzelite zum Erreichen der eigenen Ziele einzuspannen gedenkt.

Die sich daraus ableitende Botschaft würde lauten, dass Russland niemals als Teil des Westens akzeptiert wird, bis die Nation Wladimir Putin nicht endlich zum Teufel schickt, um sich Washingtons anvisierter Herrenrolle unterzuordnen. Manche Elemente der russischen Elite können einem solchen Gedanken gar etwas abgewinnen.

Meine Ansicht ist, dass auch Personen der Russischen Akademie der Wissenschaften zu diesem Kreis zählen, die ihre Beziehungen – Gratisreisen und bezahlte Reden – in den westlichen Kapitalen überaus zu schätzen wissen. Washington kauft jeden, russische Wissenschaftler und Akademiker nicht ausgeschlossen. Washington macht gerade deutlich, dass bezahlte Reisen unter russischen Akademikern nach Übersee auf dem Spiel stehen.

Druck auf russische Eliten, Putin zum Teufel zu jagen

Im Westen ansässige Finanzholdings von russischen Geschäftsoligarchen stehen – ebenso wie einst getätigte Immobilieninvestitionen – hinsichtlich einer möglichen Enteignung auf dem Spiel. Wichtige Mitglieder der russischen Regierung und Elite gehen also das Risiko ein, westlichen Sanktionen zum Opfer zu fallen und Reiseverbote in den Westen auferlegt zu bekommen.

Um es mit anderen Worten auszudrücken, teilte Washington Mitgliedern der russischen Elite gerade unmissverständlich mit, Putin zum Teufel zu schicken – andernfalls droht Washington damit, die russischen Eliten zum Teufel zu schicken.

Fußball-WM & Doping-Vorwürfe – auch Sportler sollen gegen Putin aufgebracht werden

Ebenso wie russische Athleten kürzlich aufgrund von teilweise falschen Dopingvorwürfen öffentlich an den Pranger gestellt und in diesem Zuge von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurden, erweckt es nun den Eindruck, als ob Washington den Versuch unternehmen könnte, die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland zu boykottieren.

Washington versucht auf diese Weise, russische Athleten und Sportler gegen Putin in Stellung zu bringen, der für den Ausschluss von russischen Athleten von den Olympischen Spielen und einem möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft persönlich verantwortlich gemacht wird.

Ratschlag an Putin: Bleiben Sie in Moskau

Was sollte Putin aus Trumps persönlicher Einladung nach Washington zu Gesprächen über ein Waffenwettrüsten machen? Mein Ratschlag an Putin lautet, diese Einladung unter allen Umständen auszuschlagen. Für Putin ist es zu riskant, sich persönlich nach Washington zu begeben, wo er aufgrund einer Reihe von falschen Anklagen festgenommen werden könnte, für die Putin in den westlichen Medien bereits vorverurteilt wurde.

Putin hat eine amerikanische Präsidentschaftswahl gestohlen – ein Verbrechen. Putin befahl eine Invasion der Ukraine und stahl die Halbinsel Krim – Kriegsverbrechen. Putin vergiftete Skripal und dessen Tochter – versuchter Mord. Putin befahl eine Invasion Syriens und obsiegte über die „demokratischen Kräfte“, denen es ausschließlich darum ging, Syrien die Demokratie zu bringen – weitere Kriegsverbrechen. Putin half dabei, Irans geheimes Nuklearwaffenprogramm zu verschleiern.

Wer die vollumfängliche Rechtlosigkeit der Washingtoner Regierung berücksichtigt, dürfte sich automatisch die Frage danach stellen, warum irgendeine Person bei klarem Geiste – so wie der permanent dämonisierte Putin –dorthin reisen sollte? Washington weist noch nicht einmal Respekt vor den eigenen US-Gesetzen auf.

USA: Kein Respekt vor den eigenen Gesetzen, der Deep State außer Kontrolle

Die Folter ist nicht nur unter amerikanischer Jurisdiktion, sondern auch unter internationalen Gesetzen ein schweres Verbrechen. Trotz allem hat US-Präsident Donald Trump eine unter amerikanischer wie auch internationaler Rechtsauffassung als kriminell zu bezeichnende Person zur neuen Direktorin der CIA berufen!!

Putin sollte Trump stattdessen mitteilen, dass wann immer – falls überhaupt jemals – Trump die Kontrolle über den heimischen Deep State an sich reißen und unabhängig als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika agieren kann, dann, und nur dann, Trump in Moskau willkommen geheißen wird, um die Bedingungen auszuloten, unter denen beide Nationen kooperieren und gegenseitig voneinander profitieren können.

Vereinbarung zur Waffenkontrolle wäre Bedrohung für die Russische Föderation

Es bleibt zu hoffen, dass Putin, der sich waffentechnisch momentan in einer weitaus besseren und komfortablen Lage als der Westen befindet, sich nicht auf eine potenzielle Vereinbarung zur Waffenkontrolle mit einer Regierung, die bislang jede Vereinbarung gebrochen, und die daraus resultierenden Scherben der russischen Regierung ins Gesicht geworfen hat, einlassen wird.

Falls Putin sich den Wünschen des Westens unterwirft, wird Russland einer Zerstörung anheimfallen. Washington ist nicht nur ein feindlich gesinnter, sondern auch ein bis zum Äußersten entschlossener Gegner Russlands. Die Unfähigkeit Russlands, zu einem solchen Fazit zu gelangen, erweist sich als eine direkte Bedrohung für die zukünftige Existenz der Russischen Föderation.

Machtbewusst: Direktor des russischen Geheimdienstes vergleicht die USA mit Goliath

In der russischen Militär- und Sicherheitssphäre wird langsam aber sicher realisiert, dass Russland Zünglein an der Waage für die globale Machtbalance ist, und aus diesem Grund keine „Gefälligkeiten“ seitens Washingtons zu akzeptieren braucht.

Der Direktor des russischen Geheimdienstes, Sergej Naryskin, gab jüngst bekannt, dass der Westen eine Orwell´sche Version seiner selbst sei, in dem Versuch, auf globaler Ebene auf unilaterale Weise Macht auszuüben, wenn es in Wahrheit doch so ist, dass der „westliche Einfluss, der bis zu einem gewissen Zeitpunkt unangefochten war, sich nun mehr und mehr am Auflösen ist“.

Washingtons ungerechtfertigte Arroganz, wie Naryskin erklärte, „ähnelt dem biblischen Riesen Goliath, der durch den jungen David besiegt wurde“. Naryskin fuhr fort darauf hinzuweisen, dass Washington den Versuch unternehme, „ein US-zentriertes System der internationalen Beziehungen aufrecht zu erhalten, das nicht selten auf Einschüchterung und Erpressung basiert, um Drittstaaten zu einer freiwilligen Unterwerfung zu veranlassen. Auf diesem Weg versuchen die USA das brutale amerikanische Diktat als „euro-atlantisch“ oder als „internationale Solidarität zu maskieren“.

Washington unternimmt den Versuch, seine Verbrechen permanent unter den Teppich zu kehren“, wie Naryskin fortfuhr. „Stets drehen sich die Dinge um hochtrabende Worte über Menschenrechte und Demokratie. Doch anstelle dessen bedienen sich die USA militärischen Interventionen in völkerrechtlich souveränen Staaten, die in blutiges Chaos gestürzt werden, und in denen es keinen Platz für so ein fundamentales Recht wie das Recht auf Leben gibt. In den vergangenen beiden Jahrzehnten wurden Hunderttausende unschuldige Menschen zu Opfern der NATO-Aggression in Europe, dem Mittleren Osten und Nordafrika.“

Ich habe nicht Hunderttausende, sondern Millionen von Opfern gezählt. Falls Präsident Putin den Fehler begeht, Washington abermals Vertrauen entgegen zu bringen, wird er seinen ganz eigenen Beitrag dazu leisten, Russland – und mit ihm die ganze Welt – zu zerstören.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2018 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy

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