Die Banco de Venezuela wird also fortan über den Petro wachen, wie es in einer Erklärung des Finanzministeriums vom 4. Juli hieß. Ab sofort lässt sich der Petro somit auch in allen Außenstellen der Banco de Venezuela handeln und erwerben.

Mitte Juni hatte Maduro angekündigt, einen Betrag von 924 Millionen Bolivares – laut aktuellem Stand umgerechnet 92,5 Millionen US-Dollars – an die Digital Bank of Youth and Students zu überweisen, um insgesamt eine Million Petro-Digitalkonten zu eröffnen, die der Jugend des Landes zugute kommen sollen.

José Angel Alvarez, Präsident des Nationalen Kryptowährungsverbandes, teilte in einer Erklärung zu den aktuellen Ereignissen mit, dass die Regierung einen weiteren Schritt unternommen habe, um die heimische Ökonomie in Richtung einer hybriden Wirtschaft zu transformieren.

In einem solch hybriden Wirtschaftssystem konkurriere eine Papierwährung fortan mit einer Kryptowährung. Beobachter wittern in der Anerkennung des Petros als offizielles Zahlungsmittel Venezuelas jedoch vor allem den Versuch, die durch die Vereinigten Staaten gegen das südamerikanische Land verhängten Sanktionen zu umgehen.

Hierin dürfte sich auch der Grund finden, warum US-Präsident Donald Trump im März per Dekret beschloss, amerikanischen Staatsbürgern den Kauf der Digitalwährung Petro samt und sonders zu verbieten. Im Mai kamen erste Spekulationen auf, laut denen Venezuela seinen bilateralen Handel mit Russland in der Zukunft auf Basis des Petros oder gar des russischen Rubels abwickeln könnte.