Christine Lagarde kommt allmählich ins Grübeln – lange genug hat´s gedauert

Waren die Unkenrufe der letzten Wochen und Monate etwa nicht schon laut genug? Allerdings wollen die EZB-Volkswirte erst im kommenden Monat detaillierte Prognosen zur Preissteigerung vorlegen. Sieht nach „Nachsitzen“ aus… „Die Inflation wird wahrscheinlich noch länger als bisher gedacht erhöht bleiben, aber sich abschwächen im Laufe dieses Jahres", so das Statement von Christine Lagarde.

Stützt sie sich dabei auf eine fundierte Datenbasis oder „stirbt die Hoffnung zuletzt“? Für Sparer und Kleinanleger die nächste Ohrfeige. Es muss also weiter abgewartet werden. Eins steht fest, die EZB muss baldmöglichst handeln. Sonst besteht große Gefahr, die Reputation dieser Institution noch weiter zu gefährden. Der bisherige Vertrauensverlust ist eh schon groß genug. Aber selbst wenn die Notenbanker nun baldmöglichst handeln, mehr als zwei Zinsschritte à 0,25 Prozentpunkte werden es dann wohl auch nicht werden. Bei einer Inflation von 5,1 Prozent bedeutet das nach wie vor eine Geldentwertung (Negativrendite) von 4,6 Prozent für Sparer und Kleinanleger.

Euro und Zehnjahres-Bundrendite machen Satz nach oben

 

 

Nach der gestrigen EZB-Sitzung setzte der Chart der Zehnjahres-Bundrendite seinen zuletzt eingeschlagenen und nachhaltigen Aufwärtstrend fort. Die Richtungsmarke bei Plus 0,03 Prozent konnte überschritten werden. Dadurch befindet sich die Zehnjahres-Bundrendite weiterhin deutlich oberhalb sämtlicher Gleitender Durchschnitte (38-, 100- und 200-Tage-Linie). Dies untermauert die bereits im letzten Marktausblick dargestellte Trendstärke. Auch der Trendfolge-Indikator MACD hat das sich abzeichnende Kaufsignal generiert. Die kurzfristige Slow-Stochastik zeigt sich allerdings nun leicht überkauft. Alarmierend ist das aber nicht. Der „Alles-auf-einen-Blick“-Indikator (Ichimoku Kinko Hyo) zeugt auch heute wieder von einem intakten Trend nach oben. Die Marke bei Plus 0,03 Prozent fungiert nun als schöner Support.

 

 

Auffälliger war sogar noch die Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung, dem Euro. Dieser setzte zu einem regelrechten kurzfristigen Höhenflug an. Aktuell notiert er bei 1,145 US-Dollar. Dieses Niveau bedeutet allerdings nach wie vor einen intakten und vorherrschenden Abwärtstrend. Es war ein Ausrufezeichen – aber aus „dem Gröbsten“ ist der Euro nicht heraus. Die Richtungsmarke verläuft bei 1,151 US-Dollar. Dieser Kreuzwiderstand müsste erst überschritten werden. Allerdings wiegen die Unsicherheiten über das weitere Vorgehen der EZB um Christine Lagarde weiterhin sehr hoch. Aber: Die Wende scheint eingeläutet. Endlich…oder besser „kurz vor knapp“.

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