EZB: Zinserhöhung wider Willen
Die Inflation in der Eurozone ist auf 3,3 nach zuvor 2,9 Prozent gestiegen und neue Eskalationen in der Iran-Krise halten die Preisrisiken aufrecht. Nach verbaler Vorarbeit hat die EZB daher notgedrungen eine zweite Anhebung ihres Einlagenzinses auf 2,5 nach zuvor 2,25 Prozent vorgenommen. Einen Durchmarsch bei aktienschädlichen Zinserhöhungen wird es mit Blick auf Konjunktur- und politische Risiken sowie Schuldentragfähigkeit jedoch nicht geben.
• EZB erhöht wider Willen: Wegen einer auf 3,3 % gestiegenen Inflation und neuer Energiepreisrisiken hebt die EZB den Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 % an – ein längerer Zinserhöhungszyklus wird jedoch nicht erwartet.
• Iran-Krise bleibt das größte Risiko: Ein dauerhaft über 100 Dollar liegender Ölpreis könnte die Inflation weiter antreiben und die EZB sogar zu einer dritten Zinserhöhung zwingen.
• Konjunktur und Schulden setzen Grenzen: Schwaches Wachstum, steigende Staatsanleiherenditen und die Schuldentragfähigkeit insbesondere hoch verschuldeter Euro-Länder sprechen gegen deutlich höhere Zinsen.
• Auch die USA kämpfen mit steigenden Renditen: Rückkäufe des US-Finanzministeriums zeigen bislang wenig Wirkung; im Zweifel könnte erst die Fed den Renditeanstieg wirksam bremsen.
• Für Anleger bleibt Volatilität wahrscheinlich: Gold und Qualitätsaktien sehen sich grundsätzlich unterstützt - es empfiehlt sich, stärkere Schwankungen für regelmäßige Käufe zu nutzen – insbesondere bei Profiteuren von KI-Investitionen, Infrastruktur und Rohstoffen.






