Kevin Warsh ist Fed-Präsident - Kehrt der neue Besen hart durch?
Wird der neue Fed-Präsident im Vergleich zu Amtsvorgänger Jerome Powell eine freizügigere Geldpolitik betreiben? Immerhin wurde er durch taubenhafte Äußerungen zum Wunschkandidat Präsident Trumps, der ein glühender Anhänger von Zinssenkungen ist. Oder steckt in Warsh doch mehr Falke drin als draufsteht? Kann sich die US-Notenbank überhaupt noch restriktive Geldpolitik erlauben?
• Die zuletzt gestiegenen Inflationserwartungen in den USA wurden vor allem durch den Iran-Konflikt und höhere Energiepreise ausgelöst. Mit der angekündigten Einigung zwischen den USA und dem Iran hat sich die Lage jedoch vorerst entspannt.
• Die Aussicht auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus und normale Lieferbedingungen hat die Ölpreise bereits deutlich sinken lassen und den Inflationsdruck abgeschwächt.
• Der neue Fed-Präsident Kevin Warsh gilt zwar als zinssenkungsfreundlich, muss sich nach seinem Amtsantritt jedoch zunächst als unabhängiger und glaubwürdiger Notenbankchef positionieren.
• Trotz seines eher taubenhaften Rufs ist keine aggressive Zinspolitik zu erwarten – weder deutliche Zinserhöhungen noch ein harter geldpolitischen Kurs.
• Die hohe US-Staatsverschuldung von rund 40 Billionen US-Dollar sowie die Verschuldung von Unternehmen und Verbrauchern begrenzen den Handlungsspielraum der Fed erheblich.
• Die Finanzmärkte rechnen weiterhin damit, dass die US-Notenbank mittelfristig eher lockern als straffen wird.






