Warum die EZB die Inflation nicht mehr so bekämpfen kann wie früher
Auf den hartnäckigen Preisdruck reagiert die EZB wie geplant mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Darüber hinaus lässt sie verbal weitere Erhöhungssignale ertönen. Aber wie konsequent kann ihr Tatendrang angesichts der bestehenden konjunkturellen und systemischen Krisen tatsächlich sein? Überhaupt, wie ist die Lage an den Finanzmärkten?
• Die EZB erhöht den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent und will damit ihre Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Inflation unterstreichen.
• Laut den neuen Projektionen erwartet die EZB lediglich einen vorübergehenden „Inflationsbuckel“, bevor sich die Teuerung in den kommenden Jahren wieder in Richtung des Zielwerts bewegt.
• Gleichzeitig schwächt sich die Konjunktur in Europa ab. Hohe Energiepreise, Exportprobleme und strukturelle Belastungen begrenzen den Spielraum für weitere starke Zinserhöhungen.
• Die hohe Staatsverschuldung vieler Euro-Länder macht eine aggressive Geldpolitik zusätzlich riskant, da steigende Zinsen die Tragfähigkeit der Schulden belasten könnten.
• Für die Finanzmärkte bleibt das Umfeld grundsätzlich unterstützend: Realzinsen bleiben negativ, die Notenbanken gelten weiterhin als eher marktfreundlich und würden im Krisenfall erneut stabilisierend eingreifen.
• Rücksetzer bei KI- und Technologiewerten werden als normale Konsolidierung nach einer starken Rallye eingeordnet. Die langfristige Wachstumsstory rund um KI und Raumfahrt bleibt intakt.
• Anleger beginnen bereits, Kapital aus überhitzten Technologiewerten in günstig bewertete zyklische Branchen umzuschichten. Dies spricht für eine breitere Marktteilnahme und eine mögliche konjunkturelle Stabilisierung.






