CK*Leben: Wie aus Wissenschaft Willkür wird
In Debatten wird seit Jahren zunehmend „die Wissenschaft“ zitiert – und plötzlich gilt eine politische Vorgabe als alternativlos. Michael Esfeld zeigt, wie leicht sich das Gemeinwohl umdeuten lässt, wenn aus offenen Fragen feste Wahrheiten gemacht werden: Begriffe verrutschen, Grundrechte geraten unter Druck, und am Ende entscheidet nicht mehr die kritische Vernunft, sondern die Doktrin. Worum es wirklich geht: Wie bewahren wir Wissenschaft als Suchprozess – und unsere Freiheit als Selbstbestimmung?
Esfelds Kernthese: Freiheit bedeutet Selbstbestimmung – ein legitimer Staat schützt Grundrechte statt gesellschaftliche Ziele „durchzuregieren“. Problematisch wird es, wenn Politik das Gemeinwohl durch politisch definierte Kollektivziele ersetzt, diese wissenschaftlich etikettiert und dabei Begriffe verschiebt sowie Kritik aussetzt. Als historische Belege nennt er Kommunismus und Eugenik; ähnliche Muster sieht er heute in Teilen der Corona- und Klimapolitik (geänderte Definitionen, Druck auf Grundrechte und offene Debatte). Die Folge: Wissenschaft verkommt zur Doktrin, Ziele werden willkürlich, es droht eine permanente Krisenlogik bis hin zur Repression (in Hannah Arendts Sinne). Der Gegenentwurf lautet: Fortschritt über Technologie und freie Kooperation, Rückbesinnung auf unveräußerliche Freiheitsrechte und Wissenschaft als offener Suchprozess – kurz: spontane Ordnung statt Steuerung per Angstnarrativ.






