Die Unternehmen an der Börse verdienen auch aufgrund so einiger Einsparungen prächtig. Sie schütten in diesem Jahr insgesamt 57 Milliarden Euro aus - so viel wie noch nie. Viele der Milliarden landen im Ausland. Allein die 30 DAX-Unternehmen überweisen 39 Milliarden Euro an ihre Aktionäre bzw. deren Besitzer. Wer weiß, wann die sich rechtfertigen müssen, etwas zu besitzen? Die Zeit ist schnell. Die Meinung dreht noch schneller, vor allem um den 1. Mai herum.

Dividenden sind angeblich der neue Zins. Dabei gilt: Wer hat, dem wird gegeben - wer nichts hat, der schaut in die Röhre. Und der Teufel macht am liebsten auf den größten Haufen. Früher war es der Zins-Haufen. Wenn jemand etwas bekommt oder zu viel von irgendetwas hat, werden damit Begehrlichkeiten geweckt. „Die da oben“ werden immer reicher und „die da unten“ immer ärmer. Inzwischen fällt es auf.

Mancher Utopist fragt dann laut nach, warum Volkswagen nicht dem Volk gehört. Wohnraum ist ebenfalls knapp geworden, warum auch immer - und schon wird über Enteignung und andere sozialistische Ideen diskutiert, während Deutschland die Mitte verliert. Links abbiegen ist okay, rechts aber weniger, wobei das neue Rechts früher mal die Mitte war. Blöde Diskussion um richtig, falsch, schwarz, weiß, gut, böse... Schattierungen stören nur noch und eine „schattige“ Diskussion erst recht.

In Sachen Geld sind wir längst im Zins-Sozialismus angekommen. Der Rest folgt. Im Sozialismus wird immer das Geld der anderen ausgegeben, bis es alle ist. Leistung lohnt sich nicht. Warum dann etwas leisten? Die Zentralbank druckt den fehlenden Rest nach, damit es besser werden soll, wie in der DDR. Wenn ein Staat dann irgendwann vor dem Eigentum keinen Respekt mehr haben sollte - und es heißt ja, dass Eigentum verpflichte - wäre es da rechtlich nicht okay, dieses wegzunehmen? Auslegungssache und moderner Zeitgeist.

Wer etwas hat, soll sich gefälligst schämen, sagen oft diejenigen, die noch nie etwas geleistet haben und mit ihrem abgebrochenen Studium protzen, weil sie es in einer Partei zu etwas gebracht haben.

Hey! Besitzen Sie zufällig Aktien oder Wohnraum, den sie nicht nutzen?  Sie böser Spekulant! Warum aber fragt niemand nach den wirklichen Ursachen dieser Umverteilung von unten nach oben und den damit größer werdenden Verwerfungen? Das hat vor allem etwas mit unserem Geldsystem zu tun. Aber Psssst! Klappe halten!

Und was halten Sie von der geplanten CO2-Steuer? Viele der freitags demonstrierenden Schüler wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist. Aber geschenkt. Wahrscheinlich wird diese neue Steuer mehr der Staatskasse helfen als Natur und Umwelt.

Auch wenn es heißt, das sei so nicht vorgesehen, erinnere ich mich an den Juncker-Spruch: Wenn es Ernst wird, muss man lügen. Die Ökosteuer hatte ja auch nichts mit Umwelt zu tun, sondern wurde direkt in die Rentenkasse  umgeleitet. Heute zählt mehr das Etikett als der Inhalt. Auch wenn die Mehrheit diese Abgabe auf CO2 (noch) ablehnt, wird sie kommen. Genau deshalb!