Die Tochtergesellschaft der Hyppoport AG mit Sitz in Berlin, die Dr. Klein AG, hat die Entwicklung der Kaufpreise in Nordrhein-Westfalen untersucht.

Der Teuerungstrend im Westen Deutschlands ist ungebrochen. Auch im ersten Quartal 2017 verzeichnet der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI) höhere Quadratmeterpreise, sowohl für Wohnungen als auch für Häuser in den westlichen Metropolregionen. Vor allem Düsseldorfer Hauskäufer müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen, als noch vor einem Jahr. In der Landeshauptstadt steigen die Hauspreise um 11,18 Prozent.

Die teuersten Wohnungen finden sich nach wie vor in Köln: Mit einem Quadratmeterpreis von 2.736 Euro kostet eine Eigentumswohnung hier im Schnitt nahezu doppelt so viel wie in Dortmund (1.543 €/qm). 

Dortmund bleibt im Vergleich günstig

Interessenten im Großraum Dortmund freuen sich über deutlich geringere Preise für Häuser und Wohnungen als im benachbarten Rheinland. Die Kosten für Eigentumswohnungen steigen unter den drei ausgewerteten Regionen in Dortmund am moderatesten. Im Vergleich zum Vorquartal müssen Käufer hier trotzdem 1,65 Prozent mehr investieren. Bei Häusern ist der Preisanstieg mit 3,22 Prozent zwar deutlicher, die Medianpreise liegen allerdings auch hier niedriger als in den Rheinmetropolen. 

Dennoch übersteige die Nachfrage auch in Dortmund das Angebot an Immobilien deutlich. Dieser Trend treibe die Preise weiter nach oben. Aufgrund der niedrigen Zinsen würden die hohen Preise jedoch noch klaglos von den Käufern akzeptiert.

Der Medianpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser spiegelt diese Entwicklung wider und durchbricht in diesem Quartal erstmals die 2.000-Euro-Marke. 

Moderate Steigerung auf hohem Niveau in Köln

Von den Dortmunder Immobilienpreisen können Kölner Immobilienkäufer nur träumen. Trotz einer mäßigen Teuerungsrate von 2,93 Prozent im Vergleich zum Vorquartal bleibt die Domstadt Spitzenreiter bei den Wohnungspreisen. Die teuerste Immobilie dieses Quartals wechselt ebenfalls in der Kölner Metropolregion den Besitzer - für stolze 8.873 €/qm. Die Hauspreise liegen in der Summe zwar noch unter dem Düsseldorfer Niveau, ziehen jedoch gemessen am Vorquartal weiter an (+2,76 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresquartal zahlen Hauskäufer im Frühjahr 2017 sogar 9,05 Prozent mehr. 

Düsseldorf hat die teuersten Häuser

Die Landeshauptstadt sticht weiterhin mit den teuersten Häusern in Deutschlands Westen hervor. Hauskäufer zahlen in diesem Quartal 11,18 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Zwischen 607 €/qm und 6.509 €/qm lassen sich Immobilienkäufer ein Haus in der Rheinmetropole kosten. Bei Wohnungen fällt die Preissteigerung mit 5,64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geringer aus. Auffällig ist jedoch der Unterschied von über 7.300 Euro zwischen dem günstigsten und teuersten gezahlten Quadratmeterpreis.

Fazit:

Nach wie vor treiben die niedrigen Zinsen die Kaufpreise. In meinem Beitrag vom 09.05. beschrieb ich die massiven Sorgen der Bundesbank vor einem Zinsänderungsrisiko. 

Jeder, der jetzt noch Wohnimmobilien kauft, sollte diese Sorgen ernst nehmen und mit einkalkulieren, dass er den jetzt geforderten Kaufpreis bei einem Wiederverkauf in einigen Jahren für lange Zeit möglicherweise nicht mehr erzielen wird.