Das Leben ist teuer geworden. Aber die Deutschen denken offenbar nicht im Traum daran, weniger zu reisen. Verständlich. Reisen bildet schließlich – und es ist eines der wirksamsten Mittel gegen die Einbildung, dass hierzulande noch alles irgendwie ganz gut läuft. Gespart wird am Urlaub traditionell zuletzt. Vielleicht, weil man einfach mal sehen will, wie Länder aussehen, in denen Züge pünktlich fahren, Flughäfen funktionieren, Baustellen irgendwann verschwinden und Menschen nicht jeden zweiten Satz mit „Das ist politisch schwierig“ beginnen. Kein Wunder, dass viele unserer Landsleute nach dem Urlaub gar nicht mehr zurückwollen.
Eine von vielen irreführenden Formulierungen im Hinblick auf die öffentlichen Kassen lautet, es seien Dinge „kaputtgespart“ worden. Diese Formulierung suggeriert, man habe tatsächlich gespart, weil man zu wenig Geld habe. Das Problem ist jedoch nicht der Mangel an Geld, sondern vielmehr wie es ausgegeben wird.
Auch im Wonnemonat Mai setzen sich die Einschläge in Deutschland fort. Die USA werden immer noch ein bisschen mehr rabiat. Und jeder kann jeden Tag das schmerzliche Ausbluten des deutschen Wirtschaftsmodells mitverfolgen. Jedoch ist Berlin vor allem mit sich selbst beschäftigt.
Gerne wird die dänische Energiepolitik als beispielhaft dargestellt. Dabei wird oft einseitig der Verzicht auf Kohle gefeiert, während man nicht so genau darauf achtet, durch was die Kohle eigentlich ersetzt wird. Nun…
Alte Börsenregeln haben in der modernen Finanzwelt längst ausgedient – oder etwa doch nicht? Was viele reflexartig als überholte Weisheit abtun, basiert tatsächlich auf messbaren Mustern. Gleichzeitig zeigt ein genauer Blick aber doch, warum genau diese Muster heute kaum noch als verlässliche Strategie taugen – und wo die eigentlichen Risiken für Anleger liegen.
Deutschland besitzt Gold. Viel Gold. Rund 3.350 Tonnen davon liegen in Tresoren in Frankfurt, New York und London. Es ist so ziemlich das Letzte, was dieses Land noch hat, ohne dass irgendein Ministerium schon ein Förderprogramm, eine Taskforce oder eine „Transformationsagenda“ darauf geklebt hätte. Aber…
Statt zu sparen, erfindet die Politik neue Steuern. Dabei haben wir gar kein Einnahmeproblem, sondern ein massives Ausgabeproblem. Noch nie hat der Staat mehr Steuern eingenommen - über eine Billion Euro. Und trotzdem will man nun neue Steuern implementieren und eine Rekordverschuldung von fast 200 Milliarden Euro verabschieden. Und das obwohl 250 Milliarden Euro Einsparpotenzial offen auf dem Tisch liegen — wenn man nur den Willen hätte, sie zu heben. Ein Gastbeitrag von Marc Friedrich.
Nicht nur bei der Geldanlage ist es ein Fehler, sich von Emotionen leiten zu lassen. Aber auch bei der Beurteilung der Fähigkeiten von Gründern oder Managern scheint sich mancher eher von Gefühlen als von Fakten leiten zu lassen. Vielleicht liegt das aber auch am Bewusstsein der eigenen Minderleistung.
Im Fußball ist der Ausputzer ein Abwehrspieler, der die harte „Drecksarbeit“ der Verteidigung übernimmt. Auch Notenbanken haben diese Funktion. Früher haben sie die Preisstabilität mit harter Zinsknute verteidigt. Heute besteht ihre neue Drecksarbeit jedoch vor allem darin, zu verhindern, dass Wirtschaftskrisen schmerzhafte Gegentore schießen. Selbst die feinste stabilitätspolitische Ball-Artistik der Notenbanker verbaler Art kann diese neue Spielweise nicht vereiteln.
„Die Rente ist sicher.“ Ein Satz aus einer Zeit, als Telefone noch Wählscheiben hatten und politische Versprechen länger hielten als Joghurt. Die Rente ist tatsächlich sicher – sicher zu klein, sicher zu spät und sicher nicht genug. Seit Jahren weiß jeder, der einen Taschenrechner bedienen kann, dass das bisherige Modell an seine Grenzen stößt. Trotzdem wurde mit diesem Spruch Politik gemacht, Vertrauen eingesammelt und Wahlen gewonnen. Heute heißt es plötzlich: Sorgen Sie bitte selbst vor. Nur womit eigentlich – nach Steuern, Abgaben, Sozialbeiträgen und jener kreativen staatlichen Zugriffslust, die vom Monatslohn meist nur die Krümel übrig lässt?
Deutschland Wirtschaft verzeichnet einen mittlerweile beängstigenden Produktivitätsrückstand gegenüber den USA. Die Entwicklungen rund um die Anwendung und Einbettung von KI-Anwendungen dürften diese Tendenz in den kommenden Jahren weiter verstärken.
Die US-Börsen haben ihre Kriegsverluste komplett abgeschüttelt und tun so, als wäre nichts gewesen. Auch der DAX bleibt in Schlagdistanz zu seinen alten Hochs. Man könnte meinen, die Welt sei in bester Ordnung. Das ist sie natürlich nicht. Energie wird teurer, Unternehmen ächzen, Insolvenzen steigen. Der Mittelstand kämpft ums Überleben, und die Politik setzt auf Ideologie. Und die Börse? Sie feiert – bemerkenswert unbeeindruckt von der Lage draußen.
Der Strukturwandel in der Softwarebranche ist real. Wie bei allen strukturellen Veränderungen kommt es darauf an, rasch und entschlossen darauf zu reagieren. Weinen, Lamentieren und die Schuld bei anderen suchen wird dabei kein Erfolgsrezept sein.
Die Welt befindet sich im Wandel. Geopolitisch wird die Dominanz des Westens durch Schwellenländer zunehmend in Frage gestellt. Hinzu kommen Strukturbrüche in der Marktwirtschaft, die staatswirtschaftlichem Populismus immer mehr Platz einräumen. All das müssen Anleger bei der Auswahl und Gewichtung von Anlageklassen berücksichtigen, damit sie auch die neuen Renditepotenziale ausschöpfen.
Am letzten Mittwoch noch schaffte der DAX den größten Punktgewinn seiner Geschichte: 1.159 Zähler. Klingt gewaltig – ist es aber nur bedingt. Denn 1.000 Punkte wiegen heute deutlich weniger als früher. Am Ende waren es „nur“ fünf Prozent. Doch der Börsenhandel ist nervöser und schneller geworden. Ein Tweet, ein Gerücht oder ein halbherziger Waffenstillstand – und alles gerät durcheinander. Kein Wunder bei so viel Kriegsangst. Nur Rüstungsaktien und der Ölpreis leiden unter Friedenspanik und sind dann so entspannt wie Vegetarier auf einem Grillfest.
Das Land der Energiepreisrekorde konnte einen neuen Titel einheimsen. Laut Bloomberg erreichten die Strompreise hierzulande am Terminmarkt das Vierfache der Preise in Frankreich. Da Rekorde da sind, um sie zu brechen, muss das nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Na? War Ihr Ostern auch so verdorben? Dann waren Sie vermutlich tanken. Der lieben Verwandtschaft den Besuch aus Benzinkostengründen abzusagen, wäre am Ende vermutlich teurer geworden – emotional wie finanziell. Wobei… vielleicht hat Sie auch einfach die nackte Angst an die Zapfsäule getrieben: die diffuse Sorge, Benzin könnte bald rationiert werden und man steht da wie bestellt und nicht abgeholt – nur ohne Sprit. Nichts ist mehr unmöglich in diesem Land, in dem wir so gut und gerne leben. Oder gelebt haben. Man weiß es nicht mehr so genau.
Wenn mancher die Raumfahrt immer noch als Milliardärs-Spielerei abtut, kann das nur an einem mangelnden Willen liegen, sich zu informieren. So beschäftigt man sich in Deutschland weiter mit dem Abstellen von E-Rollern, sucht nach Möglichkeiten, den Niedergang der Bahn wegzulächeln und spricht von Mikro-Mobilität während man einfach nur den Anschluss verliert.
Früher war Geld eine erstaunlich überschaubare Angelegenheit: Man hatte es – oder eben nicht. Punkt. Heute ist man einen Schritt weiter. Man hat es vielleicht, aber sicher ist nur eines: Es gehört einem nicht wirklich. Es wird verwaltet, reguliert, besteuert, entwertet – und im Zweifel gegen einen verwendet. Unter der Matratze? Ein Paradies für Motten, Einbrecher und nostalgische Romantiker. Auf dem Konto? Eine Einladung zur schleichenden Enteignung durch Inflation, Gebühren und geldpolitische „Notwendigkeiten“. Willkommen im modernen Finanzsystem: Egal, was Sie tun – es ist falsch. Aber immerhin mit System.
Wenn man mehr Geld für etwas ausgibt, möchte man dafür auch mehr bekommen. Das gilt nicht nur beim Kauf von Socken, sondern auch bei Investitionen in Infrastruktur. In manchen Regionen geht diese einfache Rechnung jedoch nicht auf.
In einem der zahlreichen Helden-Witze über den kürzlich verstorbenen Chuck Norris heißt es, er habe eine Drehtür zuschlagen können. Außerdem habe er bis unendlich gezählt und das gleich zwei Mal. Ähnlich faszinierend sind manche Prognosen zu den Auswirkungen kommender KI-Anwendungen.
Edelmetalle gelten in Krisenzeiten als das Maß aller Dinge. Doch scheint der Nahostkonflikt genau diese sichere „goldene“ Börsenregel zu torpedieren. Denn Gold und Silber befinden sich klar auf dem Rückzug. Besonders bemerkenswert ist, dass Gold sogar mehr verloren hat als alle anderen Anlageklassen. Ist alte Sicherheit das neue Risiko? Oder findet bei Edelmetallen nur eine Verkettung fataler Umstände statt, die keine lange Dauer hat?
In vielen Bereichen wird von einer Zeitenwende gesprochen. Beim Thema Energie jedoch wird das Thema hierzulande mittlerweile eher gemieden. Ob das an der sinkenden inländischen Stromerzeugung liegt, die so gar nicht zur weltweit anziehenden Nachfrage passt?
Das mit den Börsen sieht gerade übel aus. Aber nicht zum ersten Mal. Doch die gute Nachricht zuerst: Aktien sind endlich mal günstiger geworden. Die schlechte Nachricht: Was Sie sich mühsam zusammengespart haben, ist gleich mit abgerutscht. Vorerst. Willkommen im echten Börsenleben. Für Neulinge ein Schock, die Veteranen kennen das noch. Und wie heißt es in jeder Abwärtsphase? „Buy the fucking Dip“. Jeder kurze Rücksetzer war bislang immer eine gute Kaufgelegenheit. Was aber, wenn es dieses Mal anders läuft und die Probleme etwas länger dauern? Davon ist kaum auszugehen – und wenn, dann richtig.
In der Theorie sind Geldpolitiker die Gralshüter der Preisstabilität. Früher hat die Deutsche Bundesbank dieses Ziel auch praktisch sehr konsequent verfolgt. Hört man auf ihre aktuellen Äußerungen, scheinen die Notenbanken die Fahne der Stabilitätsmoral weiterhin hochzuhalten. Gezwungenermaßen führen die immer schwierigeren konjunkturellen und finanziellen Rahmenbedingungen jedoch auch zu immer mehr Abweichungen zwischen Wort und Tat.