Haben Sie sich noch nicht gewundert, warum der Dow Jones  auf dem tiefsten Stand seit April 1997 steht und der Dax noch immer nicht einmal die Tiefststände von 2003 (2188 Punkte) erreicht hat?

Die Erklärung findet sich größtenteils in der unterschiedlichen Berechnung.

Der Dow Jones ist ein reiner „Kursindex“. Das bedeutet, dass nur der reine Kurs der jeweiligen Aktien eingerechnet wird. Dividendenzahlungen spielen hier keine Rolle. An dem Tag, an dem ein Unternehmen seine Dividende an die Aktionäre ausschüttet, fällt der Kurs der Aktie um diesen Betrag. Würden also alle Dow Jones-Unternehmen am gleichen Tag ihre Dividende zahlen, würde der Dow Jones stark fallen.

Nicht so beim DAX. Der DAX ist ein „Performanceindex“. Hier werden nicht nur die Kurse der Aktien, sondern auch die ausgeschüttete Dividende mit eingerechnet. Würden die Aktienkurse also immer exakt konstant bleiben und die Aktiengesellschaften jedes Jahr Dividenden bezahlen, würde der DAX ständig steigen, obwohl die Kurse der Aktien unverändert blieben.

Wenn wir uns den Dax einmal nach der Berechnungsmethode des Dow Jones ansehen, ergibt sich ein faszinierendes Bild. Unter Herausrechnung der Dividenden steht der DAX heute bei 2355 Punkten. Wenn wir jetzt noch die Verzerrung durch den VW-Effekt aus dem Herbst letzten Jahres herausrechnen sind wir bereits unter dem Tief von 2003. Die surreale Explosion des VW-Kurse im Oktober 2008 hat den Dax um viele hundert Punkte nach oben verfälscht. DANACH wurde das Gewicht von VW im DAX durch die Deutsche Börse stark begrenzt, so dass der folgende Kursverfall den DAX nicht mehr nach unten korrigiert hat. Die Mathematiker streiten noch über die genaue Zahl, aber ich glaube „einige hundert Punkte“ sollte uns genügen.

Eine interessante Betrachtung, finden Sie nicht?  Eignet sich übrigens auch prächtig für Diskussionen mit Kollegen ;-)