Große Veränderungen im Leben bedeuten große Auswirkungen auf die Finanz- und Versicherungssituation. Hierfür ist es sinnvoll, systematisch vorzugehen. In diesem Beitrag geht es um die Beratungsaspekte beim Thema Nachwuchs. Beginn einer Serie.

Um die großen Veränderungen im Leben: Berufseinstieg, Heirat, Kinder, Haus, Auto, Umzug, Urlaubsreisen, Trennung entspannt anzugehen, empfiehlt es sich, im Vorfeld einen „Fahrplan“ zu entwickeln, an dem man sich in Sachen Finanzen und Versicherung entlanghangeln kann.

In unseren Beratungen stellen wir regelmäßig fest, dass man sich immer erst dann drum kümmert, wenn tausend andere Dinge zu tun und vorzubereiten sind. Dieses Vorgehen ist eher schlecht, da man gerade in Stresssituationen anfälliger für Verkaufsprofis ist und Verträge abschließt, die man im Zweifel nicht braucht oder wichtige Sachen vergisst.

Soweit möglich, sollte man im Vorfeld planen und sich mit seinem Berater zusammensetzen, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Die Reihenfolge der Themen ist bewusst nach Wichtigkeit gewählt. Zur ganzheitlichen Betrachtung gehört das Thema Vermögensaufbau, das hier jedoch nicht behandelt werden soll.

Invalidität Eltern

Mit Kindern ändern sich die fixen (z.B. Kita) und variablen (Essen, Kleidung) Kosten des Haushalts meist beträchtlich. Verringert sich wegen Krankheit oder Unfall das Einkommen vorübergehend oder dauerhaft, kann es schwierig werden, diesen Mehrbedarf zu leisten.

Todesfall

Kinder sind lange vom Einkommen der Eltern abhängig. Stirbt ein Elternteil, wird es finanziell sehr schnell schwierig. Durch Elternzeiten, Teilzeitarbeit etc. ändert sich häufig auch die Einkommenssituation in der Familie. Hierdurch ergibt sich häufig ein erhöhter Bedarf. Weiterhin sind gesetzliche (siehe unser 2. Beitrag) und private Ansprüche zu berücksichtigen. Wir empfehlen, die Versorgung des Kindes bis zum 25. Lebensjahr sicherzustellen. Zu prüfende Produkte: Risikolebensversicherung

Krankheitskosten

Die (Mit-) Versicherung des Nachwuchses ist zu klären – gesetzlich, privat, Beihilfe, freie Heilfürsorge? Je nach Status kann ein Bedarf an ergänzender Absicherung bestehen. Zu prüfende Produkte: Krankenversicherung

Haftung

Kinder unter sieben Jahren haften nicht, können also für Schäden nicht belangt werden. Wer aber als Elternteil seine Aufsichtspflicht verletzt, darf dann für den Schaden aufkommen. Also: Immer schön aufpassen und die Privathaftpflichtversicherung dahingehend prüfen.

Invalidität Nachwuchs

Für das Kind selbst besteht das geringe, aber umso folgenreichere Risiko, wegen einer Erkrankung oder eines Unfalls dauerhaft kein eigenes Einkommen erzielen zu können und auf Hilfe angewiesen zu sein. Zu prüfende Produkte: Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Pflege

Wenn ein Elternteil pflegebedürftig wird, übernimmt die (gesetzliche oder private) Pflegeversicherung nur einen Teil der dann anfallenden Kosten. Gern wird hierbei von einer Teilkaskoabsicherung gesprochen. Pflegebedürftigkeit in jungen Jahren ist selten, wiegt dann aber umso schwerer. Das Gleiche gilt für die Kinder. Wenn die Einnahmen nicht reichen, muss das Vermögen angegriffen werden. Zu prüfende Produkte: Berufs-, Erwerbsunfähigkeits- und Pflegeversicherung.

Besitz

Mit Kindern ändert sich der Hausstand meist ganz beträchtlich: Kinderwagen, Kinderzimmer, Kleidung, Fahrradanhänger usw. Wo viel ist, kann viel verloren gehen. Ob es immer die Hausratversicherung sein muss oder es ein großer Notgroschen auch tut, muss jeder für sich entscheiden.

Ruhestand

Auch wenn die Freude über den Nachwuchs im Vordergrund stehen sollte, bedeutet er eben auch enorme Kosten. Geld, was dann nicht mehr für den eigenen Konsum und Ruhestand zur Verfügung steht. Insofern sollte die eigene Altersvorsorgestrategie überprüft werden. Soll Geld vererbt oder aufgebraucht werden?

Diese Aspekte dienen als „Leitplanke“. Ausgehend davon ist zu erörtern, ob und inwieweit eine Beratung und Anpassung erfolgen soll. Nutzen Sie die „Checkliste“ in Vorbereitung eines Beratungsgesprächs!

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