Wenn in Deutschland ein Unternehmen Pleite geht, wird „Gläubigerschutz“ beantragt. Hier geht es um den Schutz der Gläubiger (diejenigen, denen das Unternehmen Geld schuldet), damit diese möglichst viel Geld zurückbekommen. In den USA gibt es neben diesem kompletten „Aus“ für das Unternehmen („Chapter 7“) noch eine andere Art der Insolvenz, nämlich das sogenannte „Chapter 11“ ein Gläubigerschutz der anderen Art. Hier wird nämlich das pleitegegangene Unternehmen VOR seinen Gläubigern geschützt. Stark vereinfacht lässt sich sagen, das Unternehmen darf weiterarbeiten, seine Altaktionäre werden enteignet, die Gläubiger gehen weitgehend leer aus und das Unternehmen kann all seine alten Verpflichtungen wie Pensionsansprüche etc. neu ordnen (über Bord werfen). Auf diese Weise wurden schon pleite gegangene US-Fluglinien erfolgreich wiederbelebt.  Nach meiner Einschätzung ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der eine oder andere US-Autobauer diesen Schritt geht. Welche Auswirkungen das auf die Gläubiger hat, die Milliarden-Anleihen dieser Unternehmen halten (Versicherungen, Rentenfonds etc.), bleibt dann ein spannendes Experiment…

Und wenn wir uns einmal erlauben wollen, ganz verrückte und undenkbare Dinge zu denken (das sei in diesen Zeiten, in denen bereits viel Undenkbares Realität geworden ist gestattet), könnte man sich dann  vorstellen, dass ein ganzer Staat sich eines Tages selbst unter „Chapter 11“ stellt?  Zugegeben: ein gewagter Gedanke, aber ich möchte gerne mal zum Nachdenken darüber anregen, ob so etwas möglich wäre.

Wenn man „Chapter 11“ als geeignetes Mittel zur Rettung wichtiger Unternehmen ansieht und anwendet, ist es dann ausgeschlossen, dieses Instrument zur Rettung des großen Ganzen einzusetzen, wenn die Situation eskaliert?

Näheres zu Chapter 11:

de.wikipedia.org/wiki/Chapter_11

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