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Jahresgespräch mit Prof. Dr. Max Otte am 6.12.2016

Nunmehr zum vierten Mal treffe ich Herrn Prof. Otte am kommenden Dienstag in seinem Büro in Köln. Ich würde mich über viele Leserfragen zum mittlerweile traditionellen Jahresgespräch mit Prof. Otte sehr freuen.  Auch wenn Max Otte vielen Lesern - nicht zuletzt wegen seines jüngsten Einsatzes gegen die Abschaffung des Bargelds und Anfeindungen in den Mainstreammedien mehr als bekannt sein dürfte - hier noch einmal seine Vita zum Nachlesen:

Genau wie sein Investmentvorbild Warren Buffet verdiente Max Otte sein erstes Geld mit dem Austragen von Zeitungen. Im Fall von Max Otte handelte es sich übrigens um die evangelische Kirchenzeitung Unsere Kirche.

Während seines Studiums der Fächer Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und politische Wissenschaften an der Universität Köln arbeitete er als Praktikant bei der Frankfurter Sparkasse von 1822 (heute: Frankfurter Sparkasse) und im Investment-Banking der WestLB. 1987 konnte er daher den Börsencrash hautnah auf dem Börsenparkett mitverfolgen.

1989 schloss Max Otte sein Studium als Diplom-Volkswirt mit der Note 1,6 ab.

1991 erhielt Max Otte den Titel M.A. in Public Affairs, 1997 schließlich den Doktorgrad (Ph.D.). Im Jahre 1997 promovierte Herr Otte mit einer politökonomischen Arbeit über die Außenpolitik des vereinigten Deutschland.

Herr Otte vertritt hierbei die Ansicht, dass Deutschlands Machtressourcen zwar durch die Wiedervereinigung gestiegen seien, jedoch ebenfalls überproportional mit gestiegenen Ansprüchen einhergingen. Aus diesem Grund stünde die Bundesrepublik Deutschland für  Beständigkeit und Konstanz und eine vorsichtige Außenpolitik.

Der ehemalige Koordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit Karsten D. Voigt verfasste zur Arbeit von Max Otte folgenden Kommentar:

"Wenn Sie verstehen wollen, warum das vereinigte Deutschland nach dem Ende des Kalten Krieges seine etablierte Politik im Rahmen von EU und NATO fortsetzen wird, lesen Sie die Arbeit von Max Otte. Diese sorgfältige Analyse verdeutlicht: Deutschlands aktive Unterstützung für die demokratische, ökonomische und politische Stabilität seiner europäischen Nachbarn ist in seinem eigenen Interesse."

Berufliche Stationen, Professur und Unternehmer

Nach seinem Studium war Otte 1989 zunächst als Werksstudent bei der Kienbaum Unternehmensberatung GmbH in Düsseldorf tätig. 1990 leitete Max Otte eine Studie zur Reform des UN-Entwicklungshilfeprogramms UNDP und veröffentlichte dazu 1992 in der Zeitschrift Außenpolitik (German Review of Foreign Affairs).

Unter anderem wirkte er an einer Studie für das Umweltministerium Rheinland Pfalz mit. Im Jahr 1990 wurde Kienbaum, vertreten durch Max Otte, mit einer Studie zur Reform des U.N.-Entwicklungshilfeprogramms UNDP beauftragt, die er leitete. 1992 veröffentlichte er über Krise und Reform der UN-Entwicklungshilfe in der Zeitschrift Außenpolitik. Kurze Zeit später wirkte er an einer Studie zur Ansiedlung von U.N.-Organisationen in Bonn mit.

Die überaus langsame Geschwindigkeit bei der Umsetzung von Vorschlägen zur Reform des Bundesministeriums für Wirtschaft verlief für Max Otte äußerst frustrierend, weshalb er Ende 1997 endgültig aus der gewerbsmäßigen Beratung von öffentlichen Organisationen ausstieg.

Ab Herbst 1998 war Otte Assistant Professor (Tenure Track) for International Relations am Department of International Relations der Boston University. Seine Analyse "The Euro and the Future of the European Union" vom April 1998 diagnostizierte eine falsche Konstruktion der Gemeinschaftswährung und prophezeite ernsthafte Probleme für die Eurozone. An der Boston University unterrichtete Max Otte International Economics, International Trade, International Finance und International Organization & Management.

Zudem war Max Otte ab 1998 als Mergers & Acquisitionsberater beim Institut für Wirtschaftsberatung für mittelständische Unternehmen tätig. Hier war er nach dem Wiedervereinigungsboom bei der Sanierung und Fusion mehrerer Unternehmen beteiligt.

Bereits in diesem Jahr fand Max Otte zu seiner Maxime und unternehmerischen Vision, die ihn bis heute leiten:

  • Finanzen und Finanzinformationen für Privatinvestoren sowie Bürgerinnen und Bürger allgemeinverständlich, nutzbringend und humorvoll zu präsentieren
  • überwiegend das Internet als Kommunikationsmedium zu nutzen
  • ausschließlich für Bürgerinnen und Bürger tätig zu sein, also Privatkunden zu haben

Prof. Max Otte – der Crashprophet

Äußerst populär wurde Max Otte durch sein 2006 geschriebenes Buch "Der Crash kommt". Als es dann 2008/2009 soweit war, gab es kaum eine Talkshow im deutschen Fernsehen, die auf das Wort von Max Otte verzichten wollte.

Die Erstausgabe von 2006 beginnt mit den Sätzen:

"Ich kann Ihnen nicht sagen, ob der Crash im Jahr 2008 kommt. Vielleicht ist es schon 2007 so weit, vielleicht erst 2009 oder 2010. Menschliches Verhalten – um nichts anderes handelt es sich bei dem Ausbruch einer großen Wirtschaftskrise – lässt sich nicht mit mathematischer Präzision voraussagen, auch wenn es bestimmte Krisenpropheten immer wieder versuchen. Einige der stärksten Hinweise deuten eher auf das Jahr 2010 hin, andere schon auf Ende 2007. Aber wenn ich die Zeichen richtig verstehe, die uns die Weltwirtschaft derzeit überall hinterlässt, dann muss es krachen – und zwar mit einer gewaltigen Wucht."

Prof. Max Otte gehört sicherlich zu der Riege der wirklich hinter die Kulissen schauenden Ökonomen. Ein Freigeist, der mit großem Engagement und ebenso viel Sachverstand die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen betrachtet.

Schon heute bin ich sehr gespannt auf ihre Fragen, ihre Kritik, Meinungen und sonstigen Zusendungen und natürlich auch auf die Antworten von Prof. Otte.  

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Herzlichst Ihr

Helmut Reinhardt

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