Diese Frage wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesen Tagen häufig gestellt. Aktien fallen, Rohstoffe auch und sogar die Wunderwaffe Gold verhält sich nicht so wie es sich der geneigte Investor erwartet. Auch bei den „raus aus dem Euro“ Rohstoffwährungen sehen wir den „Risk off“ Modus.

In diesen Tagen werden Sie wieder viele Argumente finden warum der Ausverkauf der Aktien überzogen, die langfristige Angebotssituation der Rohstoffe andere Preise rechtfertigen würde und dass das Gold natürlich der einzig rettende Insel im Sturm der Papiergeldwährungen ist.

Bei manchen Experten und Kommentatoren stellen sich schon fast die Anzeichen einer beleidigten Leberwurst ein. Wie können die „guten“ Sachwerte nur fallen und die „bösen“ Geldwerte steigen? Unerhört was der von Spekulanten und Ratingagenturen getriebene Markt so veranstaltet.

An dieser Stelle sollte man sich in Erinnerung rufen, dass „der Markt“ nur ein Marktplatz ist, der Angebot und Nachfrage ausgleicht. Natürlich ist dieser in gewissen Segmenten durch die nicht ökonomisch denkenden Marktteilnehmer (Notenbanken) verzerrt, aber am Ende des Tages ist es doch der Marktpreis.

Bei Aktien interessiert es auch niemanden, ob sie steigen weil die Unternehmen so tolle Gewinne machen oder es durch niedrige Zinsen stimuliert werden. Nach dem „warum“ wird immer nur gefragt, wenn die eigene Meinung gerade nicht vom Markt wiedergespiegelt wird.

Kürzere Konjunkturzyklen bedingen stärker schwankende Unternehmensgewinne. Aktienkurse sind die diskontierten Unternehmensgewinne. Dementsprechend schwanken sie stärker. Ergänzt um die immer vorhandenen Emotionen Angst und Gier und der fehlenden historischen Blaupause für die aktuellen Vorgänge bleibt nur ein Fazit:

Der Markt war noch nie prognostizierbar und das ist besonders jetzt nicht. Für den Anleger macht es also wenig Sinn die Erreichung seiner finanziellen Ziele von Prognosen abhängig zu machen.

Was können wir jetzt tun?

Vergessen ist Themen, die Sie sowieso nicht beeinflussen können. Konzentrieren Sie sich auf die Punkte, die Sie objektiv verändern können.

Dazu braucht es einen Plan. Hierzu ist es erforderlich die Struktur seines eigenen Vermögens zu kennen. Die Kernfrage lautet hier:

Wie ist die Aufteilung meines Vermögens auf Geld- und Sachwerte?

Das erfordert Aufwand und ist nicht besonders sexy, aber kein Navigationssystem funktioniert ohne einen Startpunkt einzugeben. Wir haben probiert dieses trockene Thema verständlich aufzubereiten. Das Ergebnis finden Sie hier: www.mein-anlegerprofil.de

Im nächsten Schritt sind Klumpenrisiken zu identifizieren. Die Dosis macht das Gift. Im Megatrend Entschuldung sind Edelmetalle ein MUSS, da sie die einzige Währung sind, die kein Interesse an einer Abwertung haben, um den eigenen Export zu stärken.

Eine Überdosis ist aber genauso eine Wette, wie eine zu hohe Aktienquote bei sich stark eintrübenden Konjunkturaussichten.

Ein Plan führt zu Disziplin, damit zu weniger Transaktionen und weniger Kosten. Nebenbei schafft es Freizeit und Entspannung. 

Bei der Analyse der Ausgangssituation können Ihnen externe helfen. Das Ziel können Sie nur alleine definieren. Jemand der diese Hausaufgaben schon erledigt hat kann sich kurzfristig mit diesen Punkten beschäftigen.

1.     Warum Einzelwerte, wenn man den ganzen Sektor über einen ETF kaufen kann?

2.     Warum geswappte ETF´s, wenn ich physisch replizierende kaufen kann?

3.     Warum Optionsscheine, wenn es Hebelprodukte ohne Volatilitätseinfluß gibt?

4.     Warum das Zinstief nicht für ein Forward-Darlehen nutzen?

5.     Warum einer Bank Geld leihen bei der die CDS-Spreads schlechte Signale geben?

 http://www.derivateverband.de/DEU/Transparenz/CreditSpreads

6.     Warum auf den Einlagensicherungsfonds verlassen, wenn es doch Banken gibt, die diese riskanten Geschäfte gar nicht erst betreiben?

7.     Warum Ratings berücksichtigen, wenn es den gesunden Menschenverstand gibt?