Der große Erfolg ihres ersten Buches „Der größte Raubzug der Geschichte“ versetzte nicht nur die gesamte Buchbranche in Erstaunen, sondern überraschte auch die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich über alle Maßen. Hatten die beiden noch recht jungen Ökonomen doch eher damit gerechnet, dass sich ihr Buch vielleicht fünfhundert Mal verkaufen lassen würde. Man mag das bescheiden nennen, obwohl eine solche Verkaufszahl für ein Buch von bis dato unbekannten Autoren aus einem kleinen Verlag durchaus als realistisch anzusehen ist.

Letztendlich verkaufte sich das Buch über 120.000 Mal und stand wochenlang auf der Bestseller-Liste des Spiegel. Mir persönlich hat „Der größte Raubzug der Geschichte“ übrigens nicht sonderlich gut gefallen. Es mag Geschmackssache sein, doch waren mir Struktur und das Layout des Buches zu wild, zu durcheinander und unübersichtlich. Vor allen Dingen aber wurde m. E. der Untertitel „Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden.“ nur sehr unzureichend behandelt. Trotzdem zeigt der Erfolg von „Der größte Raubzug der Geschichte“ und anderen systemkritischen Büchern, dass sich immer mehr Menschen mit den Auswüchsen und der Problematik unseres bestehenden Finanz- und Wirtschaftssystems beschäftigen wollen.

Nun haben Matthias Weik und Marc Friedrich mit „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie ihr Vermögen retten“ ihr zweites Buch vorgelegt. Eines vorweg: Das Buch ist inhaltlich hervorragend, sehr verständlich und auch unterhaltsam geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind schlüssig aufgebaut und gut strukturiert. Fazit: Das neue Werk ist äußerst lesenswert!

Im ersten Teil erfolgt eine Bestandsaufnahme und es werden aktuelle Themen wie beispielsweise der Liborskandal ausführlich besprochen und erklärt. Eindringlich weisen die Autoren darauf hin, dass die Protagonisten aus Finanzindustrie, Staaten und Politik nichts aus der seit 2008 sichtbaren und vor sich hin schwelenden Finanzkrise gelernt haben. Sie erläutern ausführlich die aus Sicht von Finanzindustrie und der ihr dienenden Politik plausiblen Gründe für ausbleibende und überfällige Reformen im Finanzsektor. Das Fazit ist eindeutig und wird mutig ausgesprochen:

Im zweiten Teil gehen die Autoren intensiv auf die Verschuldungen der Staaten in Europa ein. Dabei führen sie aus, wie die angeblichen „Rettungsmaßnahmen“ von Banken, Staaten und des Euro langfristig zu einer volkswirtschaftlichen Katastrophe und am bitteren Ende zum Staatsbankrott Deutschlands führen werden. Hierbei werden interessante Fragen aufgeworfen und ausführlich beantwortet:

  • Wie geht es Deutschland wirklich?
  • Profitieren wir Bürger tatsächlich von der EU und dem Euro – oder werden wir bald unser blaues Wunder erleben?
  • Wo landet tatsächlich ein beträchtlicher Teil der deutschen Steuergelder?
  • Wer hat eigentlich das Geld für eine Euro-Rettung?
  • Wie sieht es tatsächlich mit der so wortreich bestrittenen „Haftungsunion“ aus?
  • Kann Deutschland notfalls die Eurozone, gar die ganze EU „retten“?

Matthias Weik und Marc Friedrich bringen sehr viele anschauliche Beispiele und thematisieren beispielsweise den Wechsel des Fußballnationalspielers Sami Khedira vom VFB Stuttgart zu Real Madrid. Sie zeigen den Weg auf, den die Transfersumme in Höhe von 14 Millionen Euro innerhalb des Eurosystems genommen hat und wie diese die Target2-Forderungen der Deutschen Bundesbank erhöht haben. Auch anhand vieler anderer Fakten weisen die Autoren nach, dass das heutige Finanzsystem nicht nur schon einige Nahtod-Erfahrungen hinter sich hat, sondern als ganzes eine begrenzte Lebensdauer aufweisen muss.

Ärgerlich ist allerdings, dass sich auf den Seiten 189 und 190 Fehler eingeschlichen haben, die unbedingt in der nächsten Auflage behoben werden sollten. An fünf Stellen werden leider Gottes Billionen mit Milliarden verwechselt. Allerdings sind diese Fehlangaben so offensichtlich, dass sie nicht großartig ins Gewicht fallen. Doch könnten diese Unkorrektheiten dazu führen, dass auch andere Zahlen und die sehr guten Grafiken im Buch zu Unrecht angezweifelt werden.

Im letzten Teil des Buches beschäftigen sich die Autoren mit Lösungsansätzen und sind überzeugt, dass der unvermeidliche Crash letztendlich zur Lösung vieler bestehender Probleme beitragen wird. Sie geben dem Leser einen Leitfaden zur Vermögenssicherung und behandeln ausführlich die unterschiedlichen Anlageklassen (Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Bargeld, Lebensversicherungen, etc.) Äußerst interessant sind die Ansichten der Autoren  zu einem erneuten weltweiten Goldstandard, der ihrer Meinung nach in einer globalisierten Ökonomie nicht funktionieren kann.

Zum Thema Vollgeldsystem und alternativen Währungsergänzungen referieren am Ende des Buches mit viel Fachwissen die Gastautoren Prof. Dr. Mark Joób und Christian Gelleri von der Regionalwährung Chiemgauer. Beide Beiträge und die dahinter stehenden Gedanken sind hinsichtlich einer Überwindung des derzeitigen Systems und bestimmter Denkblockaden sehr hilfreich.

Im letzten Kapitel fordern Matthias Weik und Marc Friedrich, dass ein jeder von uns selbst aktiv wird. Denn man habe von der Politik hinsichtlich einer Reform des derzeitigen Systems nichts zu erwarten. Des Weiteren weisen sie eindringlich darauf hin, dass ein nachhaltiger Wandel nur durch erstklassige und lückenlose Bildung zu erreichen sein wird. Das neue Buch „Der Crash ist die Lösung - Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie ihr Vermögen retten“ von Matthias Weik und Marc Friedrich wird sicherlich einen großen Anteil an diesem Ziel haben.

Vielen Dank an die Autoren für dieses wichtige Werk.   


Der Crash ist die Lösung –

Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie ihr Vermögen retten

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Eichborn Verlag; Auflage: Aufl. 2014

1. Verkaufstag:16. Mai 2014

ISBN-10: 3847905546

ISBN-13: 978-3847905547

Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,4 x 3,6 cm

EURO 19,99

Beitrag senden Beitrag drucken