Der Umsatz im abgelaufenen Quartal stieg gut 10% auf 427 Mio. USD im Vergleich zum Schlussquartal 2018. Der Bruttogewinn fiel, aufgrund von gestiegenen Umsatzkosten (dazu mehr im unteren Teil) auf 169 Mio. USD oder ebenso gut 10%. Die operativen Kosten fielen leicht um 4%. Das Vorsteuerergebnis sackte um 17% auf 25 Mio. USD ab und beim Nettoertrag sogar um 20% auf 20 Mio. USD.

 

Das Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft war auch erwartet worden, aber operativ blieb von den Steigerungen nicht viel übrig. Die Umsatzkosten, also der Betrag, der für die Generierung des Umsatzes verantwortlich ist, lag in Q4 19 deutlich höher als noch in den letzten vier Quartalen. Waren es 60,3% im abgelaufenen Quartal, so lag der Durchschnitt der letzten vier Perioden bei nur 54,3%.

 

iRobot musste also mehr Geld aufwenden, um ihr Waren zu verkaufen, dies drückt sich auch in der Bruttomarge aus. Lag diese noch in Q4 2018 bei 48,5% waren es in Q4 2019 nur noch 36,7%. Der Durchschnitt letzten vier Quartale lag bei 45,7%. Auch die operative Marge rutsche von 7,8% auf 4,5% im Quartalsvergleich der Jahre.

 

Die aktuelle Margensituation hat u.a. zwei Hauptgründe. Zum einen, der Aufbau des Fertigungswerks in Malaysia und zum anderen der doch vorherrschende Preiskampf bei den etwas günstigeren Staubsauger Modellen. Investitionen in die Zukunft und vor allem die Diversifizierung der Lieferketten sind Kostenblöcke, die sich erst in diesem Jahr auszahlen sollten. Zwar lag der durchschnittliche Bruttoverkaufspreis der iRobot Produkte im Dezember bei 317 USD (Schnitt 2019 bei 310 USD), jedoch wurde dieses Plus wieder durch höhere Strafzölle aufgezehrt. Die Lagerbestände wurden im Schlussquartal deutlich reduziert. Gab es in den Vorperioden noch Erhöhungen der Lagerbestände, so verkaufte man zu Weihnachten diese Bestände sehr deutlich ab. Aber eben mit erheblichen Kosten für diese Umsätze.  

 

Der Free Cash Flow profitierte von dieser Entwicklung, denn durch den Abverkauf spülte man die benötigten Mittel für die weitere Expansion in die Kassen.

 

Ab Mai 2020 wird es einen Wechsel im operativen Bereich des Managements geben. CFO Alison Dean wird nach 15 Jahren iRobot verlassen und Julie Zeiler, die bereits seit drei Jahren dem Führungsteam angehört übernimmt den Posten des CFO. Neue Besen kehren gut und sicherlich wird es einige Veränderungen geben.

Der Ausblick, auch aufgrund der aktuellen sehr angespannten Lage in China war sehr verhalten. Zwar ist China nicht der Hauptabsatzmarkt für iRobot, aber die maßgeblichen Produktionsstätten liegen dort. Das Management erwartet für 2020 ein Umsatzplus von 10%, dies würde einen Umsatz von 1,32-1,35 Mrd. USD entsprechen. Die Bruttomarge wird unter 40% erwartet und ein signifikant niedrigeres operativen Einkommen von 15-35 Mio. USD (GAAP). Der Unterschied zwischen GAAP und NON-GAAP bei iRobot sind z.B. Sonderaufwendungen durch u.a. Amortisation von immateriellen Vermögensgegenständen, Aktienoptionen oder Rechtsstreitigkeiten. Rechnet man diese wieder hinzu, so kommt man auf ein operatives Einkommen von 55-75 Mio. USD (NON-GAAP), nach noch ca. 125 Mio. im Jahr 2019. Der langfristige Trend zu mehr Unterstützung im Haushalt ist ungebrochen und wird in den nächsten Jahren an Dynamik gewinnen, kurzfristig wird 2020 eher ein Durchgangsjahr werden mit einigen Herausforderungen.

 

„Was bedeutet das konkret für mich!?“

Der langfristige Trend zu mehr Unterstützung im Haushalt ist ungebrochen und wird in den nächsten Jahren an Dynamik gewinnen, kurzfristig wird 2020 eher ein Durchgangsjahr werden mit einigen Herausforderungen.