Der Unterschied zwischen Sach- und Geldwerten ist einfach zu beschreiben: Sachwerte kann man anfassen, Geldwerte bestehen aus Papier oder digitalen Zahlen. Rechtlich ist der Unterschied häufig der, dass es sich bei Sachwerten um Eigentum oder Eigentumsanteile handelt, während Geldwerte abseits von Bargeld nur schriftliche Versprechen sind.

Innerer Wert

Es gibt unterschiedliche Arten von Sachwerten wie Schmuck, Kraftfahrzeuge, Maschinen, Flugzeuge, Schiffe und Immobilien. Egal, zu welchem Preis sie gehandelt werden, behalten diese jedoch immer ihren Grundwert. Manchmal ist es nur ein Materialwert, mal ist es eine Funktion, die mit dem Materialwert in Verbindung steht und somit einen Mehrwert ergibt.

Sollte Geld einmal, wie in der Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre, nichts mehr wert sein, werden Sie Ihr Haus, Auto, Immobilie oder Ihre Münzsammlung nicht verschenken, da sie immer noch einen (Sach-)Wert haben, der sich jedoch dem jeweiligen wirtschaftlichen und politischen Umfeld anpasst – also fallen und steigen kann.

Immobilien

gehören zu den anerkanntesten Sachwerten schlechthin. In einer Wirtschaftskrise können Einkommen sinken und damit auch die Höhe der erzielbaren Mieten. Die Mieteinnahmen sind aber das wichtigste Kriterium bei der Wertermittlung einer fremdgenutzten Immobilie. Sinken diese und die Immobilie ist kreditfinanziert, kann der Kredit schnell zu einem Problem werden. Banken werden dann neue Sicherheiten fordern und genau prüfen, ob der Eigentümer den Kredit weiterhin bedienen kann.

In Zeiten hoher Nachfrage oder Inflation hingegen steigen i.d.R. auch die Mieten und damit der Wert der Immobilie.

Neben dem Grundwert (Materialwert) ist bei einer Immobilie insbesondere die Lage wichtig. Eine solide Immobilie in der Schlossgartenallee ist unter Umständen wertstabiler als eine Prunkvilla auf dem Land. Doch auch der Staat hat massive Eingriffsmöglichkeiten. Eine Erhöhung der Grundsteuer, Verschärfung von Auflagen und Gesetzen (Bsp. Mietpreisbremse) – aber auch die Beteiligung an Infrastrukturkosten können den Eigentümer schnell finanziell überfordern.

Gold und Schmuck

werden gerne als krisensichere Anlage angesehen. Gold ist eine austauschbare Anlage, die keine Rendite abwirft. Es herrscht die Ansicht, dass Gold eine krisensichere Geldanlage mit Inflationsschutz ist. Das mag gelten, solange die Welt weiterhin an diesem Glauben festhält. Die letzten 10 Jahre haben gezeigt, dass Gold auch ein reines Spekulationsgut sein kann. Dennoch bin ich der Meinung, dass Gold in jede Anlagestruktur gehört.

Flugzeuge und Schiffe

Beteiligungen an Mobilien sind nur etwas für Kenner, die unternehmerisch denken und nichts für den Kleinanleger. Gerne wird mit steuerlichen Vorteilen geworben, die jedoch bei den meisten (Klein-) Anlegern kaum wirken. Die Kosten sind hoch und die Liquidationsmöglichkeiten sehr stark eingeschränkt.

Exoten

Bei wohlhabenden Bürgern sind Anlagen in Oldtimer, Diamanten, Kunst und auch Wein sehr beliebt. Hier bedarf es jedoch einer prall gefüllten Geldbörse und viel Kenntnis.

Vorsicht!

All diese Sachwertanlagen haben Gemeinsamkeiten. Es gibt für sie kaum einen regulierten Markt, die Nebenkosten der Anschaffung (Gutachter, Makler, Initiator, gegebenenfalls  Steuern ect.) sowie die Verwahr- und Unterhaltskosten sind in Summe vergleichsweise hoch und ein Verkauf nicht einfach möglich. Ein gutes Liquiditätspolster und solide Einkommensüberschüsse sind Grundvoraussetzung für einen Erfolg. Eine Finanzierung dieser Sachwertanlagen erhöht das wirtschaftliche Risiko nicht unerheblich.

Aktien

Durch den Kauf von Aktien oder Aktienfonds werden Sie direkt oder indirekt Miteigentümer am Unternehmen und damit am wirtschaftlichen Erfolg und Misserfolg beteiligt. Der Vorteil ist, dass dieses insbesondere bei Fonds schon mit sehr kleinen Summen, geringen Kosten und damit auch für den Kleinanleger möglich ist. Es gibt einen geregelten und liquiden Markt mit regem Handel. Jedes Unternehmen hat einen Sachwert, bei dem das bilanzierte Nettovermögen und die stillen Reserven addiert werden. Dieser kann deutlich unter dem Markt-/Börsenwert liegen, der durch Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt wird. In Krisenzeiten ist ein Kursrückgang theoretisch nur bis zum Sachwert möglich.

Psychologie

Aktienkurse werden im Gegensatz zu Immobilien-, Kunst und Oldtimerpreisen täglich – gar sekündlich festgestellt. Preisschwankungen wirken damit viel intensiver. Bei den anderen Sachwertanlagen hingegen erfahren wir den wahren Wert erst beim Verkauf. Die bis dahin angefallenen Kosten werden bei der Erfolgsrechnung gerne ignoriert.

Bei allen Sachwerten gilt: Der wahre Wert der Anlage zeigt sich in Krisenzeiten erst dann, wenn sich ein Käufer findet, der diesen Sachwert auch kaufen will und kann.

Sachwerte gehören in jede langfristig ausgerichtete Anlagestruktur.