Wer kennt das nicht? Man kommt vom Einkaufen zurück und hat unterwegs irgendwo seine Haustürschlüssel verloren. Oder man will nur kurz die Zeitung hereinholen, geht vor die Tür und schon ist es passiert. Die Haustür schlägt durch einen Windzug zu und man hat dummerweise vergessen, den Schlüssel mit nach draußen zu nehmen. Wenn es ganz blöd läuft, muss für viel Geld ein Schlüsseldienst bestellt werden, der einem wieder Zugang zur eigenen Wohnung verschafft.

Für Abhilfe gegen teure Schlüsseldienste soll in solchen Fällen eine neue App des amerikanischen StartUp-Unternehmens KeyMe sorgen. Vor allem, wenn der nette Nachbar – der ansonsten den Ersatzschlüssel verwahrt – gerade nicht auffindbar ist. Mit KeyMe ist es möglich die digitale Kopie eines Schlüssels zu scannen und diese in einer Cloud abzuspeichern. Zusätzlich zum Scan werden der Schlüsseltyp und ein Bitting Code des Schlüssels erstellt, mit dem der Schlüsseldienst in der Nähe umgehend einen Ersatzschlüssel anfertigen kann. Die App nennt sogar den Standort des nächsten Schlüsseldienstes, damit der Weg nicht allzu weit ist, falls man es vielleicht nicht geschafft haben sollte, den Bademantel gegen straßentaugliche Kleidung einzutauschen.

KeyMe (Video) 

Die App ist zunächst kostenlos. Doch werden $ 9.99 für den Download der Digitalkopie fällig, wenn tatsächlich einmal die Tür zufällt und Sie einen Ersatzschlüssel benötigen. Natürlich muss man sich keine Sorgen machen, dass die Daten für ein einbruchsfreies Eindringen in die eigene Wohnung missbraucht werden könnten. KeyMe verspricht, dass die Daten des Schlüssels selbstverständlich nicht mit ihrem Zuhause in Verbindung gebracht werden können. KeyMe will nämlich gar nicht genau wissen, wo der User wohnt! Der Überprüfungsprozess funktioniert äußerst anonym, indem ihre Kreditkartendaten mit Ihrer Standard-Email-Adresse abgeglichen werden, was selbstverständlich jeglichen Missbrauch durch Einbrecher, Geheimdienste oder sonstige dunkle Mächte ausschließt. Man sollte an dieser Stelle also keineswegs auf paranoide Gedanken kommen. Wie Barack Obama schon sagte: "Wenn ich Michelle erzähle, dass ich das Geschirr gespült habe, aber sie ein bisschen skeptisch ist - nun, dann würde ich mich freuen, wenn sie mir vertraut. Aber vielleicht muss ich ihr das gespülte Geschirr trotzdem zeigen." – „Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser!“, sagte meine Mutter auch immer zu mir, wenn ich als Kind vor dem Schlafengehen meine Zähne nicht geputzt hatte.

Selbstverständlich können Sie Ihre verlorenen Schlüssel auch direkt bei KeyMe für 4.99 $ bis 6.99 $  nachbestellen. Deutlich billiger ist es jedoch, wenn Sie völlig auf jedwede Art von Schlössern verzichten,  Ihre Ersatzschlüssel sicher unter der Fußmatte verstauen oder an den nächsten Baum hängen.

Tatsächlich bin ich mir nicht sicher, ob es KeyMe schon bald in die Liste der beliebtesten Apps schafft. Das wird sicherlich schwer. Doch wie sagt man so schön: Nichts ist unmöglich!

Zahlen zum Staunen: Apps!

Ist Deutschland rückständig in Sachen Apps? Immerhin konnten noch im letzten Jahr 39 Prozent der befragten Internet-Nutzer mit dem Begriff „App“ wenig bis gar nichts anfangen.

Doch der Markt für den Download mobiler Apps wächst immens...

...ebenso der Umsatz mit Apps weltweit...

...und auch in Deutschland:

430 Millionen Euro gaben die Deutschen im Jahr 2012 für Apps aus. Hier nun die umsatzstärksten Warengruppen im interaktiven Handel für 2012 und 2011 und...

...der Umsatz wächst von Jahr zu Jahr: